Infos zur Stromversorgung bei einer Mangellage

inklusive Fragen und Antworten

Laut einem Bericht zur Versorgungssicherheit mit Strom, den der Bundesrat in Auftrag gegeben hat, könnte der Schweiz ab 2025 im schlimmsten Fall zu wenig Strom zur Verfügung stehen. Dies insbesondere gegen Ende eines langen und kalten Winters an trüben Tagen, wenn die Stauseen leer sind und Solaranlagen nur wenig Strom produzieren. Aktuell besteht jedoch keine Gefahr für eine Mangellage.

Der Bund hat den Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) beauftragt, die nötigen Vorbereitungen zur Bewältigung einer Strommangellage zu treffen. Der VSE hat zu diesem Zweck die Kommission OSTRAL ins Leben gerufen, die «Organisation für Stromversorgung in ausserordentlichen Lagen».

Wird der Strom knapp, so kann der Bundesrat das Stromangebot und den Stromverbrauch lenken. Für Firmen mit einem Jahresverbrauch von mehr als 100'000 Kilowattstunden kann der Bundesrat beispielsweise festlegen, ihren Stromverbrauch um einen bestimmten Prozentsatz zu drosseln. Auf dieser Seite finden Grosskunden von CKW weitere Informationen über mögliche Massnahmen von OSTRAL und notwendige Vorkehrungen. Werden Massnahmen zur Reduktion des Stromverbrauchs notwendig, so werden diese nicht durch CKW angeordnet, sondern durch den Bundesrat.

Wichtig: Eine Strommangellage ist heute und jetzt kein Thema. Es ist aber ein für die absehbare Zukunft mögliches Szenario, sofern der Ausbau der erneuerbaren Energien weiterhin so schleppend vorangeht und die EU aufgrund des fehlenden Rahmenabkommens Stromimporte in die Schweiz drastisch reduziert. Aus diesem Grund müssen sich die Firmen schon heute Gedanken machen, wie sie ihre Geschäfte auch unter den Bedingungen einer Strommangellage fortführen und gegebenenfalls auch mit weniger Energie auskommen können.

Weiterführende Informationen finden Sie unter ostral.ch sowie in dieser Broschüre.

Videobotschaft Bundespräsident Guy Parmelin

FAQ

Strommangellage

  • Stimmt es, dass in der Schweiz der Strom knapp ist? Haben wir bald keinen Strom mehr?

    Nein, eine Strommangellage ist heute und jetzt kein Thema. Es ist aber ein für die absehbare Zukunft mögliches Szenario, sofern der Ausbau der erneuerbaren Energien weiterhin so schleppend vorangeht und die EU aufgrund des fehlenden Rahmenabkommens Stromimporte in die Schweiz drastisch reduziert. Laut einem Bericht zur Versorgungssicherheit mit Strom, den der Bundesrat in Auftrag gegeben hat, könnte der Schweiz ab 2025 im schlimmsten Fall zu wenig Strom zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund müssen sich die Firmen schon heute Gedanken machen, wie sie ihre Geschäfte auch unter den Bedingungen einer Strommangellage fortführen und gegebenenfalls auch mit weniger Energie auskommen können.

  • Wie gross ist die Gefahr einer Strommangellage?

    Vorerst besteht keine Gefahr. Ein solches Szenario kann aber bis in ein paar Jahren zum Thema werden, insbesondere gegen Ende eines langen und kalten Winters an trüben Tagen, wenn die Stauseen und andere Speicher leer sind sowie Solaranlagen und andere erneuerbare Energiequellen nicht ausreichend Strom zur Verfügung stellen.

  • Warum erst in ein paar Jahren? In welchem Zusammenhang steht dies?

    Die erste Klippe kommt 2025 mit den neuen EU-Regulierungen. Setzt Brüssel diese in extremis um, dürften die Importmöglichkeiten der Schweiz massiv reduziert werden. Gemeinsam mit einem trüben und kalten Winter sowie dem Ausfall eines Atomkraftwerkes kann es eng werden. Definitiv schwierig wird es dann, wenn die Kernkraft ganz wegfällt.

  • Was wird denn in erster Linie unternommen?

    Wird der Strom knapp, so kann der Bundesrat in einer ersten Phase Verbrauchseinschränkungen anordnen. Sie verbieten nicht absolut notwendige, energieintensive Geräte und Einrichtungen, wie beispielsweise Beleuchtungen zu Werbezwecken, Rolltreppen oder Komfortheizungen im Aussenbereich.

