Der Fehlerstrom-Schutzschalter

CKW-Stromwissen

Eine normale Sicherung schützt in erster Linie das Haus, doch was schützt uns vor Stromschlägen? Und wie funktioniert das genau? Wir schauen uns das genauer an.   

Text: Thomas Matter | Video: Blue Yeti Studios | Erschienen: August 2020

 

Normalerweise fliesst der Strom über einen Draht in einem isolierenden Kabel. Der Strom kann nur von der Steckdose über das Kabel zum Gerät und wieder zurück fliessen. Hat jedoch zum Beispiel das Kabel einen Riss und legt es einen stromführenden Draht frei, kann über diese Stelle Strom in die Erde fliessen – man spricht von einem Fehlerstrom. Schon ein kleines bisschen freier Draht genügt. 

Immer Richtung Erde 

Elektrischer Strom strebt immer den kürzesten Weg des geringsten Widerstands Richtung Erde an. Wird ein Mensch zum «leitenden Material», über das der Strom in die Erde fliesst, ist das lebensgefährlich.

«FI» ist die Abkürzung für Fehlerstrom: «F» steht für Fehler, und «I» ist das Formelzeichen für Ampere, die Stromstärke. 

Um uns vor einem Fehlerstrom zu schützen, wird in den Häusern ein FI-Schutzschalter installiert. Im Gegensatz zur normalen Sicherung schützt dieser in erster Linie uns Menschen. Bei einer richtig installierten Steckdose zieht das Elektrogerät über das rechte Steckdosenloch den Strom aus der Steckdose. Das ist der Aussenleiter, auch Phase genannt. Der Strom fliesst ins Gerät, treibt es an und fliesst über das linke Loch, den Null- oder Neutralleiter, wieder zurück in die Steckdose.

Der FI-Schutzschalter schützt Leben

Der FI-Schutzschalter misst, ob immer gleich viel Strom in die Steckdose zurückkommt, wie vom Gerät «rausgezogen» wurde. Fliesst Strom zum Beispiel durch ein defektes Kabel in die Erde ab, entsteht zwischen den zwei Polen der Steckdose eine Differenz, der FI löst sofort aus und unterbricht den Stromkreis. Dies geschieht nicht erst bei 10 oder 13 Ampere wie bei einer normalen Sicherung, sondern bereits bei 30 Milliampere. 30 Milliampere zu spüren, ist zwar unangenehm, aber nicht gefährlich.

Heute sind die meisten Räume mit FI-Schutzschaltern ausgerüstet – Ausnahmen bilden spezielle oder nicht zugängliche Steckdosen.

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