Besondere Solaranlagen

Fünf Projekte im Fokus

Die Photovoltaik-Technologie entwickelt sich stets weiter und Solarpanels können heute schon an den unterschiedlichsten Orten eingesetzt werden. Fünf spezielle Solarprojekte setzen wir in den Fokus.

Text und Illustrationen: Lea Geisseler | Bilder: verschiedene Quellen | Erschienen: April 2022

Sei es durch ihre Grösse, die geografische Lage oder den ungewohnten Untergrund: Die nachfolgenden Solarprojekte heben sich von gewöhnlichen Solaranlagen ab. Sie zeigen auf, wie vielseitig einsetzbar Solarpanels sind und wie bestehende Infrastruktur zur Erzeugung von erneuerbaren Energien genutzt werden kann.

Signalhorn

Visualisierung der Satellitenschüssel, ausgestattet mit Solarpanels

Visualisierung © CKW

  • Objekt: Solaranlage in Satellitenschüssel
  • Ort: Leuk, Wallis
  • Erwarteter jährlicher Ertrag: 110’000 kWh
  • Entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch von: ca. 25 Haushalten
  • Auftraggeber: Signalhorn AG
  • Auftragnehmer: CKW

Eine nicht mehr im Einsatz stehende Satellitenschüssel, die sich flexibel nach dem Stand der Sonne ausrichten kann: das perfekte Objekt für eine Solaranlage. Genau das dachte sich die Signalhorn AG. Zusammen mit CKW stattet sie die Satellitenschüssel mit Solarpanels aus. Besonders im Winter kann die Anlage oberhalb des Nebelmeers viel Strom produzieren.

Schreinerei Arnold

Solarfassade und Dachanlage der Schreinerei Arnold

© CKW

  • Objekt: Aufdach- und Fassaden-Photovoltaikanlage
  • Ort: Meierskappel, Luzern
  • Erwarteter jährlicher Ertrag: 120’500 kWh
  • Entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch von: ca. 25 Haushalten
  • Auftraggeber: Schreinerei Arnold
  • Auftragnehmer: CKW
Die Sonnenstrahlen treffen in einem unterschiedlichen Winkel auf die Dachanlage und die Solarfassade ein.

Schon seit 47 Jahren werden in der Schreinerei Arnold Tische, Stühle, Schränke und vieles mehr angefertigt. Seit dem Umbau im Jahr 2020 setzt das Unternehmen auf Solarstrom ­– mit einem Vorzeigeprojekt. Neben einer Dachanlage wurde auch eine Solarfassade verbaut. Diese sind bis heute seltener anzutreffen und produzieren wegen des Sonneneinfallwinkels vor allem bei tiefem Sonnenstand viel Strom. Bei diesem Projekt wurden die Solarpanels direkt in die Gebäudefassade integriert.

Disneyland

Visualisierung der Parkplatzüberdachung im Disneyland

© Axpo

  • Objekt: Solaranlage als Parkplatzüberdachung
  • Ort: Disneyland, Paris
  • Erwarteter jährlicher Ertrag: 31 Millionen kWh
  • Entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch von: ca. 6'700 Haushalten
  • Auftraggeber: Disneyland
  • Auftragnehmer: Urbasolar, ein Tochterunternehmen von Axpo
Das Bild zeigt sieben Fussballfelder, was versinnbildlichen soll wie gross die Solaranlage im Disneyland ist.

Im Disneyland wird an einer riesigen Solaranlage gearbeitet. Die Fläche der Anlage ist insgesamt so gross wie sieben Fussballfelder. Die erzeugte Energie deckt 17 Prozent des gesamten Energieverbrauchs des Freizeitparks ab. Die Solaranlage wird als Überdachung des Parkplatzes genutzt, spendet im Sommer Schatten, im Winter Schutz vor Schnee und Regen. Das Projekt wird voraussichtlich im Jahr 2023 fertiggestellt.

AlpinSolar

Visualisierung der Solaranlage auf der Staumauer

© Axpo

  • Objekt: Solaranlage an Staumauer
  • Ort: Muttsee, Glarus
  • Erwarteter jährlicher Ertrag: 3,3 Millionen kWh
  • Entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch von: ca. 740 Haushalten
  • Auftraggeber: Axpo und IWB
  • Auftragnehmer: Planeco
Die Staumauer ist nach Süden ausgerichtet.

Momentan wird am Muttsee Strom per Wasserkraft produziert. Neu soll in den Schweizer Alpen auch Solarstrom generiert werden. Die Aussenseite der Staumauer wird mit Solarpanels ausgestattet, um jährlich 3,3 Millionen kWh Strom zu produzieren. Die Staumauer ist nach Süden ausgerichtet und deshalb den ganzen Tag besonnt. Abnehmer des Stroms für die nächsten 20 Jahre ist die Denner AG, die damit auf erneuerbare Energien umsteigt.

Lac des Toules

Das Bild zeigt die Solaranlage auf dem Lac des Toules.

