Kurz erklärt
Auf dieser Seite erhalten Sie das Basiswissen rund um die Preisentwicklung am Schweizer Strommarkt.
- So funktioniert der Schweizer Strommarkt
- Marktinformation
- Prognose Strompreis für den kommenden Monat
So funktioniert der Schweizer Strommarkt
Stromhandel ist zentral für eine stabile Energieversorgung – besonders für KMU in der Schweiz. Da Strom nicht in grossen Mengen gespeichert werden kann, muss das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage jederzeit gewährleistet sein. Je nach Bedarf und Lieferzeitpunkt wird Strom auf unterschiedlichen Märkten gehandelt.
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Strommarktinformation
3. Juli 2026
Preisentwicklung an den Strommärkten
Terminmarkt
Der Terminmarkt handelt Stromlieferungen für die Zukunft, sogenannte Futures. Der Preis richtet sich nach dem Zeitpunkt des Kaufs, ermöglicht eine langfristige Planung und bietet Schutz vor Preisschwankungen.
Spotmarkt
Am Spotmarkt wird Strom kurzfristig gehandelt. Der Spotmarkt gleicht Verbrauchsschwankungen aus und optimiert die Stromversorgung. Einerseits birgt er Chancen für günstigere Preise, andererseits ergeben sich Risiken für höhere Kosten. Die Grafik zeigt für eine bessere Einordnung die Preise der vergangenen Jahre im Vergleich.
Rückblick
Im Juni bewegte sich der Schweizer Terminmarkt insgesamt seitwärts, zeigte aber zwischenzeitlich deutliche Ausschläge. Am Ende des Monats stand das Lieferjahr 2027 (Cal 27) bei rund 93 EUR/MWh und ist damit auf demselben Niveau wie Ende Mai.
Der Spotmarkt zeigte sich deutlich volatiler: Die Preise schwankten zwischen −113 EUR/MWh und 319 EUR/MWh. Im Vergleich zum Vormonat traten anstelle starker Ausschläge nach unten vermehrt hohe Ausschläge nach oben auf.
Preissteigernde Faktoren
- Tiefe Wasserstände: Die anhaltend trockene Wetterlage verschlechterte die Schweizer Hydrobilanz im Verlauf des Monats. Die sinkenden Wasserstände der Seen erhöhten die Sorge um die verfügbare Wasserkraftproduktion im Winter und trieben die Absicherungskosten in die Höhe (Termin- und Spotmarkt).
- Hitzewelle und Kernkraftausfälle: Sehr hohe Temperaturen gegen Ende Juni schränkten Kernkraftwerke in Frankreich und in der Schweiz ein (Abschaltung Beznau 1 und 2) und führten zu einem geringeren Stromangebot (Spotmarkt).
- Weniger erneuerbare Energien: Geringe Windproduktion («Hitzeflaute») und rückläufige PV-Erträge in den Abendstunden führten dazu, dass vermehrt fossile Kraftwerke eingesetzt werden mussten (Spotmarkt).
- Steigende CO2‑Preise: Die CO2‑Preise stiegen Anfang Juni weiter an und lagen zeitweise über 80 EUR/t, was die Preise erhöhte (Termin‑ und Spotpreise).
Preissenkende Faktoren
- Fortschritte beim US‑Iran‑Abkommen: Zunehmende Flüssiggastransporte durch die Strasse von Hormus liessen die europäischen Gaspreise sinken (Termin‑ und Spotmarkt).
- Sinkende Rohstoffpreise: Öl-, Kohle- und CO2‑Preise gaben gegen Monatsende leicht nach und reduzierten die Produktionskosten fossiler Kraftwerke (Termin‑ und Spotmarkt).
Ausblick
Preissteigernde Faktoren
- Naher Osten: Neue Spannungen zwischen den USA und dem Iran könnten Flüssigerdgastransporte einschränken und die europäischen Gaspreise rasch steigen lassen (Termin- und Spotmarkt).
- Anhaltende Trockenheit: Bleiben die Wasserstände unter dem langjährigen Mittel, steigt die Abhängigkeit von teuren Stromimporten und die Sorge um die Winterversorgung (Termin‑ und Spotmarkt).
- Weitere Hitzewellen: Hohe Temperaturen könnten erneut die Stromproduktion in Kernkraftwerken einschränken und gleichzeitig den Stromverbrauch durch Kühlung erhöhen (Spotmarkt).
