Elektroinstallateur

Ein Beruf – zwei Geschichten

Sie ist 20, er 61 Jahre alt. Sie absolviert die Ausbildung zur Elektroinstallateurin, er hat seine bereits vor über  40 Jahren abgeschlossen. Was sie teilen: Ihr Alltag dreht sich um Strom. Ein Vergleich zwischen früher und heute.

Text: Isabelle Frühwirt, Bild: Matthias Jurt

Roland Bochsler, Stv. Abteilungsleiter Elektro Nord

Roland Bochsler, Stv. Abteilungsleiter Elektro Nord

«Die Ausbildung zum Elektroinstallateur war eigentlich meine zweite Wahl, denn ich wollte Radio- und Fernseh- elektriker werden – ein Beruf, den es heute so gar nicht mehr gibt. Ich sah die Ausbildung aber als guten Einstieg in die Elektrobranche an und legte danach die Meisterprüfung ab. Seit 1993 arbeite ich nun bei CKW, Ende 2019 gehe ich in Pension.

Spannend an meinem Beruf fand ich damals, immer der Erste und der Letzte auf der Baustelle zu sein. Denn der Elektroinstallateur ist bereits bei der Fundamentlegung dabei und schliesst am Schluss auch das Telefon an. Heute beschäftige ich mich vorwiegend mit Planungsarbeiten, Offerten und Abrechnungen, dabei gefällt mir die Vielfalt der Projekte. Das Tätigkeitsfeld des Elektroinstallateurs hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. 

Vieles wurde einfacher – durch bessere Maschinen und Materialien. Doch das Arbeitsgebiet wurde durch die technischen Entwicklungen auch viel breiter. Ich denke da an die Gebäudeautomation oder auch an die elektronischen Kommunikationstechnologien. Von den Lernenden wird entsprechend mehr gefordert, auch betreffend Sicherheitsbestimmungen. Es freut mich aber, zu sehen, dass der Beruf Elektroinstallateur mittlerweile auch für Frauen interessant ist. Denn früher war der Frauenmangel noch viel aus geprägter.»

Gianna Schmucki, 2. Lehrjahr Elektroinstallateurin

Gianna Schmucki, 2. Lehrjahr Elektroinstallateurin

«Handwerkliches Arbeiten wurde mir quasi in die Wiege gelegt, da mein Vater viel handwerklich tätig war. Als ich dann bei CKW als Elektroinstallateurin schnuppern war, gefiel mir die abwechslungsreiche Arbeit sehr. Wenn ich nun auf eine Baustelle komme, werde ich manchmal schon etwas neugierig gemustert – eine Frau als Elektroinstallateurin ist immer noch eine Seltenheit. Aber das legt sich schnell, schliesslich bin ich auch nicht auf den Mund gefallen.

Am liebsten arbeite ich bei der Installation von Lampen mit oder bei der Verdrahtung der Unterverteilung. Gleichzeitig bereitet mir der Kundenkontakt viel Freude – manche sind auch sehr interessiert daran, was wir genau tun. Gerne erzähle ich dann davon, was ich bereits gelernt habe. 

Je mehr Erfahrung ich sammle, desto besser kann ich auch mit Situationen umgehen, in denen ich erfinderisch werden muss. Wenn beispielsweise ein Kabel nicht durch ein Rohr eingezogen werden kann, braucht es eine neue Lösung. Ich bringe dann meine Ideen ein und bespreche diese mit meinem Vorgesetzten. 

Mein nächstes Ziel ist es, die Lehre erfolgreich abzuschliessen. Vielleicht hänge ich dann noch die Berufsmatur an oder bilde mich zur Elektro-Sicherheitsberaterin weiter.»

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