© Romande Energie

  • Objekt: Schwimmende Solaranlage
  • Ort: Lac des Toules, Wallis
  • Erwarteter jährlicher Ertrag: 800’000 kWh
  • Entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch von: ca. 180 Haushalten
  • Auftraggeber: Romande Energie
  • Auftragnehmer: Romande Energie
Dank der doppelseitigen Panels können auch Reflexionen von Schnee und Wasser Energie erzeugen.

Im Wallis, hoch gelegen auf mehr als 1’800 Meter über Meer, befindet sich die weltweit erste alpine schwimmende Solaranlage. Seit Dezember 2019 wird auf dem Lac des Toules Solarstrom produziert. Der Stausee wird zu zwei Prozent von der Solaranlage bedeckt. In einem weiteren Schritt soll die Anlage auf den ganzen See ausgeweitet werden. Das Besondere am Projekt ist nicht nur die erschwerte Installation per Helikopter, sondern auch die selten eingesetzten bifacialen Panels. Sie fangen Reflexionen von Schnee und Wasser ein und erzeugen auch mit der Rückseite Energie.

«Der Solartrend wird weitergehen.»

Pascal Schmid ist Leiter Ressort Solartechnik Ost bei CKW. Zusammen mit seinem 13-köpfigen Team, bestehend aus Projektleitern, Solarmonteuren und Servicetechniker, setzt er Solarprojekte in der östlichen Zentralschweiz um. Jährlich installieren sie mehr als 100 Anlagen, was ungefähr der Hälfte aller von CKW umgesetzten Anlagen entspricht. Darunter sind auch immer wieder Sonderprojekte, die eine spezielle Planung und Ausführung benötigen. Projekte, wie wir oben fünf vorgestellt haben. Wir haben ihn deshalb nach seiner Expertenmeinung gefragt.

Porträt von Pascal Schmid, Solarexperte bei CKW

Ein für CKW einzigartiges Projekt ist Signalhorn. Welche Herausforderungen ergaben sich bei diesem Projekt?

Das Projekt Signalhorn ist ein Leuchtturmprojekt im Bereich Solar. Es zeigt auf, wie vielseitig Solarpanels eingesetzt werden können. Für die Anlage wurde bestehende Infrastruktur genutzt, dabei werden die Panels bestmöglich auf der Satellitenschüssel angeordnet. Herausfordernd ist die Wölbung der Schüssel, die keine normale Anordnung der Panels zulässt. Weitere Herausforderungen werden sich bei der Installation im Sommer 2022 zeigen.

 

Immer öfters ist die Rede von alpinen Solaranlagen, wie Axpo sie beim Projekt AlpinSolar aktuell baut. Warum sind alpine Solaranlagen so besonders und vor allem wichtig?

Alpine Solaranlagen haben drei wesentliche Vorteile: Durch die hohe Lage gibt es weniger Nebel und somit mehr Sonnenstunden. Die Anlagen liefern deshalb auch im Winter zuverlässig Strom. Dank der tiefen Temperaturen arbeiten die Panels effizienter, da sie sich weniger erhitzen. Zudem liegt in den Bergen viel Schnee, was bewirkt, dass reflektierte Sonnenstrahlen zusätzliche Energie erzeugen.

 

Von Reflexionen profitieren auch Anlagen auf dem Wasser. Warum gibt es in der Schweiz noch wenige bis keine Anlagen auf dem Wasser?

Das ist schwierig zu sagen. Möglich wäre, dass die zusätzliche Infrastruktur teuer ist und die Installation auf dem Wasser erschwert ist. Baubewilligungsverfahren für solche Anlagen sind lang andauernd, teuer und bis dato daher erschwert zu bekommen. Es ist gut vorstellbar, dass solche Projekte in Zukunft vermehrt umgesetzt werden.

 

Wie vielseitig einsetzbar Solarpanels sind, zeigen sogenannte Solarfassaden. Dabei werden Solarpanels an der Aussenfassade von Gebäuden installiert. Produzieren Solarfassaden gleich viel Strom wie Dachanlagen?

Die Panels an Solarfassaden sind vom technischen Aufbau her dieselben wie bei einer Aufdachanlage. Theoretisch gesehen können sie also gleich viel Strom produzieren. In der Praxis sieht es etwas anders aus: Da der Einstrahlungswinkel der Sonnenstrahlen bei Solarfassaden schräger ist, wird weniger Strom produziert. Der Einfallswinkel beeinflusst auch die Produktionszeiten. Solarfassaden liefern bei tiefem Sonnenstand morgens und abends sowie im Winterhalbjahr am meisten Strom. Die Produktion von Solarstrom ist dabei auch von der Himmelsrichtung abhängig. Am meisten Strom produzieren Solaranlagen, welche nach Süden ausgerichtet sind.

 

Wie wird der Trend rund um Solarstrom weitergehen?

Solaranlagen boomen und bei CKW spüren wir das grosse Interesse der Öffentlichkeit. Ich denke, der Solartrend wird weitergehen, denn das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft. Solaranlagen können und werden einen grossen Beitrag dazu leisten, die erneuerbaren Energien auszubauen.

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