Klimafreundlicher Strom aus dem Entlebuch

Waldemme kann Energie für 1'500 Haushalte liefern

CKW treibt die Planung für ein Wasserkraftwerk an der Waldemme mit Hochdruck voran. Das Projekt soll auch einen Beitrag leisten, damit der Kanton seine ehrgeizigen Energie- und Klimaziele erreichen kann. 

Text: Simon Schärer | Erschien: September 2020

 

Die Schweiz verfolgt ein äusserst ehrgeiziges Ziel: Bis 2050 sollen die CO2-Emissionen auf Netto Null sinken. Auch der Kanton Luzern hat den gleichen Weg eingeschlagen und arbeitet mit Hochdruck an einem umfassenden Planungsbericht Klima und Energie (lesen Sie dazu mehr in unserem Interview mit dem kantonalen Klimaexperten Jürgen Ragaller).  

Der Ausbau erneuerbarer Energien spielt dabei auf nationaler wie auch kantonaler Ebene eine zentrale Rolle. Denn der Umstieg auf Elektromobilität und der Ersatz von Öl- und Gasheizungen durch Wärmepumpen wird den Stromverbrauch weiter vergrössern.  

Grosse Investitionen in der Zentralschweiz

Als grösste Produzentin von erneuerbaren Energien in der Zentralschweiz treibt CKW diesen Ausbau seit Jahren voran. Nach der erfolgreichen Realisierung von mehreren Wasserkraftwerken durch die CKW-Gruppe im Kanton Uri, soll es nun auch in Luzern vorwärtsgehen. Konkret soll ab 2023 aus der Kraft der Waldemme im Entlebuch ökologischer, CO2-freier Strom produziert werden. «Damit leisten wir unseren Beitrag ans Ziel des Kantons, den Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtverbrauch bis 2030 auf 30 Prozent zu verdoppeln», sagt CKW-CEO Martin Schwab.

CKW verfolgt dieses Wasserkraftwerkprojekt bereits seit längerem. Im ursprünglichen Projekt sollte beim Weiler Matzenbach in Flühli ein Teil des Wassers der Waldemme entnommen und im Gebiet Chlusbode in Schüpfheim turbiniert und der Waldemme zurückgegeben werden. Während das Projekt von der Entlebucher Bevölkerung, der UNESCO-Biosphäre und von den betroffenen Gemeinden unterstützt wurde, hatten mehrere Umweltverbände dagegen Beschwerde erhoben, da die Lammschlucht betroffen gewesen wäre.

«Wir haben deshalb nach Lösungen gesucht und eine neue Projektvariante ausgearbeitet, die die Anliegen der Umweltverbände stärker berücksichtigt», erklärt CKW-Projektleiter Jost Bucher. Analog zum ursprünglichen Projekt bleibt die Wasserfassung in Flühli. Ab diesem Standort wird ein Teil des Wassers der Waldemme in einer 2,1 Kilometer langen Druckleitung zur Kraftwerkszentrale geführt, wo Strom produziert wird. Die Zentrale soll neu direkt vor der Lammschlucht bei der neuen Chrutacherbrücke zu stehen kommen. Unmittelbar danach und somit noch vor Beginn der Lammschlucht wird das Wasser wieder dem natürlichen Lauf der Waldemme zugeführt. «Somit bleibt die Lammschlucht unberührt», erklärt Bucher.

Übersichtsgrafik zum Projekt Waldemme

Mit dem neuen Projekt wird das Wasser noch vor der Lammschlucht turbiniert und ins Gewässer zurückgeleitet. Somit bleibt die Schlucht unberührt.

Wirtschaftliches und mehrheitsfähiges Projekt

Das neu projektierte Kraftwerk produziert gut 6,5 Gigawattstunden Strom, was den Jahresverbrauch von rund 1'500 durchschnittlichen Vierpersonen-Haushalten deckt. «Mit dieser neuen Variante sind wir überzeugt, ein mehrheitsfähiges, wirtschaftliches Projekt erarbeitet zu haben, welches auch die Einwände der Umweltverbände genügend berücksichtigt», sagt Markus Dietrich, Leiter Produktion bei CKW. 

Wichtiges Projekt für die Region

CKW rechnet mit einer Investitionssumme von rund 13 Millionen Franken. «Damit leisten wir einen Beitrag für eine sichere und nachhaltige Energieversorgung und sorgen für Aufträge für die Luzerner Wirtschaft», sagt CKW-CEO Martin Schwab. Ein massgeblicher Teil des Auftragsvolumens wird im Kanton Luzern bleiben.  

Gemeinsam mit der UNESCO Biosphäre Entlebuch (UBE) wird aktuell ein Beteiligungsmodell für die lokale Bevölkerung auf Basis einer Energiegenossenschaft geprüft. Denn auch das Entlebuch verfolgt ambitionierte energiepolitische Ziele. «Wir wollen künftig den gesamten Strombedarf im Gebiet der Biosphäre Entlebuch regional und erneuerbar erzeugen. Das Kraftwerk Waldemme ist ein wichtiger Baustein auf diesem Weg», sagt UBE-Vizedirektor Christian Ineichen.  

Wie geht es nun weiter?

Aktuell ist CKW daran, das Konzessions- und Baugesuch auszuarbeiten und steht dabei im regelmässigen Dialog mit den Umweltverbänden und den kantonalen Stellen. Das Gesuch soll Ende Jahr beim Kanton Luzern eingereicht werden. Nach dem rechtskräftigen Entscheid durch den Luzerner Regierungsrat wird für die Realisierung des Kraftwerks mit einer Bauzeit von gut einem Jahr gerechnet. Ab dem Frühling 2023 soll dann sauberer Waldemme-Strom aus den Steckdosen fliessen. 

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