Volle Kraft voraus

Manuela Schär fährt an der Weltspitze um den Sieg

Manuela Schär kämpft heute mit den weltbesten Rennrollstuhlsportlern um Siege. Bis dahin war es ein langer Weg – begonnen hat er im Schweizer Paraplegiker-Zentrum in Nottwil. Dort steht neben dem menschlichen auch das technische Netzwerk im Fokus.

Text: Isabelle Frühwirt, Fotos: Philipp Schmidli, Erschienen: CENTRAL 1/18

Jung, ehrgeizig und erfolgreich – die Rennrollstuhlsportlerin Manuela Schär weiss, was sie will. «Ich strebe nach dem perfekten Zusammenspiel von körperlicher Leistung, mentaler Einstellung, Material und Team», sagt die 33-Jährige. Sie schraubt so lange an der Feinabstimmung, bis alle Zahnräder ineinandergreifen – «dann macht es richtig Spass». Gelungen ist ihr das in der Vergangenheit bereits einige Male: Letztes Jahr gewann sie sowohl den Marathon in New York als auch den in London und Boston. Bei den letztgenannten stellte sie gar einen neuen Streckenrekord auf. «Der Marathon ist meine liebste Distanz, aber zugleich ist er auch enorm anspruchsvoll», sagt Schär. «Während der einen Stunde und 40 Minuten, die ich unterwegs bin, bleibt viel Zeit zum Hadern und Leiden.» 

Zurück zum Sport

Manuela Schär

Als junges Mädchen war Schär eine begeisterte Läuferin. Ein Unfall auf dem Spielplatz brachte die damals Achtjährige ins Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) in Nottwil. Dort fand sie während ihrer Rehabilitation zum Rennrollstuhlsport. «Ich war bei weitem die Jüngste in der Gruppe der Sportler», sagt Schär. Die Unterstützung der anderen habe ihr sehr geholfen. «Und ich habe gemerkt, dass Sport immer noch möglich ist – das war eine wichtige Erkenntnis für mich.» Doch nicht nur dieses kollegiale Netzwerk hat sie während ihrer Zeit im SPZ aufgefangen. Neben der medizinischen Betreuung haben sich auch Praktikantinnen und Physiotherapeutinnen in der Klinik gut um das junge Mädchen gekümmert. «Beispielsweise waren manche der Therapiegeräte zu gross für mich, dann haben die Physiotherapeutinnen einfach improvisiert», sagt Schär und lacht. «Und die Praktikantinnen haben oft mit mir gespielt und sich mit mir beschäftigt.»  

Flexibel und verständnisvoll

Rückblickend empfindet Schär Dankbarkeit für das Netzwerk im SPZ, das sich um sie aufgespannt hat. Mittlerweile arbeitet die kaufmännische Angestellte auch Teilzeit in der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung. «Ich schätze an diesem Arbeitgeber vor allem die grosse Flexibilität und das Verständnis für den Sport», sagt sie. «Zudem sind alle nötigen Trainingsanlagen gleich in der Nähe.» So kann sich Manuela Schär ideal für die nächsten Wettkämpfe vorbereiten – und die Konkurrenz abhängen.

Das Schweizer Paraplegiker-Zentrum

Das Schweizer Paraplegiker Zentrum in Nottwil.

1975 gründete der Arzt Guido A. Zäch die Schweizer Paraplegiker-Stiftung (SPS), zu der auch das Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) gehört. Neben der ganzheitlichen Rehabilitation und der Wiedereingliederung von Patientinnen und Patienten engagiert sich das SPZ auch in der Spitzenforschung. Seit 2015 wird die Klinik des SPZ erneuert und erweitert, da sie an Kapazitätsgrenzen gestossen ist. Dadurch wird sich die Anzahl der Betten von 150 auf 190 erhöhen. Die verschiedenen Leistungen der SPS werden unter anderem durch die Beiträge von 1,8 Millionen Gönnern sowie von Spendern ermöglicht.

Wir verwenden Cookies auf dieser Webseite, um Ihnen die bestmögliche Nutzererfahrung zu ermöglichen. Bitte bestätigen Sie mit Klick auf „Weiter“ dass Sie die Nutzung von Cookies akzeptieren.

Einfach CKW

CKW bietet ein breites Spektrum an Leistungen aus einer Hand: 
Strombezug, Smart Energy, Energieoptimierung, Gebäudetechnik, 
IT & Communication sowie Fiber Services.