Effizient Sanieren

Welche Massnahmen lohnen sich?

Welche Massnahmen zahlen sich bei einer Sanierung aus? Wir haben den Energieexperten Martin Müller von der HKG Engineering AG in Rotkreuz und Vertreter der Wirtschaft nach ihren Erfahrungen gefragt. 

Erschien: Central 1/20 

 

Lohnt sich eine Photovoltaikanlage? Oder die Sanierung der Gebäudehülle? Energieexperte Martin Müller von der HKG Engineering AG in Rotkreuz weiss, welche Massnahmen sich fast immer auszahlen und von welchen Fördermitteln Unternehmen profitieren können. 

Es gibt eine Vielzahl von Optimierungsmöglichkeiten. Welche lohnen sich bei den meisten Schweizer Unternehmen? 

Meist sind dies Einstellungen an Heiz- oder Kühlsystemen. Mit vergleichsweise geringem Aufwand kann man dabei grosse Einsparungen erzielen. Auch eine genauere Betrachtung der Prozesse lohnt sich oft: Da die technischen Einrichtungen häufig auf die Kernaufgabe ausgerichtet sind, zahlt sich ein differenzierter Blick auf energetische Verbesserungspotenziale schnell aus. So kann es beispielsweise sein, dass eine Kältemaschine über einen Rückkühler die Wärme vernichtet, die in einem anderen Raum als Heizungsunterstützung genutzt werden könnte.

 

Was sind Stolperfallen für die Umsetzung? 

Die kurzfristige Betrachtung steht vielen im Weg. Wir sind uns aus der Wirtschaft schnelle Payback-Zeiten gewohnt. Gebäude haben aber eine sehr lange Lebensdauer, deshalb sollte man Investitionen in deren Optimierung längerfristig betrachten.

 

Wie viel Geld können Unternehmen durch Sanierungen sparen? 

Das kann von einigen tausend Franken bis zu einem sechsstelligen Betrag alles sein. Zudem sollte man die sogenannten Multiple Benefits berücksichtigen: Diese kann man oft nicht finanziell messen, bringen aber dennoch einen Nutzen. So haben wir beispielsweise kürzlich in einer Industriehalle bei den Anlieferungstoren Türluftschleier angebracht. Zusätzlich zu den energetischen Einsparungen sind die Mitarbeitenden dadurch weniger der Zugluft ausgesetzt.

 

Was gilt es sonst noch zu beachten? 

Auf jeden Fall lohnt es sich, Fördermittel zu prüfen. Im Kanton Luzern gibt es viele Förderprogramme, beispielsweise für Gebäudehüllesanierungen, Wärmepumpen oder Holzfeuerungen. Der Bund unterstützt zudem die Produktion erneuerbarer Energien, etwa über Einmalvergütungen beim Bau von Photovoltaikanlagen.

  • Unser Experte – Martin Müller

    Urs Meyer Mitglied der Geschäftsleitung CKW

    Martin Müller arbeitet bei der HKG Engineering AG. Das Unternehmen ist ein schweizweiter Anbieter von Dienstleistungen in den Bereichen Elektroengineering, Gebäudetechnik und Energieberatung. Müller ist als Energieexperte tätig. Dabei beschäftigt er sich vor allem mit Gebäudeoptimierungen. Er ist zudem Ansprechperson für Elektromobilität und Energieeffizienz.

Meinungen aus der Wirtschaft

Ein Umbau oder eine Sanierung kommen ein Unternehmen oft teuer zu stehen. Doch die Investitionen lohnen sich – ökologisch und finanziell. Für welche Neuerungen entscheiden sich Unternehmen häufig?

Donato Andrianello – Projektleiter Bau, Gemeinde Hünenberg

Donato Andrianello – Projektleiter Bau, Gemeinde Hünenberg

Die Heizzentrale in einem unserer Gebäude war in die Jahre gekommen und nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Technik. Deren Sanierung brachte für uns viele Vorteile mit sich: Einerseits konnte das neue Leitsystem in das bestehende eingebunden werden. So muss niemand mehr vor Ort sein und prüfen, ob die Heizung funktioniert und die Temperatur stimmt. Das können wir nun zentral regeln. Weil wir mehrere Gebäude verwalten, erleichtert dies die Arbeit. Andererseits haben wir auch gleich die Pumpen ausgetauscht. Die neuen arbeiten effizienter und benötigen weniger Energie. Dadurch werden wir künftig Geld sparen. Eine Herausforderung war, auf Unerwartetes zu reagieren: Nicht alle Änderungen, die während all der Jahre an der alten Heizung vorgenommen wurden, hat man auf den Plänen vermerkt. Deshalb stiessen wir auf einige Überraschungen, auf die wir aber dank einer agilen Planung gut reagieren konnten. www.zg.ch/huenenberg

Enzo Pavese – Betriebsleiter Pavese AG

Enzo Pavese – Betriebsleiter Pavese AG, Präzisionsmechanik, Schenkon

Vor einigen Jahren haben wir Unsere Druckluftkompressoren erneuert. Die Installation der neuen Geräte benötigte Platz – deshalb mussten wir alles gut planen, damit der laufende Betrieb nicht gestört wurde. Vor zwei Jahren haben wir diese Kompressoren dann über ein Wärmerückgewinnungsmodul ans Heizsystem angeschlossen. Zudem haben wir kürzlich die Beleuchtung in den Produktionshallen erneuert. Wir wollen nicht nur unseren operativen Betrieb optimieren, sondern das gesamte Unternehmen. Alle diese Massnahmen steigern denn auch die Energieeffizienz. Und gleichzeitig sparen wir Geld: Kompressoren und Wärmerückgewinnung sind in rund acht Jahren amortisiert. Ab dann sparen wir jährlich über 6ʼ000 Franken. Für die neuen Lichtinstallationen erhielten wir einen Förderbeitrag von knapp 9ʼ000 Franken vom Kanton. Diese Erneuerung ist in rund sechs Jahren amortisiert, und wir sparen dann jährlich etwa 5‘000 Franken. www.pavese.ch

Edi Meier – Leiter Technik, Klinik Adelheid AG

Edi Meier – Leiter Technik, Klinik Adelheid AG 

Vor etwa drei Jahren begannen bei uns die grossen Bauarbeiten: Der Bettentrakt wurde um eine Etage erweitert, das Therapiebad vergrössert, und die Steuerungssysteme wurden saniert. Im Zuge dieser Arbeiten erneuerten wir die Lüftungs- und Heizungssteuerung und installierten neue Steuerschränke. Das war notwendig, denn die bisherigen Systeme waren über zwanzig Jahre alt und am Ende ihrer Lebenszeit. Dass wir gleichzeitig das Gebäude aufstockten, war zwar Zufall, passte aber gut. Denn nun ist die gesamte Technik auf dem gleichen Stand – das vereinfacht die Bedienung. Es war eine Herausforderung, die Arbeiten während des laufenden Betriebs umzusetzen. Eine gute Planung war daher sehr wichtig. Die neuen Systeme arbeiten effizienter und ergänzen sich gut. Es ist wichtig, dass Gebäude nach innen und aussen auf dem neusten Stand der Technik sind und alles reibungslos funktioniert – besonders im Gesundheitswesen, wenn Patienten davon abhängig sind. www.klinik-adelheid.ch

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