Herkunftsnachweise einfach erklärt

Energie mit Geburtsurkunde

Ein Zertifikat bescheinigt, welche Kraftwerke wie viel Energie produzieren. Erjon Muslija von CKW erklärt, wie diese sogenannten Herkunftsnachweise funktionieren und wieso Strom nicht gleich Strom ist.

Text: Tamara Tiefenauer | Erschien: Meine Energie 4/2020 | Bilder: Philipp Schmidli

 

Schalter drücken, Licht brennt – und das immer gleich hell, egal ob Wasser-, Sonnen- oder Atomstrom durch die Leitung fliesst. Denn physikalisch betrachtet ist elektrische Energie immer gleich. Dennoch ist Strom nicht gleich Strom. Das zeigt sich bei den verschiedenen Produkten, die CKW anbietet: CKW ClassicStrom besteht beispielsweise aus Wasserkraft, CKW MeinRegioStrom aus regionaler Sonnenenergie.  

Der Herkunftsnachweis (HKN)

Damit jeder Kunde den gewünschten Strom erhält, wird zunächst für jede produzierte Kilowattstunde ein Herkunftsnachweis (HKN) erstellt. «Diesen liefert uns die Zertifizierungsstelle Pronovo von unseren Kraftwerken bei der Produktion automatisch», erklärt Erjon Muslija, Portfoliomanager bei CKW. Darauf sind Menge und Energieträger jeder Kilowattstunde vermerkt. «Die HKN verpassen dem Strom damit ein unverkennbares Merkmal, ähnlich einem Fingerabdruck.»

Erjon Muslija ist Portfoliomanager bei CKW

 Erjon Muslija, Portfoliomanager bei CKW

Solarstrom im Winter dank HKN

Der Nutzen zeigt sich beim Bezug: Im Sommer wird beispielsweise mehr Sonnenenergie produziert als bestellt – ihre HKN häufen sich. Im Winter hingegen mangelt es an Solarstrom. Dann zückt CKW die vorrätigen Herkunftsnachweise des Sommers und entwertet diese. Erjon Muslija: «Die Energie, die in der Schweiz im Winter effektiv ins Netz eingespeist wird, ist grösstenteils Wasser- oder Atomstrom. Wir können mit den HKN aber nachweisen, dass wir im Sommer genügend Solarstrom produziert haben, um die Nachfrage ganzjährig zu decken.»  
Das Entwerten verunmöglicht, dass dieselbe Energie mehrfach verkauft wird. Die HKN können auch gehandelt werden: Produzieren die Werke von CKW mehr Strom, als die Kundschaft benötigt, kann ein anderer Energieversorger die HKN kaufen. Umgekehrt kann CKW bei einem Mangel Zertifikate erwerben.

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