    In einer zweiten Phase wird der Bundesrat für Firmen mit einem Jahresverbrauch von mehr als 100'000 Kilowattstunden festlegen, ihren Stromverbrauch um einen bestimmten Prozentsatz zu drosseln. CKW informiert im Fall einer Mangellage ihre Grosskunden, wie sie sich im Falle einer Strommangellage verhalten müssen. Diese Massnahmen stammen nicht von CKW, sondern von der «Organisation für Stromversorgung in ausserordentlichen Lagen» (OSTRAL). Die Organisation wurde im Auftrag des Bundes durch den Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen VSE ins Leben gerufen.

  • Kann CKW meinen Strom abstellen, wenn es in der Schweiz eine Mangellage gibt?

    Eine Mangellage ist nicht zu verwechseln mit einem Blackout. Eine Mangellage zeichnet sich bereits Wochen vorher ab. Aus diesem Grund würden in erster Linie Stromspar-Massnahmen getroffen. Netzabschaltungen dienen als «Ultima Ratio» und sollen nach Möglichkeit vermieden werden. Allfällige Massnahmen würde nicht CKW, sondern der Bundesrat anordnen.

  • Meine Firma produziert Lebensmittel, der Strom darf bei mir auf keinen Fall abgestellt werden.

    Für die Vorbereitung und Umsetzung von OSTRAL-Massnahmen gelten für die Betreiber kritischer Infrastrukturen dieselben Rahmenbedingungen bzw. Anforderungen wie für Grossverbraucher: Sie treffen für den Fall einer Strommangellage selbstständig Vorkehrungen – dies als Teil des Risikomanagements bzw. Business Continuity Managements innerhalb ihres Unternehmens. In den Bewirtschaftungsverordnungen des Bundesrats ist der Situation entsprechend festgelegt, welche Vorgaben für welche Verbrauchergruppen gelten bzw. umgesetzt werden müssen.

Eigenproduktion

  • Spielt es eine Rolle, ob man bei einer Stromangellage selber Strom produziert oder nicht? Können wir den selbst produzierten Strom komplett für uns einsetzen? 

    Ja, selbst produzierter Strom kann komplett für sich selbst genutzt werden. Voraussetzung dazu ist, dass die installierte Anlage diesen Eigenverbrauch technisch zulässt. Für Fragen können Sie sich gerne an unsere CKW Gebäudetechnik oder einen Installateur ihrer Wahl wenden.

  • Unser Unternehmen ist zwingend zu jeder Zeit auf Strom angewiesen. Muss ich nun einen Notstrom-Generator installieren?

    Die Stromversorgung ist nie zu 100 Prozent garantiert. Verschiedene Einflüsse können jederzeit zu einem Stromunterbruch führen. Wenn Sie sehr kritische Businessprozesse unterhalten, sollten Sie sich darauf vorbereiten und beispielsweise die Anschaffung von Anlagen für eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (z.B. Notstromaggregaten) prüfen. Diese Empfehlung gilt unabhängig einer möglichen Strommangellage in der Zukunft.

  • Was kann ich dazu beitragen, dass es nicht soweit kommt?

    Grundsätzlich trägt ein effizienter, sparsamer Umgang mit Strom dazu bei, eine Mangellage abzuschwächen oder zu verhindern. Das gilt sowohl für Privatpersonen wie auch für Firmen. Zudem hilft es, wenn möglichst viele Private und Firmen eigenen Strom produzieren. Denn mit eigenem Solarstrom schonen Sie die Wasserkraft, so entleeren sich die Stauseen im Winter langsamer.

    Grossverbraucher müssen sich überdies schon heute Gedanken machen, wie sie mit einer Strommangellage umgehen würden und welche Massnahmen sie vorsorglich treffen können.

  • Wenn man mit einer Solaranlage den Netzbezug unter 100'000 kWh senkt, gilt man dann noch als Grossbezüger?

    Grossverbraucher sind alle Endverbraucher, die 100'000kWh oder mehr pro Jahr verbrauchen ODER mit einem geringeren Jahresverbrauch, welche aufgrund eines in der Vergangenheit erzielten Verbrauches über 100'000 kWh zum damaligen Zeitpunkt den Anspruch auf freien Netzzugang beantragt haben.

