Kantonaler Klimabericht

Vier Vorschläge von CKW

Am 7. Mai endet die Vernehmlassung zum neuen Klimabericht des Kantons Luzern. Mit dem ambitionierten und zukunftsweisenden Plan legt der Kanton die Basis für die künftige kantonale Klimapolitik. CKW hat sich ausführlich zum Bericht geäussert – unter anderem mit vier Vorschlägen für mehr Effizienz, mehr Wirkung und tieferen Kosten.

Text: Simon Schärer | Erschien: Mai 2021

1. Eigenverbrauchsoptimierung nicht vergessen

Der Klimabericht des Kantons schlägt im Gebäudebereich zahlreiche Massnahmen vor, die aus Praxissicht wichtig sind: Beispielsweise zusätzliche Anreize zur Ausnutzung des Potenzials zur Stromproduktion am Gebäude und mehr Mittel und Kontinuität für das Gebäudeprogramm. Die bessere Ausnutzung des Stromproduktionspotenzials am Gebäude sollte aber nicht anstelle, sondern zusätzlich zur Eigenverbrauchsoptimierung geschehen. Diese darf nicht in den Hintergrund rücken. Zusätzlich zur Ausschöpfung des Produktionspotenzials sollte weiterhin und verstärkt mit Speicherlösungen und Lastmanagement auch dafür gesorgt werden, dass insbesondere Einspeisespitzen vermieden werden (sogenanntes Peak-Shaving). Andernfalls kann es zu einem massgeblichen und volkswirtschaftlich teuren Ausbau beim Stromnetz kommen.

2. Fokus auf den Winter

Der Klimabericht identifiziert eine zentrale Hausaufgabe der Schweizer Energiepolitik: Die Stromversorgung im Winterhalbjahr. Diese wird nach dem Ausstieg aus der Kernenergie zur Herausforderung. Richtigerweise schlägt der Kanton deshalb Massnahmen zur expliziten Förderung von Winterstromproduktion und von Technologien zum saisonalen Ausgleich vor. CKW regt an, noch einen Schritt weiterzugehen. Konkret sollten auch die übrigen Vorschriften und Anreize so ausgelegt werden, dass jegliches Produktionspotenzial im Winter optimal erschlossen wird. Aufgrund der stark saisonalen Stromproduktion aus Photovoltaik wird es künftig im Sommer einen deutlichen Überschuss von erneuerbarem Strom geben, während im Winter noch lange ein Mangel herrschen dürfte. Sämtliche Anreize und Vorschriften sollten zum Ziel haben, dass die Winterproduktion und nicht jene im ganzen Jahr maximiert wird. Auch der Kanton sollte seine Vorbildfunktion wahrnehmen (z.B. Stromproduktion durch Photovoltaik an Fassaden).

3. Lokale und regionale Gemeinschaften fördern

Mit der vollständigen Strommarktöffnung wird es möglich sein, dass auch Kleinverbraucher ihren Stromlieferanten wählen können. Dies eröffnet grosses Potenzial für lokale und regionale Produktions- und Verbrauchsgemeinschaften. Als zusätzliches Standbein für die Wirtschaftlichkeit dezentraler Produktion ist dies zu begrüssen. Der Kanton sollte als zusätzliche Massnahme solche Gemeinschaften ab 2027 unterstützen und fördern. In Form von Renewable Energy Communities (RECs) und Citizen Energy Communities (CECs) haben diese etwa im EU-Recht bereits einen formalen Status erhalten und finden zunehmend Verbreitung. Die Steuerung, Abwicklung und Abrechnung innerhalb solcher Gemeinschaften sind indes komplex. Die Gemeinschaften werden hierfür auf spezialisierte Dienstleister angewiesen sein. Indem der Kanton solche Modelle aktiv promoten hilft (und nach Möglichkeiten selbst einsetzt), kann die Einstiegshürde gesenkt werden.

4. E-Mobilität und Solar verknüpfen

Die vorgeschlagene Förderung von Ladeinfrastruktur und die Vorgaben im kantonalen Planungsrecht sind zentrale Bausteine für den weiteren Siegeszug der E-Mobilität. Bei der Ausgestaltung der Förderinstrumente soll die Chance genutzt werden, die Ladeinfrastruktur für E-Mobilität in Kombination mit lokaler Stromproduktion speziell zu beanreizen. Wenn das Elektroauto mit erneuerbarem Strom vom eigenen Dach geladen wird, schlagen wir mehrere Fliegen mit einem Streich: Das E-Auto ersetzt einen Verbrenner, die erneuerbare Stromproduktion wird gesteigert und der Eigenverbrauch vor Ort wird optimiert.

Nicht zuletzt sollte der Ausbau der Ladeinfrastruktur in enger Abstimmung mit den Verteilnetzbetreibern erfolgen. So können eine gute Integration der Infrastruktur ins Verteilnetz sichergestellt sowie Überlastungen und volkswirtschaftlich unverhältnismässig teure Netzausbauten verhindert werden.

Und was tut CKW für den Klimaschutz?

CKW unterstützt die nationalen und kantonalen Bestrebungen, bis 2050 das Klimaziel «Netto-Null» zu erreichen. Als Energieversorger leisten wir einen Beitrag zur Energiezukunft und zum Klimaschutz. Gleichzeitig verfolgen wir auch als Unternehmen ambitionierte Klimaziele: Bis 2025 reduzieren wir unseren eigenen direkten CO2-Fussabdruck auf «Netto-Null» und streben längerfristig eine vollständige Klimaneutralität an. Einige konkrete Beispiele:

• Von 2010 bis 2020 konnten wir unsere direkten Emissionen bereits um einen Drittel reduzieren.

• Aktuell entfällt der grösste Anteil des verbleibenden betrieblichen CO2-Ausstosses auf Fahrzeuge. Deshalb elektrifizieren wir unsere Autoflotte, wo möglich. Dies entspricht rund 300 Personenwagen bis 2025, die durch elektrische Fahrzeuge ersetzt werden.

• Die CKW-Gruppe ist die grösste Produzentin erneuerbarer Energie in der Zentralschweiz und investiert aktuell und in den kommenden Jahren grosse Summen in den weiteren Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion. Beispielsweise in die Wasserkraftwerke Waldemme und Meiental sowie den Windpark Lindenberg.

• CKW versorgt in 75 Gemeinden des Kantons Luzern 180'000 Endkundinnen und Endkunden mit Strom. Der allergrösste Teil dieser Kundinnen und Kunden bezieht bereits heute 100 Prozent erneuerbaren Strom mehrheitlich aus Wasserkraft (Standardprodukt in der Grundversorgung von CKW). Die von CKW an freie und gebundene Endverbraucherinnen und Endverbraucher gelieferte Jahresstrommenge stammt seit mehreren Jahren vollständig aus CO2-freier Produktion.

Weitere Beispiele und zusätzliche Informationen zum Thema Nachhaltigkeit bei CKW finden Sie hier

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