Digital in die Zukunft

Die Digitalisierung aus der Sicht von zentralschweizer Unternehmen

Viele Firmen sehen sich vor eine Herausforderung gestellt, denn die zunehmende Digitalisierung und Automatisierung bringt viele Veränderungen und Unsicherheiten mit sich. Drei Unternehmer erzählen von ihren Erfahrungen.

Erschienen: CENTRAL 2/18
 

Hieronymus «Rony» Bieri

Gerade die Kommunikationsbranche wandelt sich durch die Digitalisierung stark. Das beeinflusst auch unser Geschäftsmodell: Wir verbinden gedruckte und digitale Medienprodukte und Dienstleistungen immer stärker und reichern so den Kommunikationsmix unserer Kunden an. Ein Beispiel dafür ist der «Entlebucher Anzeiger», den wir seit 140 Jahren herausgeben. Als erste Zeitung in der Schweiz verwenden wir Augmented Reality (AR). Scannen die Leser mithilfe unserer EXTRA-App eines der markierten Bilder, beginnt die Zeitung mit Videos oder Bildergalerien zu «leben».

Um solche Projekte voranzutreiben, haben wir schon vor fünf Jahren die Stelle eines «Leiters Entwicklung» geschaffen. Abseits vom Tagesgeschäft hat er den Freiraum und den Fokus für Prozess- und Produktinnovationen. So sehen wir die Digitalisierung als Chance – und die Veränderung als einzige Konstante.

Veränderung ist die einzige Konstante.
Hieronymus «Rony» Bieri Geschäftsführer Entlebucher Medienhaus, Schüpfheim

Wer die Digitalisierung nicht als Chance wahrnimmt, muss damit rechnen, abgehängt zu werden. Denn je weiter sie fortschreitet, desto schwieriger wird es, auf den Zug aufzuspringen. Aber gerade für ein KMU, wie wir es sind, stellt die Digitalisierung eine grosse Herausforderung dar. Daher arbeiten wir mit externen Beratern zusammen. Diese zeigen uns auf, welche Möglichkeiten es gibt und welche für uns wirtschaftlich sinnvoll sind. In unserem neuen Kühlhaus in Inwil kommen denn auch robotisierte Regalbediengeräte im vollautomatischen Tiefkühl-Hochregallager zum Einsatz.

Da solche Veränderungen auch Unsicherheiten mit sich bringen, beziehen wir unsere Mitarbeitenden stets mit ein. Dabei tauchen durchaus auch kritische Bemerkungen auf. Aber zu sehen, wie sie ihre Ideen und Erfahrungen einbringen, freut mich und bringt uns weiter.

Pius Eiholzer
Für ein KMU ist die Digitalisierung eine Herausforderung.
Pius Eiholzer Geschäftsführer Blättler Transport und Kühllogistik AG, Littau
Philipp Bannwart

Als ich vor zehn Jahren damit begann, meinen Landwirtschaftsbetrieb zu automatisieren, war ich einer der Ersten. Heute finden sich ja in einigen grösseren Ställen Melkroboter oder automatische Fütterungssysteme, die auf die Bedürfnisse der Tiere abgestimmt sind. Durch diese Anlagen konnte ich damals einerseits den Personalaufwand erheblich reduzieren. Fachkräfte in der Landwirtschaft sind nicht nur teuer, sondern auch schwierig zu finden.

Andererseits entstanden neue Kosten, mussten die Anlagen doch von Fachleuten unterhalten und gewartet werden. Dennoch hat sich die Investition für mich wirtschaftlich ausgezahlt. Sie brachte mir mehr Flexibilität bei der Arbeit und damit auch Lebensqualität. Und sie dient auch dem Tierwohl: Die Kühe können beispielsweise bis zu vier Mal täglich Milch geben anstatt nur zwei Mal.

Die Digitalisierung brachte mir mehr Flexibilität und Lebensqualität.
Philipp Bannwart Landwirt, Emmenbrücke
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