Netzelektriker-Wanderjahr

Rollentausch während sechs Monaten

CKW, EWA, EWS und SEM decken ihren Bedarf an Netzelektrikern in der Regel mit eigenen Lehrabgängern ab. Um ihnen zu ermöglichen, eine breitere Berufserfahrung sowie vertiefte Fach-, Methoden- und Sozialkompetenz zu erlangen, bieten wir ihnen ein Wanderjahr innerhalb der CKW-Gruppe an. Dabei tauschen zwei Mitarbeitende ihre Arbeitsplätze für eine befristete Zeit – Rückkehrgarantie inklusive.

Text: Monika von Moos | Interview: Sonja Wenger | Bilder: CKW und Andreas Häfliger | Erschien: Dezember 2020

 

Per 1. März 2020 wurde dieses Projekt erstmals Realität: Andreas Häfliger, 31, und André Herger, 23, tauschten für ein halbes Jahr ihre Arbeitsplätze. Covid-19 hat leider auch dieses Wanderjahr etwas getrübt. Vieles konnte nicht wie geplant umgesetzt werden, gewisse Arbeiten wurden zurückgestellt. Nach ihrer Rückkehr an ihren angestammten Arbeitsplatz sind uns Andreas Häfliger und André Herger Rede und Antwort gestanden:

Andreas Häfliger, Leitender Monteur Netzservices CKW

Andreas Häfliger, Leitender Monteur Netzservices CKW 

André Herger, Teamleiter Netz EWA

André Herger, Teamleiter Netz EWA 

Warum hast du dich für ein Wanderjahr entschieden?

Andreas Häfliger: Ich bin offen, neugierig auf anderes und arbeite gerne an verschiedenen Orten. Auch die Möglichkeit, an den angestammten Arbeitsplatz zurückzukehren, ist ein Geschenk. Wenn man einmal vom Gewohnten weg ist, lernt man wieder schätzen, was man hat. Dabei sieht man aber auch Möglichkeiten, das Gewohnte zu verändern. Ausserdem liebe ich Abwechslungen.

André Herger: Ich hatte die Weiterbildung zum Netzfachmann gemacht und konnte diesen Austausch daher gut integrieren – nicht zuletzt auch im Hinblick auf mögliche Aufstiegschancen.

 

Inwiefern hast du deine Berufserfahrung während des Wanderjahres erweitert?

Andreas Häfliger: Für die gleichen Arbeiten konnte ich mir nun ein Methodenrepertoir aneignen. Ich weiss, dass es eine andere Option gibt für die gleiche Arbeit. Das Gelände im EWA-Gebiet ist schon speziell, beispielsweise wegen des Einsatzes von Helikoptern. Deshalb sind zum Teil andere Arbeitsmethoden noch in Gebrauch, welche wir bei uns eher selten anwenden. Aufgrund der Topografie war auch mehr Handarbeit gefragt.

André Herger: Ich konnte vieles von meiner Weiterbildung einbringen. Im Freileitungsbau hat EWA mehr Erfahrung als CKW, was aufgrund des Geländes keine Überraschung ist. So konnte ich einige Aspekte aus meiner Sicht und Erfahrung einbringen.

 

Was war speziell?

Andreas Häfliger: Der längere Arbeitsweg war anstrengend. Zudem musste ich zuerst zeigen, was ich kann, und mich bewähren. Es war ein anderes Einbringen als im gewohnten Umfeld.

André Herger: Ich konnte viel vom grossen Fachwissen der Kollegen profitieren. Auch ist der Fahrzeugpark breiter aufgestellt. Der längere Arbeitsweg war auch bei mir ein Thema.

Was nimmst du aus dieser Zeit mit? Was möchtest du in deinem aktuellen Umfeld umsetzen?

Andreas Häfliger: Die Erfahrung, mit anderen Teams zusammenzuarbeiten, ist sehr wertvoll und motivierend.

André Herger: Es war eine gute Erfahrung, die zeigte, dass man auch anders arbeiten kann. Der persönliche Umgang mit anderen Kollegen und zu sehen, wie andere Teams funktionieren, ist bereichernd.

 

Was würdest du im Zusammenhang mit dem Wanderjahr anders machen?

Andreas Häfliger: Sechs Monate waren für mich okay – ich wäre lieber länger geblieben. Dann hätte ich auch von der Jahreszeit her mehr erlebt und es wäre spannend gewesen zu sehen, wie in Extremsituationen gearbeitet wird.

André Herger: Für mich hat es so gestimmt.

 

Kannst du deinen Kollegen ein Wanderjahr grundsätzlich empfehlen?

Andreas Häfliger: Ich kann das Wanderjahr mit bestem Gewissen empfehlen. Es tut jedem gut und ist für einen wie ein Test. Für Lernende nach dem Qualifikationsverfahren und vor dem Militär wäre ein Wanderjahr ideal. Auf jeden Fall bin ich überzeugt davon, dass eine freiwillige Teilnahme motivierender und erfolgversprechender ist als ein Pflichtwanderjahr.

André Herger: Es ist eine gute Sache. Ich konnte viel lernen und kann den Austausch nur empfehlen. Evtl. wäre aber etwas Berufserfahrung nach dem Lehrabschluss besser. Zudem muss man sich bewusst sein, dass der Arbeitsweg viel länger wird.

 

Was nimmst du sonst noch mit aus den sechs Monaten Austausch?

Andreas Häfliger: Ich werde versuchen, die neuen Kontakte aufrechtzuerhalten. Mein Netzwerk ist gewachsen, Referenzen und Anlaufstellen kamen hinzu. Unter diesen Aspekten könnten in Zukunft Kollegen noch besser untereinander ausgetauscht werden.

André Herger: Auch ich will auf jeden Fall den Kontakt mit den Teams behalten. Ausserdem habe ich mich mit Andy mal zum Grillieren getroffen, das war wirklich cool.

Andreas Häfliger wie auch André Herger kehren mit vielen positiven Eindrücken und Erfahrungen wieder an ihren ursprünglichen Arbeitsplatz zurück – beide darin bestärkt, den richtigen Beruf gelernt zu haben.

Hier findest du mehr Infos zum Beruf Netzelektriker.

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