«Ein Bijou» – Rückbau und Neuinstallation einer PV-Anlage

30. November 2023|Lesezeit: 4 min

Dass sich der Ersatz einer alten Solaranlage lohnt, zeigt die TRISA AG in Triengen. Das Unternehmen entschied sich, seine 25 Jahre alte Anlage zu erneuern und zu erweitern. Neu produziert sie rund sechsmal mehr Strom.

Text: Katrin Montiegel|Bilder: Matthias Jurt, TRISA AG

Die Erfolgsgeschichte der TRISA AG reicht zurück bis ins Jahr 1887. Seit 1903 produziert sie am Standort in Triengen LU Produkte zur Dentalhygiene. Im Laufe der Zeit vergrösserte sich nicht nur das Sortiment, sondern es kamen auch weitere Produkte und Produktionsgebäude hinzu. 1998 installierte das Unternehmen schliesslich seine erste Solaranlage.  

Damals war dies ein mutiger Schritt. «Die ersten Photovoltaikanlagen wurden ungefähr 1984 in der Schweiz verbaut», so Benjamin Jaggi, Leiter Bauwesen bei der TRISA AG. «Die Investitionskosten im Vergleich zur Leistung waren hoch, die Technologie einer PV-Anlage bei der Schweizer Bevölkerung wenig bekannt.» Das hat sich glücklicherweise längst geändert. Im Dezember 2022 beschloss die TRISA AG, die bestehende Anlage zu erneuern und drei weitere zu installieren.

Benjamin Jaggi, Leiter Bauwesen TRISA AG, auf dem Dach von Werk 2.

Der Rückbau einer Photovoltaikanlage lohnt sich 

«Wir haben Rückbau und Neuinstallation vorgeschlagen, weil die Entwicklung im Bereich Solaranlagen sehr schnell voranschreitet», so Daniel Graf, Projektleiter CKW. «Die alten Module wären noch einsatzfähig, liegen aber in Sachen Effizienz weit hinter der neusten Technik zurück.» Bei der Neuinstallation auf dem Dach von Werk 2 verwendeten die CKW-Monteurinnen und -Monteure monokristalline Module. Höhere Effizienz und geringere Kosten pro Kilowattpeak machen ihren Einsatz langfristig rentabler als die mittlerweile veralteten Dünnschichtmodule. Ausserdem sind sie robuster, weniger anfällig für Umwelteinflüsse, und der Wartungsaufwand ist gering. Benjamin Jaggi: «Die bestehende PV-Anlage produzierte durchschnittlich 75’000 Kilowattstunden pro Jahr. Mit der neuen, erweiterten Anlage produzieren wir rund sechsmal mehr Strom. Das Ausbaupotenzial ist enorm.» 

Schutz vor Wind und Wetter: Die Wechselrichter sind durch massangefertigte Aluminiumverkleidungen geschützt. 

Fast vollständig recycelbar 

Die alten Module gab CKW gemäss der Verordnung über die Rückgabe, die Rücknahme und die Entsorgung elektrischer oder elektronischer Geräte (VREG) ins Recycling. Die wenigen nicht wiederverwertbaren Komponenten wurden fachgerecht entsorgt. CKW-Experte Daniel Graf: «Aluminium, Glas oder Halbleitermaterialien könnten zwar erneut für eine Photovoltaikanlage verbaut werden, lohnen wird sich das allerdings nicht. Die alten Module sind längst nicht mehr so leistungsfähig wie die neuen. «Den alten Zentralwechselrichter konnten wir hingegen gratis an jemanden abgeben, der noch eine entsprechende Anlage betreibt.» 

«Die bestehende PV-Anlage auf Bau 98 produzierte durchschnittlich 75’000 Kilowattstunden pro Jahr. Mit der neuen, erweiterten Anlage produzieren wir rund sechsmal mehr Strom.»

Benjamin Jaggi

Leiter Bauwesen TRISA AG

Planung und Umsetzung in weniger als vier Monaten 

Safety first: Schneefang, Absturzsicherung und ein offizieller Statiknachweis für die Unterkonstruktion sind obligatorisch.

Die Planung für das Projekt begann im Dezember 2022. Innerhalb einer Woche erstellte Daniel Graf eine erste Auslegung über die Anzahl der benötigten Module, Absturzsicherungen und Schneefänger. Für den Bau bedurfte es ausserdem spezieller Genehmigungen: Die aufgestellten Kräne durften den Start- und Landebetrieb des nahe gelegenen Flugplatzes nicht stören. 

Auch die Vorschriften für die Unterkonstruktion, also den Träger der Solarmodule, folgten einem strengen Sicherheitsprotokoll; die finale Konstruktion benötigte zusätzlich einen offiziellen Statiknachweis. Die Bauzeit betrug rund drei Monate. Parallel zum Rückbau der Anlage auf dem Dach von Werk 2 begann bereits die Installation der neuen Solaranlagen auf dem Dach von Werk 3. Inbetriebnahme der vier Anlagen war im Juli 2023, im August folgte noch die offizielle Beglaubigung. 

Teamwork

Bei der Entstehung der Anlage spannten zwei CKW-Geschäftsstellen zusammen: Die Solarabteilung von CKW Egerkingen übernahm die Planung und den Gleichstromanschluss. Der Wechselstromanschluss für die Unterverteilung kam von der Elektrogeschäftsstelle CKW Suhr. «Die Zusammenarbeit hat hervorragend geklappt, und wir sind sehr stolz auf dieses Bijou», freut sich CKW-Projektleiter Daniel Graf. Und auch die TRISA AG ist sehr zufrieden. «CKW hat ein faires und konkurrenzfähiges Angebot eingereicht. Die langjährige gute Zusammenarbeit hat sich zusätzlich auf den Entscheid ausgewirkt, und wir sind auf das Ergebnis sehr stolz», so Benjamin Jaggi von der TRISA AG. 

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