Vom Lichtlöscher zum Trychler

Das Klausjagen ist ein alter und schöner Brauch

Fritz Renggli ist seit über 30 Jahren Teil des Klausjagens mit dem «Mehlsuppenzügli». Angefangen hat er als offizieller Lichtlöscher. Seit die Strassenbeleuchtung automatisiert wurde, zieht Fritz als Trychler durch die Strassen von Küssnacht. 

Text: Debora Baumgartner, Video: Fabienne Fallegger, Erschien: Dezember 2019

Zuerst kommt ein Knall, dann geht das Licht aus. In Küssnacht stellen sich rund 1’500 Klausjäger für den Umzug ein. Darunter auch Fritz Renggli, Regionenleiter des Bereichs Elektro bei CKW. «Das Klausjagen ist ein alter und schöner Brauch. Das Zusammensein, die Klänge und der mystische Umzug machen den Anlass so speziell», sagt Fritz. 

Der Lichtlöscher

Als er 1987 CKW-Geschäftsstellen Leiter in Küssnacht wurde, lernte der Entlebucher das Klausjagen kennen. Über den damaligen Geschäftsstellenleiter von Meggen kam er zum «Mehlsuppezügli», einer Gruppe von 10 bis 15 aktiven Trychler, Iffelen-Träger und Hornbläser. Seine Aufgabe war, für den jährlichen Umzug um 20.15 Uhr die Strassenlampen zu löschen. «Damals lieferte CKW noch den Strom für Küssnacht, so wurde ich zum offiziellen Lichtlöscher», erinnert sich Fritz. 

Fritz Renggli Regionenleiter des Bereichs Elektro

Der Trychler

Vor rund 15 Jahren wurde die Strassenbeleuchtung in Küssnacht automatisiert – einen Lichtlöscher brauchte es nicht mehr. Doch Fritz wollte Teil des Umzugs bleiben und so wurde er Trychler. Er ist jetzt schon seit über 30 Jahren dabei: «Ich freue mich jedes Jahr, ein Teil davon zu sein.» 

Das Mehlsuppenzügli

Dieses Jahr feiert die Gruppe ihren 60. Geburtstag. Der Name stammt vom Hunger, der mitten in der Nacht aufkommt: «1959 kamen die Gründer um drei Uhr morgens mit grossem Hunger in ein Restaurant. Dort erhielten sie tatsächlich noch eine Suppe», erzählt Fritz. Obwohl es keine Mehlsuppe war, ist der Name bis heute geblieben. 

  • Klausjagen

    Das Klausjagen ist ein uralter Brauch. Früher verscheuchten die Leute mit allerlei Lärminstrumente böse Geister oder Dämonen. 1928 schlossen sich die Küssnachter zusammen und gründeten die St. Niklausengesellschaft. Heut geht der Umzug vergleichsweise gesittet zu und her und zieht jedes Jahr rund 20’000 Zuschauerinnen und Zuschauer an. 

    www.klausjagen.ch 

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