Freiwilligenarbeit

Doppelter Einsatz

Freiwillige engagieren sich auf vielen Gebieten und leisten unbezahlte Dienste an der Gesellschaft. Wir haben einen Samariter getroffen und ihn zu seiner Motivation und Tätigkeit befragt.

Text: Isabelle Frühwirt, Bild: Philipp Schmidli, Erschienen: Meine Energie 1/2019

Bereit für den Notfall

Die Zeit drängt: Auf dem Boden liegt eine regungslose Frau. Josef Emmenegger legt ihr die Wärmeflasche auf die Brust. Er umwickelt ihren Oberkörper mit einer Decke, dann, mit geübten Handgriffen, packt er sie in eine weitere Decke ein. Schliesslich öffnet er seinen Samariter-Rucksack, fischt die golden und silbern glänzende Rettungsfolie heraus und hüllt sie damit ein. 

Übung macht den Meister

«Ganz schön warm», sagt die Frau und lacht. So soll es sein, denn heute üben die Mitglieder des Samaritervereins Emmen, was bei Unterkühlung und drohenden Erfrierungen zu tun ist. Die vermeintliche Patientin liegt aber nicht draussen bei Minusgraden auf dem eisigen Boden, sondern im Schulhaus Rüeggisingen in Emmen. Mit dabei ist Josef Emmenegger, CKW-Mitarbeiter und Samariter. Er schätzt die regelmässigen Weiterbildungskurse des Samaritervereins. «So erlange ich mehr Routine, denn schliesslich macht Übung den Meister», sagt er. Seit 2007 engagiert er sich freiwillig als Samariter – unter dem Leitgedanken des Vereins: «Samaritersache ist Herzenssache».

Josef Emmenegger | CKW & Samariterverein Emmen

Menschen im Notfall

«Bevor ich 2006 zu CKW stiess, war ich viele Jahre im Aussendienst tätig», erzählt Emmenegger. «Ich war viel unterwegs und fuhr an einige Unfallstellen heran.» Glücklicherweise seien jeweils schon Helfer vor Ort gewesen. «Aber schon damals dachte ich: Es wäre wichtig zu wissen, wie ich diesen Menschen im Notfall helfen kann», sagt Emmenegger. Als Hauswart bei CKW bekam er die Möglichkeit, seine Erste-Hilfe-Kenntnisse zu erweitern. «Ich durfte die Ausbildung zum Betriebssanitäter absolvieren.» Um sein Wissen weiter zu vertiefen, wurde er Mitglied des Samaritervereins Emmen.

Bandbreite an Einsätzen

Die Einsätze, die er seither als Samariter erlebt hat, sind sehr vielfältig: Die Bandbreite reicht vom Pflasteraufkleben an einem grossen Firmenanlass bis zur Betreuung betrunkener Jugendlicher am Stadtfest. «Wohl die schlimmste Verletzung, die ich versorgt habe, war ein offener Unterschenkelhalsbruch», erzählt Emmenegger. «Ein Mann stürzte beim Flugmeeting Emmen von einer Leiter. Wir haben ihn geborgen, die Erstversorgung übernommen und ihn danach der Ambulanz übergeben.» Viele Samariter verfügen über einen beruflichen Hintergrund in der Pflege oder Betreuung, trotzdem verrichten sie Laienarbeit. Deshalb sind an Grossanlässen auch ausgebildete Fachleute vor Ort. 

  • Der Samariterbund

    Etwa 24 000 Samariter engagieren sich freiwillig in den rund 1000 lokalen Samaritervereinen. Sie sind Teil des Schweizerischen Samariterbunds. Dieser fördert den Einsatz von Freiwilligen im Rettungs-, Gesundheits- und Sozialwesen. So sorgt der Samariterbund dafür, dass Verunfallte oder Erkrankte Erste Hilfe und Unterstützung erhalten. An kulturellen oder sportlichen Grossanlässen sind die Samariter gemeinsam mit den Fachkräften vom Sanitätsnotruf 144 und Vereinsärzten im Einsatz.


    Erfahren Sie mehr über den Samariterbund und wie auch Sie aktiv werden können: www.samariter.ch

Zusammen etwas bewegen

Samariterverein Emmen

Seit 2012 ist Emmenegger Vizepräsident des Samaritervereins Emmen. In dieser Funktion ist er verantwortlich für die lokalen Blutspendenaktionen, leitet die Samaritersammlung und organisiert Vereinsausflüge und Anlässe. Zudem unterstützt er den Präsidenten. Dafür wendet er rund vier Stunden pro Woche auf. «Zeit, die ich gerne investiere», sagt der 58-Jährige. «Meiner Meinung nach ist es wichtig, sich in der Gemeinschaft freiwillig zu engagieren. Ich bin auf einem Bauernhof mit sieben Geschwistern aufgewachsen. So habe ich früh gelernt, anzupacken, und gesehen, was man gemeinsam bewegen kann. Das hat mich geprägt.»

Freiwilliges Engagement in der Schweiz
Zeitaufwand Freiwilligenarbeit

Helfen auch Sie mit

Sind Sie daran interessiert, Freiwilligenarbeit in einer Organisation zu leisten? Hier finden Sie einige Anlaufstellen.

  • Benevol

    Der Verein setzt sich für eine solidarische Gesellschaft ein, in der Menschen durch freiwilliges Engagement einen Beitrag an Gesellschaft und Umwelt leisten.

    www.benevol.ch

  • Caritas

    Das Ziel der Caritas ist es, Armut in der Schweiz und im Ausland zu bekämpfen. Das kann ein Einsatz bei einer Bergbauernfamilie oder eine Patenschaft für ein Kind aus benachteiligten Verhältnissen sein.

    www.caritas.ch

  • Pro Natura

    Die Naturschutzorganisation setzt sich für  die Biodiversität und den Landschaftsschutz ein. Freiwillige pflegen dazu beispielsweise Naturschutzgebiete.

    www.pronatura.ch

  • Heilsarmee

    Heimbewohner betreuen oder Flüchtlinge integrieren – die Heilsarmee bezieht sich auf den christlichen Glauben und unterstützt benachteiligte Menschen weltweit.

    www.heilsarmee.ch

  • Rotes Kreuz

    Die Hilfsorganisation bietet freiwillige Einsätze  in den Bereichen soziales Engagement, Erste Hilfe und  Rettung an.

    www.redcross.ch

  • Pro Senectute

     Die Freiwilligen unterstützen die Stiftung dabei, das Wohl der älteren Menschen in der Schweiz zu verbessern, beispielsweise durch einen Besuch.

    www.prosenectute.ch

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