Feiern für ein besseres «Wir»

Jubiläum feiern oder nicht?

Wird eine Leistung anerkannt, ist man zufriedener – und trägt so wesentlich zum Unternehmenserfolg bei. Professor Achim Elfering erklärt, weshalb es dazu mehr als lobende Worte braucht. 

Interview: Isabelle Frühwirt | Bilder: Conrad von Schubert | Erschienen: Central 2/2019

Eine schöne Ansprache und ein Fest zum Jubiläum des Unternehmens – reicht das aus, um den Mitarbeitenden seine Wertschätzung zu zeigen?

Ein solcher Anlass kann eine Gelegenheit sein, um nachzuholen, was im Alltag unterging. Denn anders als Kritik kann man Anerkennung auch verspätet noch authentisch zum Ausdruck bringen. Das ist wichtig, denn Wertschätzung ist unser Treibstoff. Daher gilt es zu betonen, was die Mitarbeitenden über ihr Pflichtenheft hinaus geleistet haben – dieses Engagement trägt massgeblich zum Unternehmenserfolg bei. 

Wie kann ein Vorgesetzter seinen Mitarbeitenden auch  im Alltag Wertschätzung entgegenbringen?

Er sollte die Bedürfnisse, die Aufgaben und den Verantwortungsbereich seines Mitarbeiters kennen und darauf eingehen. Zentral ist der Aufbau eines Vertrauens verhältnisses und wie man intern mit Misserfolgen und Fehlern umgeht.

Inwiefern?

Ist dem Mitarbeiter ein Fehler unterlaufen, sollte ihm die Führungsperson dennoch zeigen, dass er wichtig ist für das Unternehmen. Vorausgesetzt, der Mitarbeiter hat im Sinne der Organisation gehandelt. Manchmal ist es wie im Fussball: Die Mannschaft hat sich an die Vorgaben des Trainers gehalten, ihr Bestes getan und trotzdem 0:1 verloren. Wertschätzung hilft, aus Fehlern zu lernen. Fehlt sie, führt das eher zu einer Vertuschung von Fehlern.

Welchen Einfluss hat Wertschätzung auf die Loyalität der Mitarbeitenden?

Loyalität entsteht vor allem dadurch, dass wir ein gemeinsames Ziel verfolgen, entsprechend handeln und in schwierigen Situationen bestehen. Wir identifizieren uns generell stark mit  der Arbeit, verbringen wir doch einen Drittel unseres Tages  damit. Zugehörigkeit und Identifikation können durch eine gemeinsame Geschichte gestärkt werden. Daher sind meist auch die älteren Arbeitnehmer zufriedener: Sie sind als wichtige Teammitglieder anerkannt und haben entsprechende Kompetenzen.

  • Prof. Dr. Achim Elfering

    Er unterrichtet Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Bern. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich Arbeitszufriedenheit und -sicherheit sowie Arbeit und Gesundheit. 

Jubiläen aus der Sicht von drei Firmen

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