Wauwils Strassenlampen werden intelligent

Wie die Gemeinde mit der neuen Beleuchtung Strom spart

Die Gemeinde Wauwil installiert derzeit in Zusammenarbeit mit CKW eine anwesenheitsgesteuerte LED-Strassenbeleuchtung. Das spart nicht nur Strom, sondern wirkt auch der Lichtverschmutzung entgegen.

Text: Simon Eberhard | Bilder: Philipp Schmidli | Erschienen: November 2021

Man stelle sich ein Wohnhaus vor, in dessen Gängen nachts sämtliche Leuchten in Betrieb sind, auch wenn alle Bewohner schlafen. Eine vermeidbare Energieverschwendung. Doch in der Strassenbeleuchtung ist dies heute noch der Normalfall. Für wenige vereinzelte Autofahrer, Velofahrer oder Fussgänger, die zu später Stunde unterwegs sind, leuchten die Strassenlampen zwar reduziert, aber durchgehend. Doch es gibt eine Lösung: die anwesenheitsgesteuerte Beleuchtung. Dabei schalten die Leuchten nur ein, wenn es sie wirklich braucht.

Energiesparende LED-Leuchten und Schnittstelle mit Plug and Play

«In der dicht besiedelten Schweiz brennen in der Nacht unzählige Lampen – ein riesiges Sparpotenzial!», sagt Daniel Keusch. Der Gemeinderat von Wauwil will dieses Potenzial in seiner Gemeinde nutzen. «Mit der neuen Anlage reduzieren wir nicht nur unseren Energieverbrauch, sondern machen auch etwas gegen die Lichtverschmutzung.» So ersetzt die Gemeinde die Strassenlampen nicht nur durch energiesparende LED-Leuchten. Sie ergänzt diese auch mit einer Steuerung, montiert an einer Schnittstelle. 

«Die Steuerung ist etwa so gross wie ein Hockeypuck und lässt sich einfach anschrauben», erklärt Martin Rölli. Er ist Leiter Beleuchtung und Projektverantwortlicher von CKW. «Für den Monteur ist das also Plug and Play.» Dank der Schnittstelle schalten die Strassenlampen um 22 Uhr aus. Erst wenn sich jemand nähert, schalten die jeweils nächsten zwei oder drei Leuchten automatisch an – das sogenannte vorauseilende Licht.

Zwei Männer mit einem Laptop vor einer leuchtenden Strassenlaterne.

Energiesparende Lösung gefunden: Daniel Keusch (l.), Gemeinderat von Wauwil, und Daniel Rölli, Leiter Beleuchtung CKW. 

Störungen beheben via Fernzugriff

«Zwei von vier Etappen sind inzwischen umgesetzt, wobei wir jeweils je 30 bis 50 Leuchten ersetzen», erläutert Martin Rölli. «Das ganze Projekt dürfte bis 2023 abgeschlossen sein.» Über das Mobilnetz sind die Leuchten mittels eines Gateways mit einer Cloud verbunden. So programmiert CKW die Leuchten vom Büro aus. Im Falle einer Störung erhält CKW automatisch ein E-Mail. Auf diese Weise kann die Störung behoben werden, ohne dass die Gemeinde aktiv werden muss.

Daniel Keusch von der Gemeinde Wauwil ist zufrieden mit der bisherigen Zusammenarbeit. «Bei einem solchen Projekt bin ich auf die fachliche Hilfe eines Fachmanns angewiesen», sagt Keusch, der neben seiner Gemeinderatstätigkeit im Bankwesen arbeitet. «Mit Martin Rölli habe ich einen kompetenten Partner, der mir die Lösungen einfach und verständlich aufzeigt.»

Mann arbeitet draussen bei Abenddämmerung am Laptop.

Fernzugriff möglich: Im Falle einer Störung kann CKW-Spezialist Martin Rölli rasch reagieren.

Neue Strassenbeleuchtung kommt gut an

Diesem ist derweil aufgefallen, dass sich viele Bewohner bereits an den neuen Standard gewöhnt haben. «In Gebieten, die noch nicht mit der neuen Steuerung ausgerüstet sind, haben sich bereits einige Bewohner erkundigt, weshalb bei ihnen die Strassenlampen denn die ganze Nacht eingeschaltet sind.» Die Reaktion zeigt: Das neue energiesparende Beleuchtungskonzept entspricht offensichtlich einem Bedürfnis. Und welche Reaktionen hat der Gemeinderat seitens der Bevölkerung sonst erhalten? «Nicht allzu viele», lacht Daniel Keusch, «aber das gilt in einer Gemeinde normalerweise als ein gutes Zeichen.»

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