Kontingentierung

  • Wird bei einer möglichen Kontingentierung ein ganzer Zuleitungsstrang abgeschaltet (z.B. 15%)?

    Es gilt zu unterscheiden zwischen Kontingentierung und zyklischer Abschaltung: Die Kontingentierung trifft alle Grossverbraucher gleichermassen. Bei der zyklischen Abschaltung muss technisch bedingt ein ganzer Strang abgeschaltet werden.

  • Müssen Betriebe, die Strom selber produzieren, gleich viel einsparen, wie solche, die den Gesamtbedarf aus dem Netz decken? 

    Bei Eigenproduktionsanlagen grösser 30 kVA wird für die Kontingentierung die Eigenproduktion mit eingerechnet. Das hat den Vorteil, dass es für Sie unerheblich ist, ob Sie den Energiebedarf während hoher Eigenproduktion, oder ihren Netzbezug optimieren. 

    Dazu ein Zahlenbeispiel: 
    Ihr monatlicher Verbrauch beträgt aus Eigenbedarf 5’000 kWh plus aus Netzbezug 5’000 kWh also gesamthaft 10’000 kWh. 

    Kontingentiert wird der Gesamtverbrauch (Eigenbedarf plus Netzbezug) von 10’000kWh um z.B. 10% (1’000 kWh) auf 9’000 kWh. 

    Aus Sicht der Kontingentierung ist es gleichwertig, ob Sie nun Ihren Verbrauch zu Zeiten hoher Eigenproduktion optimieren (und dadurch zwar weniger Eigenverbrauch konsumieren, dafür die Einspeisung ins Netz erhöhen), oder ob Sie Ihren Netzbezug optimieren.  

    Sie profitieren somit aus Sicht Kontingentierung ungeschmälert von Ihrer Eigenproduktion, unabhängig davon, ob Sie den Strom selber verbrauchen oder ins Netz einspeisen. 

  • Was passiert, wenn ich 15% des Stromgesamtbedarfs nicht einsparen kann? 

    Es wird Sanktionen geben. Welche genau, muss die Politik noch ausarbeiten.

  • Welche Strommenge wird bei einer Kontingentierung als 100% angenommen? Wie werden eigene Stromproduktionen z.B. mittels Solaranlagen angerechnet

    Es wird stets der zu kontingentierende Monat des Vorjahres als Referenzgrösse angenommen. Eigenverbrauch wird dabei nicht berücksichtigt, das heisst, dieser steht Ihnen jederzeit zur Verfügung.

E-Mobilität und Wärmepumpen

  • Darf ich mein E-Auto jetzt nicht mehr laden?

    Doch. Vorderhand gibt es keine Gefahr und auch keine Einschränkungen.

  • Ich überlege mir den Wechsel von meiner Ölheizung hin zu einer Wärmepumpe. Die Nachricht der Strommangellage verunsichert mich nun aber. Soll ich nicht doch besser bei der Ölheizung – und auch beim Dieselfahrzeug statt dem Elektroauto bleiben?

    Vorderhand gibt es keine Gefahr und auch keine Einschränkungen. Die Dekarbonisierung – der Ersatz von Öl hin zu erneuerbarem Strom – macht nach wie vor sehr viel Sinn. Wir müssen als Gesellschaft diese Herausforderung schaffen, genauso wie wir es auch schaffen müssen, dass wir auch in Zukunft und zu jedem Zeitpunkt genügend Strom haben.

Nächste Schritte und weitere Informationen

  • Wie geht es weiter, wann erhalte ich von CKW weitere Informationen?

    Im 2022 werden seitens CKW weitere organisatorische Vorbereitungen für eine allfällige Strommangellage getroffen. Dazu zählen die Erarbeitung von konkreten Plänen für den Fall einer notwendigen Kontingentierung der Stromlieferungen sowie von Szenarien für die Abstimmung mit anderen Verteilnetzbetreibern. Ebenfalls in 2022 werden Schulungs- und Informationsveranstaltungen für Grossverbraucher geplant und durchgeführt.

  • Wo kann ich mich weiterführend über das Thema informieren?

    Unter ostral.ch. Auf dieser Webseite steht für Grossverbraucher eine aufschlussreiche Broschüre als Download zur Verfügung.

  • Wer ist bei CKW Ansprechpartner?

    Per E-Mail erreichen Sie uns zu diesem Thema unter ostral@ckw.ch oder unter der Telefonnummer 0800 88 77 66.

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