Klartext

Was treibt die E-Mobilität an?

Was treibt die E-Mobilität wirklich an? Innovationsgeist? Elon Musk? Gehört dieser Technologie tatsächlich die Zukunft? Und was ist eigentlich mit dem Wasserstoffantrieb? Offene Worte unseres Experten. 

Text: Andreas Turner, Foto: Conrad Von Schubert, Erschien: Meine Energie 1/20

 

Herr Beckmann, seit Anfang des Jahres gilt für neu verkaufte Personenwagen ein durchschnittlicher Zielwert von 95 Gramm CO2 pro Kilometer. Sehen wir bald mehr Elektroautos auf unseren Strassen? 

Die gesetzlichen CO2-Emissionsvorschriften sind entscheidend, um den industriellen Wandel herbeizuführen. Die Autobranche muss ihr Geschäftsmodell überdenken, wenn sie nicht untergehen will. Nicht Greta Thunberg oder Elon Musk, nicht der Innovationsgeist sind für das Umdenken entscheidend, sondern die Emissionsvorschriften. 

Jörg Beckmann (53), promovierter Verkehrssoziologe

Jörg Beckmann (53), promovierter Verkehrssoziologe, ist seit 2008 Direktor der Mobilitätsakademie des TCS und seit 2012 Geschäftsführer des Verbandes Swiss eMobility. 

Elektrisches Fahren beruhigt, man fährt automatisch vorausschauender. Nur angenehme Überraschungen für den Neu-E-Lenker? 

Ja, im Elektroauto unterwegs zu sein, ist tatsächlich eine Art Wellnesskur im Verkehr. Mit der kleinen Einschränkung vielleicht, dass ich im antrittsstarken BMW i3 meinem hochmotorisierten Fossilnachbarn an der Ampel doch gerne mal den nicht vorhandenen Auspuff zeige. (Lacht.) 

Mit dem batterieelektrischen Antrieb haben wir eine Technologie an der Hand, die vollkommen konkurrenzfähig ist.
Jörg Beckmann

Ist die Elektromobilität mehr als nur eine alternative, zukunftstaugliche Technologie? 
Absolut, dieser Aspekt ist mir am wichtigsten. Wir erleben einen umfassenden Wandel im Verkehrssektor. Die ganze Industrie, an der Millionen Arbeitsplätze hängen, verändert sich. Es entsteht ein neues Feld für die Politik. Die beiden grossen Ziele Energiewende und Verkehrswende werden viel besser verzahnt. Nehmen Sie nur die Citylogistik und den Lieferverkehr, etwa mit seinen E-Lastenvelos. Das wäre mit Verbrennungsmotoren künftig gar nicht mehr zu bewältigen. 

 

Zum Schluss noch ein Wort zur Wasserstoffmobilität. Hat sie eine Zukunft? 

Wie aggressiv soll ich das jetzt ausdrücken? Das Wasserstoffauto braucht kein Mensch! Zumindest nicht im Personenverkehr der nächsten Jahre und Jahrzehnte. Mit dem batterieelektrischen Antrieb haben wir eine Technologie an der Hand, die vollkommen konkurrenzfähig ist. Verstehen Sie mich nicht falsch: Mit überschüssigem Ökostrom hergestellt, ist Wasserstoff ein fantastischer Energiespeicher. Wasserstoff für eine Brennstoffzelle im Personenwagen ist absoluter Humbug. 

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