Energiewirtschaft: Mehr Frauen!

Wie sich CKW für mehr Frauen in Führungspositionen einsetzt

Die Energiebranche wird weiblicher. Das zeigen nicht nur Statistiken, sondern auch Einschätzungen von HR­ Verantwortlichen und Ausbildnern. Die Veränderung vollzieht sich nicht ohne Grund: Die Energiewirtschaft will es sich nicht länger leisten, auf Frauen zu verzichten.

Text: Michael Frischkopf, Illustrationen: Kornel Stadler, Erschien: Meine Energie 2/2020

 

Die Energiebranche ist eine klassische «Männerbranche». Draussen geht es bei den Netzelektrikern handfest zur Sache, drinnen planen, steuern und umsorgen Techniker und Ingenieure die Stromnetze, die Kraftwerke und den Strombedarf. Der Frauenanteil in Ingenieur- und Technikerberufen in der Schweiz liegt noch immer bei tiefen zehn Prozent. Daher überrascht es nicht, dass kaum Frauen in der Energiewelt zu finden sind. So weit das klassische Bild, das viele Aussenstehende von der Branche haben. Doch stimmt das heutzutage noch?

Beginnender Kulturwandel in der Energiewirtschaft

«Jein», meint Nadja Germann vom Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE). Als Weiterbildungsverantwortliche und Mitglied der Geschäftsleitung hat sie eine differenziertere Sicht. Seit der Teilliberalisierung des Marktes, seit Fukushima, seit der Energiestrategie 2050 – seit sich also Energieversorger nicht primär auf die Versorgungssicherheit konzentrieren, sondern auch Markt-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen und zunehmend regulatorische Aspekte das Geschäft bestimmen – hat ein Kulturwandel eingesetzt. «Um diese zusätzlichen Herausforderungen meistern zu können, sind andere Berufsfelder gefragt. Berufe, in denen mehr Frauen arbeiten», sagt Nadja Germann.

Illustration von Nadja Germann, Weiterbildungsverantwortliche beim VSE
Um die Herausforderung der Energiezukunft anzupacken, sind Berufe gefragt, in denen mehr Frauen arbeiten.
Nadja Germann, Weiterbildungsverantwortliche beim VSE

Das bedeutet: Willkommen Marketingspezialistinnen, Organisationsmanagerinnen, Juristinnen, Betriebswirtschafterinnen. Tatsächlich beobachtet Nadja Germann, dass in den Weiterbildungskursen des VSE vermehrt Frauen präsent sind. «In etlichen Kursen sitzen zwar immer noch 25 Männer und eine Frau im Schulungsraum. Aber es werden laufend mehr. Bei der nachrückenden Generation sind tendenziell mehr Frauen dabei.» Zahlen zur Geschlechterverteilung erhebt die Energiebranche allerdings nicht.

Qualifizierte Frauen gesucht

Das Nachrücken der Frauen beobachtet auch Guido Schilling. Er ist spezialisiert auf die Besetzung von Verwaltungsräten und Positionen im Topmanagement und publiziert seit über 15 Jahren den Schillingreport. Gemäss Guido Schilling sind Unternehmen zunehmend dafür sensibilisiert, dass Frauen ihrer Organisation guttäten. «Die meisten Unternehmen sind sich bewusst, dass sie ihre Herausforderungen mit einem differenzierten Blick besser meistern. Frauen beurteilen Themen zum Beispiel tendenziell risikobewusster.» Die Nachfrage nach Frauen wird noch durch einen weiteren Faktor angekurbelt: den Fachkräftemangel. «In Zukunft werden Unternehmen ihre Anstrengungen verstärken, Frauen für sich zu begeistern», so Guido Schilling.

