Rückenwind für Windkraft

Positive Signale für die Projekte am Lindenberg

Wer die Windkraft in der Schweiz ausbauen will, braucht vor allem eines: viel Geduld. Doch jetzt gibt es positive Signale rund um die Projekte am Lindenberg zwischen Luzern und Aargau.

Text: Simon Schärer | Erschien: Dezember 2020

 

Verfahren für Windkraftwerke in der Schweiz dauern sehr lange und der Ausbau kommt bislang nur sehr langsam voran. Seit 2016 plant CKW gemeinsam mit dem Aargauer Energieversorger AEW Energie AG und den Genfer Stadtwerken SIG den Windpark Lindenberg in der Gemeinde Beinwil am See (AG). Die vier Turbinen sollen dereinst 33,8 Gigawattstunden Strom produzieren – genug um 7500 durchschnittliche Vier-Personen-Haushalte mit regionalem erneuerbarem Strom zu versorgen. Ein weiteres Windrad wird von Landwirten auf Luzerner Seite des Lindenbergs in Hitzkirch geplant.

Solche Projekte sind nötig, um die ehrgeizigen Energiepläne der Schweiz zu erreichen. Denn im Rahmen der Energiestrategie 2050 plant der Bund auch einen massgeblichen Anteil Windstrom ein, um die Kernkraftwerke zu ersetzen und den steigenden Stromverbrauch zu decken. In den jüngsten Energieperspektiven rechnet der Bund für 2050 mit mindestens 4 Terawattstunden Windenergie. Zum Vergleich: Aktuell liefern die gut 40 Windenergieanlagen der Schweiz rund 0,165 Terawattstunden Strom und damit noch nicht einmal fünf Prozent des angestrebten Ausbauziels.

Klares Volks-Nein zu Verbots-Initiative 

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Ein positives Signal kam Ende November aus Hitzkirch. Lokale Windkraftgegner wollten mit einer Initiative den Bau von Windkraftanlagen in den Ortsteilen Müswangen, Hämikon und Sulz komplett verbieten. Solchen Planungs- und Denkverboten erteilten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der Gemeinde Hitzkirch eine Absage. Mit 60 Prozent wurde die Initiative an der Urne abgelehnt.

«Das Resultat ist ein schönes Zeichen für die erneuerbare Energie und ganz speziell für die Windenergie. Das stimmt uns optimistisch für die weiteren Arbeiten für den Windpark Lindenberg», sagt Franco Castelanelli, der als Projektleiter neue Energien bei CKW das Windpark-Projekt Lindenberg betreut.

Öffentliche Mitwirkung abgeschlossen

Die Arbeiten laufen aktuell mit Hochdruck. Mitte November ging die öffentliche Mitwirkung in der Gemeinde Beinwil am See zu Ende. Nun werden die 170 verschiedene Stellungnahmen bearbeitet, die bei der Gemeinde eingingen. Parallel dazu liegt das Windparkprojekt samt dem Umweltverträglichkeitsbericht aktuell beim Kanton Aargau zur ersten Vorprüfung. Die Rückmeldungen des Kantons fliessen dann zusammen mit den Ergebnissen aus der öffentlichen Mitwirkung in den zweiten Bericht an den Kanton. Nach der zweiten kantonalen Vorprüfung ist der Weg dann frei für den Entscheid zur Umzonung und zum Baugesuch. Diesen fällen die Stimmberechtigten in Beinwil voraussichtlich 2022.

Wind-Strom ab 2024

Bis zur Inbetriebnahme des Windparks Lindenberg wird es nach einem positiven Entscheid rund zwei Jahre dauern. CKW-Projektleiter Franco Castelanelli ist zuversichtlich, dass die Windräder ab 2024 Strom produzieren werden. «Wir haben die verschiedenen Interessengruppen und die Bevölkerung seit dem Projektbeginn mit einer Begleitgruppe eingebunden und stets offen und transparent informiert. Ich bin überzeugt, dass sich dies auszahlen wird.»

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