Strom wird 2023 signifikant teurer

Geopolitische Lage sorgt für Unsicherheit und hohe Preise

Der Handelspreis an der europäischen Strombörse ist auf ein Rekordhoch gestiegen. Deswegen werden die CKW-Stromtarife 2023 signifikant steigen. Die gute Nachricht: Für Produzenten von Solarstrom wirkt sich die aktuelle Situation positiv aus. 

Erschienen: Mai 2022

227 Euro pro Megawattstunde – zu diesem Preis wurde im April 2022 der Strom an der europäischen Strombörse gehandelt. Zum Vergleich: Zwei Jahre zuvor betrug der Preis weniger als 20 Euro pro Megawattstunde. Er hat sich in dieser Zeitspanne also mehr als verzehnfacht. «Das ist eine noch nie dagewesene Situation am Strommarkt», sagt CKW-CEO Martin Schwab. 

Die Marktpreise steigen bereits seit Ende 2020 an. Ein Grund dafür sind die weltweit gelockerten Corona-Massnahmen, die zu einer wieder steigenden Energienachfrage geführt haben. Die geopolitische Situation mit dem Krieg in der Ukraine hat die Preise zusätzlich nach oben getrieben. Insbesondere die Unsicherheit bezüglich der Erdgaslieferungen von Russland nach Europa hat einen direkten Einfluss. «Der Strommarkt hängt stark vom Gas- und CO2-Preis ab und ist derzeit sehr volatil», erklärt Martin Schwab.

Tarifkommunikation im August

Für die Kundinnen und Kunden von CKW hat sich dieser Anstieg bisher nicht in der Stromrechnung bemerkbar gemacht, weil die Tarife der Grundversorgung ein Jahr im Voraus festgelegt werden – jeweils im August für das Folgejahr. Daher wird der aktuell hohe Marktpreis erst 2023 wirksam, und es ist mit einem signifikanten Anstieg zu rechnen. «In welchem Ausmass sich die Preiserhöhungen bewegen, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch schwierig abzuschätzen», sagt Martin Schwab.

Positiv wirken sich die hohen Preise hingegen für die Solarstromproduzenten aus: CKW vergütet den ins Netz eingespeisten Strom nach dem BFE-Referenzmarktpreis, der sich nach den derzeit hohen Preisen an der europäischen Strombörse richtet. Im ersten Quartal vergütete CKW für Anlagen über 26 Rappen pro Kilowattstunde. Die Produktion von Solarstrom lohnt sich demnach aktuell mehr denn je.

Strompreis besteht aus drei Komponenten

Bei der Festlegung der Preise setzt CKW die regulatorischen Vorgaben des Stromversorgungsgesetzes (StromVG) um. Der Strompreis setzt sich dabei aus den folgenden drei Komponenten zusammen:  

  • Preis für Energielieferung
  • Preis für Netznutzung
  • Preis für allgemeine Abgaben

Die aktuell hohen Marktpreise haben sowohl Auswirkungen auf den Energiepreis als auch auf die Netzkosten.  

Wie wird der Preis fixiert?

Die Festlegung der Energiekomponente erfolgt in der Grundversorgung gemäss StromVG über die sogenannte Durchschnittspreismethode. Es ist dies ein Durchschnittswert der Produktionskosten aus eigenen Kraftwerken der Stromversorger und aus dem Marktpreis für den zugekauften Strom. 

Weil der Marktpreis bis vor einigen Monaten tiefer war als die Produktionskosten aus eigenen Kraftwerken, hatte diese Methodik einen preismindernden Einfluss. Da nun aber der Marktpreis stark gestiegen ist, erhöht sich auch der Strompreis in der Grundversorgung.

Auch Netzkosten steigen moderat

Die Netzkosten setzen sich zusammen aus den Tarifen für die Netznutzung sowie für Systemdienstleistungen. Letztere garantieren eine konstante Spannung und Frequenz und schützen das Netz so vor Ausfällen.

Durch die Unsicherheit am Strommarkt hat die nationale Netzgesellschaft Swissgrid die Kosten für Systemdienstleistungen deutlich erhöht. Daneben steigen auch die Netznutzungskosten. Somit ist auch bei der zweiten Komponente des Strompreises mit höheren Tarifen zu rechnen – wenn auch in etwas weniger hohem Ausmass als im Bereich Energie. 

Wie entwickeln sich die Preise?

Handelt es sich bei den rekordhohen Marktpreisen um ein einmaliges Phänomen, oder ist davon auszugehen, dass die Preise weiter steigen? «Niemand weiss, wie sich die geopolitische Lage in den nächsten Monaten entwickeln wird», sagt hierzu Martin Schwab. «Deswegen wäre es auch nicht seriös, diesbezüglich Prognosen abzugeben.» 

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