Photovoltaik für die Berghütte

CKW unterstützt eine neue Solaranlage im Entlebuch

Bereits seit 40 Jahren ist auf der Chlushütte unterhalb des Schibengütsch eine Photovoltaikanlage in Betrieb. Nun hat sie das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Mit Unterstützung von CKW hat der SAC Entlebuch die Nachfolgeanlage in Betrieb genommen.

Text: Simon Eberhard | Bilder: Philipp Schmidli, Marcel Schmid, Pirmin Schmid | Erschienen: November 2021

Wer von Sörenberg bequem und schnell hoch hinauswill, gelangt mit der Luftseilbahn in wenigen Minuten auf das Brienzer Rothorn. Bedeutend anstrengender, dafür ruhiger und nicht weniger lohnend ist der Weg auf die Schrattenfluh. Rund 1000 Höhenmeter müssen Wanderer vom Talort überwinden, um die Gipfelaussicht vom Schibengütsch zu geniessen, dem südlichsten Gipfel des Massivs. Von dort lässt sich der ganze Bergkamm in luftiger Höhe nordwärts überschreiten. 

Für alle, die nicht am selben Abend ins Tal zurückkehren möchten, bietet die Chlushütte während des ganzen Jahres 18 Schlafplätze. Den Strom bezieht die unbewartete Hütte des SAC Entlebuch seit bald 40 Jahren von der Sonne. 

SAC-Hütte mit Berg im Hintergrund.

Unterkunft für 18 Personen: Die Chlushütte ist ein perfekter Ausgangspunkt für Touren auf die Schrattenfluh. Im Hintergrund der Schibengütsch. 

Photovoltaik-Pionierprojekt sparte jährlich 1000 Liter Brennstoff

«Als CKW 1981 ein geeignetes Objekt für eine Pilot-Solaranlage suchte, fragte sie uns an, ob ein Interesse für die Montage und Nutzung einer Solaranlage bestehe», erinnert sich der damals zuständige Hüttenwart, das SAC-Sektionsmitglied Martin Zemp. Diese Chance liessen sich die Hüttenbetreiber nicht entgehen. Denn die Stromversorgung der Hütte erfolgte zuvor mittels eines Dieselgenerators. Rund 1000 Liter Brennstoff benötigte der Alpbesitzer jährlich, um den Strombedarf zu decken. «Die Diskussion zwischen CKW, SAC und Toni Zihlmann, dem Besitzer der Alp Chlus, führte zu einer Erweiterung der Anlage mit Wechselstrom, um die Energie für den Alpbetrieb auch für Melkmaschine, Butterfass und Kühlschrank zu nutzen», so Zemp. 

Nach Vorlage der behördlichen Bewilligungen bauten CKW und die SAC-Sektion Entlebuch die Anlage im Sommer 1983. «Die schweren Teile hievte ein Helikopter auf die Alp», erzählt der ehemalige Hüttenwart. Für die leichteren wie auch die Batterien von je 30 Kilogramm war Muskelkraft gefragt – und Ausdauer. «SAC-Mitglieder trugen sie von der Alp Schlund zur 300 Meter höher gelegenen Chlushütte hoch», so Zemp.

Zwei Männer tragen eine Solarzelle auf dem Dach einer Berghütte.

Nach 40 Jahren ersetzt: Pirmin Schmid (l.) und Tobi Müller vom SAC Entlebuch montieren die neue Solaranlage. 

Moderne Technologie bringt gleiche Leistung bei weniger Fläche

Der Transport war auch 40 Jahre später eine Herausforderung, als es um den Ersatz der alten Anlage ging. Anstatt eines Helikopters ist diesmal ein Traktor zum Einsatz gekommen. «Unser Montagetermin war Ende Oktober – ein Zeitpunkt also, an dem es durchaus schon schneien kann», erzählt CKW-Projektleiter Pirmin Schmid. «Aus diesem Grund haben wir einen grossen Teil der Anlage schon mehrere Wochen vor dem Montagetermin herauftransportiert.» Das Wetterglück war dem Team schliesslich hold, sodass die Installation ohne grössere Zwischenfälle über die Bühne ging. 

Mit der neuen Solaranlage vermag die Hütte ihren bisherigen Strombedarf weiter zu decken. «Die Leistung entspricht ungefähr derjenigen der alten Anlage», erläutert Pirmin Schmid. «Jedoch braucht sie dank der moderneren Technologie weniger Fläche.» Das reicht für die Beleuchtung und gelegentliche Arbeiten mit einer Bohrmaschine oder einem Staubsauger. CKW unterstützte das Projekt des SAC Entlebuch als Solarsponsor. 

Beladener Traktor fährt einen Bergweg hinauf.

Traktor schleppt Solarzellen: Der Transport der neuen Anlage, der Werkzeuge und Utensilien war eine der grössten Herausforderungen beim Ersatzprojekt.

Photovoltaikanlage ist ein Herzensprojekt

Pirmin Schmid ist selbst ein Kind der Region: Aufgewachsen ist er auf einer Alp oberhalb von Flühli, nur fünf Kilometer Luftlinie von der Chlushütte entfernt. Beim SAC Entlebuch engagiert sich der Solarspezialist zudem nebenberuflich als Tourenführer. «Der Ersatz der Solaranlage auf der Chlushütte war für mich deshalb eine Herzensangelegenheit.» In der freien Natur beim Klettern oder Wandern neue Wege zu suchen, ist seine grosse Leidenschaft. 

Neue Wege zu finden, ist auch in seinem Beruf immer wieder gefordert. «Die Branche ist schnelllebig, die Technologien entwickeln sich in rasantem Tempo», sagt Schmid, der schon seine Elektrikerlehre bei CKW in Sörenberg absolviert hat. «Zur Energiewende beizutragen und die neuen Technologien erfolgreich anzuwenden, ist einer der schönsten Aspekte in meinem Beruf.» Mit der neuen Solaranlage führt er die innovative Tradition auf der Chlushütte fort – und sorgt dafür, dass müde Wanderer auch in den kommenden Jahren nachts nicht im Dunkeln tappen müssen.

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