Smart Meter: Unterwegs in die Stromzukunft

Wir begleiteten einen Installateur beim Austausch der Zähler im Entlebuch

CKW tauscht derzeit alle Stromzähler in ihrem Versorgungsgebiet aus. Mit den neuen Smart Metern können Kunden ihren Stromverbrauch jederzeit online einsehen. 

Text: Röbi Keller und Barbara Camenzind | Fotos: Philipp Schmidli | Erschien: April 2021

 

Bei der Jagdhütte in der Nähe des Weilers Holzwegen hat Albert Kqira keinen Erfolg, genauso wenig wie bei der Alphütte Bärnalp einige hundert Meter weiter: Niemand reagiert auf sein Klingeln. «Es kommt schon vor, dass Kunden den Termin vergessen, wenn auch eher selten», erzählt der CKW-Elektroinstallateur. Er ist gerade in der Region Romoos unterwegs, um die herkömmlichen Stromzähler gegen Smart Meter auszutauschen. «Ich werde es auf der Rückfahrt nochmals probieren», sagt Kqira. Ansonsten werde man mit dem Kunden erneut einen Termin vereinbaren. 

Die neuen Smart Meter beginnen wieder bei null zu zählen

Doch dies wird diesmal nicht nötig sein – denn heute hat Albert Kqira Glück. Wie sich beim Anschlusstermin auf dem Hof Ober Mättenberg herausstellt, funktioniert in ländlichen Gebieten wie Romoos, wo jeder jeden kennt, das nachbarschaftliche Netzwerk gut. Er erfährt dort, wer einen Schlüssel zur Jagdhütte hat. «So kommt man eben über Umwege doch noch zum Ziel», meint Albert Kqira, während er im Stallgebäude den grossen Holzkasten mit den Stromzählern und den Sicherungen öffnet. Mit seinem Tablet fotografiert er anschliessend den Ist-Zustand der beiden Stromzähler und notiert den Zählerstand. «Diese Informationen schicke ich an CKW. Den aktuellen Zählerstand braucht es für die Rechnungsstellung, da die neuen Smart Meter nach der Montage wieder bei null zu zählen anfangen», erklärt er.

Was ist ein Smart Meter? 
 

Smart Meter ist die umgangssprachliche Bezeichnung für ein «intelligentes Messsystem» (iMS). Dieses umfasst den Stromzähler, ein Kommunikationsmodul und ein System zur Verarbeitung der gemessenen Werte. Der elektronische Zähler misst jede Viertelstunde den aktuellen Stromverbrauch. Das Kommunikationsmodul übermittelt einmal pro Tag die gemessenen Werte verschlüsselt an CKW.  

Mit dem Smart Meter entfällt die Zählerablesung vor Ort. Ausserdem kann CKW mit den Messdaten die Kundenfragen zum Energieverbrauch oder zur Stromrechnung schneller beantworten. Im Kundenportal unter MyCKW können Sie Ihren Stromverbrauch zudem selbst einsehen und überprüfen, ob Ihre Stromsparmassnahmen erfolgreich sind. 

Ein Monteur tauscht im Durchschnitt 15 Zähler pro Tag.

Um die Stromzähler auszuwechseln, muss der Elektroinstallateur für rund 10 bis 15 Minuten den Strom unterbrechen. Nach einem Check mit dem Phasenprüfer, ob auch wirklich kein Strom mehr fliesst, beginnt er mit der Demontage der alten mechanischen Zähler, die gemäss Aufschrift im Jahr 1983 montiert worden waren. «Es gibt aber auch noch ältere Modelle», fügt Kqira an. Routiniert löst er erst die farbigen Stromkabel von den alten Geräten und dann die Schrauben, mit denen sie an der Wand befestigt sind. «Die alten Stromzähler werden nach der Demontage bei CKW fachgerecht in ihre Einzelteile zerlegt und rezykliert.»

