Jederzeit auf Draht

Ein Besuch auf der Netzleitstelle

Mitten in der Nacht macht sich Oliver Bühlmann auf den Weg in die Netzleitstelle von CKW. Diese ist rund um die Uhr mit Spezialisten besetzt, um die Stromversorgung sicherzustellen.

Text: Isabelle Frühwirt, Bilder: Philipp Schmidli, Erschien: Meine Energie 4/19

Um 2.45 Uhr klingelt Oliver Bühlmanns Wecker. Der Fachverantwortliche Netzleitstelle steht auf, macht sich bereit und fährt los von Sursee Richtung Rathausen. Pünktlich um 3.45 Uhr verschafft er sich mit einem speziellen Badge Zutritt zur Netzleitstelle im CKW-Hauptsitz. Dort erwartet ihn bereits Roger Habermacher, der die Nachtschicht übernommen hatte. Die Übergabe steht an. Die beiden setzen sich vor die grosse Karte. Auf ihr ist das Mittelspannungsnetz mit all seinen rund 3000 Trafostationen im Versorgungsgebiet aufgezeichnet. Habermacher resümiert die wichtigen Ereignisse der Nachtschicht: «Um 20.26 Uhr gab es beim Unterwerk Willisau eine technische Störung. Die Spezialisten sollen sich das heute früh mal ansehen.» Zudem informiert er Bühlmann über die geplanten Stromunterbrüche für Unterhaltsarbeiten am Netz. Auch die Anweisungen von Swissgrid, der nationalen Übertragungsnetzbetreiberin, gibt er weiter.

Das Herz der Stromversorgung

In der Netzleitstelle wird das gesamte CKW-Stromnetz gesteuert und überwacht. Auch die CKW-eigenen Kraftwerke werden von dort aus gesteuert. Dazu gehören beispielsweise das Speicherkraftwerk Göschenen oder das Laufkraftwerk Rathausen. Zentral dabei: Stromproduktion und -verbrauch müssen stets im Gleichgewicht sein. Nur so bleibt die Netzstabilität gewährleistet. Daher ist die Netzleitstelle immer besetzt – 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr. «Wir arbeiten im Drei-Schicht-Betrieb», sagt Oliver Bühlmann. Die zehn Mitarbeitenden arbeiten abwechselnd im Schichtbetrieb und zu normalen Bürozeiten.

Oliver Bühlmann markiert eine Stromunterbrechung auf der Karte.

Die Netzstabilität aufrecht halten

Bereits seit 14 Jahren arbeitet Bühlmann in der CKW-Netzleitstelle. «Verschlafen habe ich noch nie», sagt er und schmunzelt. «Und die Schichtarbeit hat auch Vorteile. Ich kann nachmittags ohne Stress einkaufen gehen oder Sport treiben.» Der 45-Jährige ist ausgebildeter Elektriker und absolvierte danach die Weiterbildung zum Elektrokontrolleur. An seiner Arbeit gefällt ihm das Ungewisse besonders gut. «Jede Schicht ist anders. Man weiss nie, was der Tag bringen wird», sagt Bühlmann. Dazu braucht es aber auch Gelassenheit. «Gerade bei Störungen im Netz muss ich ruhig bleiben und schnell handeln», sagt er. Das ist unabdingbar, wie dieses Erlebnis zeigt: «Einmal erhielten wir einen Anruf: Ein Heissluftballon steuere direkt auf eine Hochspannungsleitung zu. Er sei wohl nicht mehr lenkbar. Sofort haben wir die entsprechende Leitung unterbrochen.»

Jede Schicht ist anders. Man weiss nie, was der Tag bringen wird.
Oliver Bühlmann, Fachverantwortlicher Netzleitstelle bei CKW

Auf seinen zwölf Bildschirmen hat Bühlmann jederzeit alles im Blick: Auf dem Netzführungssystem sieht er die Stromflüsse – also wie viel Strom produziert und verbraucht wird. Grossverbraucher wie die Perlen Papier AG oder die Swiss Krono AG sind aufgrund ihres hohen Verbrauchs und damit ihrer Wichtigkeit für die Netzstabilität separat aufgeführt. Auf zwei anderen Bildschirmen hat Bühlmann alle wichtigen Informationen zu den Kraftwerken im Blick. Auch sieht er die Bilder der Überwachungskameras diverser CKW-Areale.

Oliver Bühlmann sitzt vor seinen zwölf Bildschirmen in der CKW-Netzleitstelle.

Stromausfälle schnell beheben

Muss man ein Rechen eines Kraftwerks reinigen, ist die Temperatur in einem Serverraum zu hoch oder verschaffen sich Unbefugte Zutritt – all das löst einen Alarm in der Netzleitstelle aus. Dann muss Bühlmann den entsprechenden Pikettdienst aufbieten und informieren. Dasselbe gilt natürlich bei einem Stromausfall. «Ziel ist es, die Ursache möglichst schnell zu finden und zu beheben», so Bühlmann. Die Gründe für einen Stromausfall sind vielfältig: der erste Schnee, Unwetter oder Stürme, Vögel, die Kurzschlüsse verursachen, beschädigte Kabelleitungen bei Bauarbeiten. Heute passiert glücklicherweise nichts von alledem. Doch plötzlich ertönt ein Alarm: Der Bäcker klingelt am Tor des CKW-Hauptsitzes, um seine Lieferung zu bringen.

  • Hohe Versorgungssicherheit

    CKW versorgt rund 180 000 Endkunden in 73 Gemeinden mit Strom. Die Versorgungssicherheit hat dabei höchste Priorität. Mit 99,996 Prozent liegt sie im CKW-Gebiet über dem Schweizer Durchschnitt. Statistisch gesehen ist jeder CKW-Kunde nur alle fünf Jahre von einem Stromunterbruch betroffen. Dies meist aufgrund notwendiger Unterhaltsarbeiten am 7600 Kilometer langen Netz, über welche die Kunden frühzeitig informiert werden.

     

    Sollten Sie mal keinen Strom mehr haben, melden Sie sich bei der 24-Stunden-Hotline: 0800 55 06 07.

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