Illustration von Guido Schilling, Managing Partner bei Guido Schilling AG
In Zukunft werden Unternehmen ihre Anstrengungen verstärken, Frauen für sich zu begeistern.»
Guido Schilling, Managing Partner bei Guido Schilling AG

Frauenförderung bei CKW

Exemplarisch für die Bestrebungen der ganzen Energiebranche, mehr Frauen einzustellen beziehungsweise Frauen intern vermehrt zu fördern, ist CKW. Gemäss Barbara Belser, Leiterin Human Resources und damit Mitglied des oberen Kaders, hat sich CKW bewusst ambitionierte Ziele gesetzt. «Wir wollen in den nächsten vier Jahren den Anteil von Frauen im mittleren Kader von 4 auf 10 Prozent erhöhen. Denjenigen im oberen Kader von 7 auf 13 Prozent.» 
Mit diesen Zielvorgaben orientiert sich CKW an Durchschnittszahlen der Schweizer Industriebranche. «Nur schon diese Ziele zu erreichen, ist sehr anspruchsvoll. Qualifizierte Frauen zu finden für die vakanten Stellen, ist schwierig», so Barbara Belser. 

Illustration einer Frau, die vor einer Treppe fast in ein Loch tritt.

Die Karriereleiter hochklettern – kein einfaches Unterfangen für Frauen in der Energiebranche.

Wie die Energiewirtschaft Frauen anzieht

Wie CKW geht es vielen Unternehmen der Energiewirtschaft. «Ich höre oft den Satz: ‹Bring mir eine Frau, ich stelle sie gerne ein, wenn sie zur Stelle passt›», sagt Nadja Germann vom VSE. Die Krux sei halt auch, dass «Unternehmen, die in ihrer Kommunikation nur Männer und keine Frauen zeigen, auf Frauen weniger attraktiv wirken». Diese Kausalkette gelte es zu durchbrechen. Eine vielfältig zusammengestellte Belegschaft macht ein Unternehmen generell zu einem spannenderen Arbeitgeber – für Männer wie Frauen. Dies ist auch Barbara Belser bewusst. CKW werde darum in Arbeitgeberkampagnen künftig vermehrt auch Frauenprofile zeigen.

Illustration von Barbara Belser, Leiterin Human Resources bei CKW
Wir wollen in den nächsten vier Jahren den Anteil von Frauen im mittleren Kader von 4 auf 10 Prozent erhöhen, denjenigen im oberen Kader von 7 auf 13 Prozent.
Barbara Belser, Leiterin Human Resources bei CKW

Förderung durch Flexibilität

CKW setzt zudem auf interne Förderung. «Talente – und speziell auch Frauen – intern nachzuziehen, ist sehr wertvoll, weil sie das Unternehmen bereits gut kennen. Wir tun dies seit etlichen Jahren systematisch.» Ein besonders wichtiger Faktor, um bei Frauen zu punkten, ist Flexibilität. CKW bietet den Mitarbeitenden darum Jahreszeitmodelle, Teilzeitarbeit auch in Führungsfunktionen, Homeoffice, unbezahlten Urlaub sowie die Möglichkeit, Ferien einzukaufen. Und die Kinderkrippe befindet sich nur wenige Meter vom Hauptstandort entfernt. Barbara Belser übrigens hat in die Energiewirtschaft gewechselt, «weil die Branche im Umbruch ist und ich hier eine gestaltende Rolle einnehmen kann». Einen ähnlichen Grund nennt auch Nadja Germann. «Ohne die anstehende Marktliberalisierung wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin», sagt die Weiterbildungsexpertin. «Es stehen entscheidende Themen auf der Agenda. Und das reizt Männer und Frauen genauso.» 

Die Energiewirtschaft ist komplex – deshalb macht CKW ihren Mitarbeitenden den Arbeitsalltag einfach. Mit einem modernen Umfeld, guten Sozialversicherungen, flexiblen Arbeitszeiten und einer eigenen Kinderkrippe schaffen wir ein Umfeld voll positiver Energie. 


Erfahren Sie mehr über die Arbeit bei CKW.

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