Für die atemberaubende Aussicht, die sich auf dem Hof auf knapp über 1’000 Metern über Meer bietet, hat der CKW-Mitarbeiter keinen Blick übrig. Nur wenige Minuten später hat er die beiden Smart Meter fachgerecht montiert und verkabelt. Bevor er den erledigten Auftrag über sein Tablet quittiert, schaltet er den Strom wieder ein und testet, ob alles funktioniert. Als kleines Dankeschön überreicht er den Bewohnern vor der Weiterfahrt zum nächsten Termin beim Unter Mättenberg eine Informationsbroschüre mit einem Traubenzucker.

Wie viele Geräte Albert Kqira schon montiert hat, kann er nicht genau sagen. «Es sind pro Tag durchschnittlich 15 oder 16 Stück.» Langweilig werde ihm aber nicht. «Jeder Stromkasten ist anders, und durch den Kontakt mit den Kunden vor Ort entstehen oft interessante Gespräche.»

 

Mann mit CKW-T-Shirt hält zwei Zählgeräte in die Kamera.

Bis 2023 ersetzt CKW sämtliche alten Stromzähler (r.) in ihrem Versorgungsgebiet durch Smart Meter (l.) – insgesamt rund 180’000 Stück.

Warum neue Smart Meter? Projektleiter Werner Bieri gibt Auskunft

Herr Bieri, warum braucht es neue Messgeräte? 

Wir setzen damit den Auftrag der Energiestrategie 2050 um, die 2017 vom Schweizer Stimmvolk gutgeheissen wurde. Smart Meter dienen hauptsächlich dazu, zu messen, wann und um welche Zeit wir wie viel Strom brauchen. So können wir das Kundenverhalten besser verstehen. Dies ist wichtig, weil mit der Energiewende viele neue Energiequellen hinzukommen, die unregelmässig anfallen, beispielsweise Solarzellen oder Windräder. Diese sind schwieriger zu steuern, da sie vom Wetter abhängig sind. Wenn wir genauer wissen, wer wann wie viel Strom verbraucht, können wir den Verbrauch und die Produktion besser koordinieren.  

 

Welche Daten werden übermittelt, und was geschieht mit ihnen? 

Übermittelt werden nur Daten zum Verbrauch: zu welcher Zeit er am höchsten ist, wann am tiefsten. Diese Daten werden verschlüsselt übermittelt. Zudem erstellen wir damit kein individuelles Kundenprofil, sondern nutzen die Daten nur in Kombination mit den übrigen Kundendaten. Daraus entsteht eine Art Kurve, aus der wir erkennen können, wann unsere Kunden am meisten Strom benötigen.  

Porträtaufnahme von Werner Bieri

Werner Bieri ist Leiter Smart-Meter-Rollout bei CKW Gebäudetechnik. 

Welche Vorteile haben Smart Meter für mich als Stromkunde?

Sie können damit Ihren Stromverbrauch jederzeit online abfragen. So haben Sie einen besseren Überblick und können Ihren Verbrauch optimieren. Besitzen Sie eine Solaranlage, können Sie zudem ablesen, wie viel eigenen Strom vom Dach Sie produziert haben. Das Ganze ist für unsere Kunden übrigens kostenneutral, das heisst also, sie zahlen nicht mehr für den Strom als bisher.

 

Der Austausch der Zähler dauert noch bis 2023. Was sind dabei die grössten Herausforderungen?

Beim Austausch müssen wir den Strom im Gebäude für rund 15 Minuten unterbrechen. Gerade in Unternehmen ist dies nicht immer einfach, da sie meist durchgehend auf die Stromversorgung angewiesen sind. Während der Corona-Pandemie, in der immer mehr Menschen im Home-Office arbeiten, ist auch dort die Abhängigkeit vom Strom nochmals deutlich gestiegen. Hier braucht es eine gute Kommunikation zwischen unseren Servicefachleuten und den Kunden. Wir haben unser Personal entsprechend geschult, und so läuft der Austauschprozess insgesamt sehr gut.

Wir verwenden Cookies auf dieser Webseite, um Ihnen die bestmögliche Nutzererfahrung zu ermöglichen. Bitte bestätigen Sie mit Klick auf „Weiter“ dass Sie die Nutzung von Cookies akzeptieren. Weitere Informationen zu unseren Datenschutzpraktiken finden Sie auf ckw.ch/datenschutz