Preissenkende Faktoren
- Beruhigung der geopolitischen Lage: Stabile Flüssigerdgaslieferungen und eine Deeskalation könnten die Gaspreise weiter senken (Termin‑ und Spotmarkt).
- Mehr Niederschlag: Regen könnte die Wasserreserven stabilisieren und dadurch den Importbedarf sowie die Sorge um die Wasserkraftproduktion im Winter reduzieren (Termin‑ und Spotmarkt).
- Sinkende CO2‑Preise: Setzt sich der Abwärtstrend fort, sinken die Kosten für fossile Stromproduktion in Europa (Termin- und Spotmarkt).
Wetter und Geopolitik bleiben die grössten Preistreiber. Zwei Fragen werden den kommenden Monat prägen: Wie entwickelt sich die Lage im Nahen Osten und kommt genug Regen in die Schweiz?
Unverbindlicher Preisalarm
Noch nicht bereit, ein Angebot zu berechnen? Beobachten Sie den Strommarkt in Ruhe und lassen Sie sich benachrichtigen, sobald Ihr Wunschpreis erreicht ist. Mit unserem unverbindlichen Preisalarm bleiben Sie immer informiert.
Häufige Fragen
Das hängt von Ihrem Verbrauchsprofil, Ihrem Budget und Ihrer Strategie ab.
CKW bietet verschiedene Produkte, die auf unterschiedliche Bedürfnisse abgestimmt sind.
- CKW Garant Fix: feste Preise für ein bis drei Jahre, ideal für Unternehmen, die Planungssicherheit suchen.
- CKW Garant Spot: marktnahe Preise mit der Möglichkeit, später auf einen Fixpreis zu wechseln.
- CKW Garant Easy: strukturierte Tranchen-Beschaffung, geeignet für Unternehmen mit einem Verbrauch ab 1 GWh pro Jahr.
In der Grundversorgung beziehen Sie Ihren Strom zu einem vom Bund regulierten Preis, der jährlich im August für das Folgejahr festgelegt wird. Ihr Energieversorger kümmert sich um alles, Sie haben jedoch wenig Einfluss auf die Preisgestaltung.
Im freien Strommarkt können Sie selbst entscheiden, wann, wie und zu welchem Preis Sie Strom beschaffen möchten – gemeinsam mit Ihrem Energieversorger. Dies bietet Ihnen mehr Flexibilität und Chancen auf tiefere Kosten, erfordert aber auch mehr Planungsaufwand.
In der Schweiz können Unternehmen mit einem Stromverbrauch von über 100’000 kWh pro Jahr frei entscheiden, ob sie in der Grundversorgung bleiben oder in den freien Strommarkt wechseln möchten.
Ein Wechsel kann sich lohnen, wenn Sie
- mehr Einfluss auf Ihre Energiekosten haben möchten,
- einen gut vorhersehbaren Stromverbrauch haben,
- von tieferen Marktpreisen profitieren möchten,
- Wert auf langfristige Planung oder maximale Flexibilität legen.
Der Stromhandel an der Börse ist notwendig, um das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage sicherzustellen, da Strom nicht in grossen Mengen gespeichert werden kann. Anbieter wie Kraftwerke und Nachfrager wie Energieversorger oder Grosskunden treffen hier aufeinander. Der Handel ermöglicht faire und transparente Preise, sorgt für Stabilität im Stromnetz und erlaubt eine flexible Reaktion auf Schwankungen.
Der Strommarkt gliedert sich in zwei Hauptmärkte: den Spotmarkt und den Terminmarkt. Am Spotmarkt wird Strom kurzfristig gehandelt, entweder für den nächsten Tag (Day-Ahead) oder für den gleichen Tag (Intraday). Der Terminmarkt hingegen dient der langfristigen Planung und Preisabsicherung, indem hier Strom Monate oder sogar Jahre im Voraus gekauft wird.
Der Spotmarkt ist der Ort für kurzfristige Stromkäufe. Hier treffen Angebot und Nachfrage stündlich aufeinander, und die Preise spiegeln die aktuelle Marktsituation wider. Anbieter melden ihre verfügbaren Strommengen, und Nachfrager geben Gebote für die gewünschte Strommenge ab. Der Preis entsteht dort, wo sich Angebot und Nachfrage treffen.
Einflussfaktoren wie Wetterprognosen, Tagesverbrauch, Kraftwerksausfälle oder technische Störungen wirken sich direkt auf die Preisbildung aus. Der Spotmarkt ist daher ideal für Unternehmen, die flexibel auf ihren Verbrauch reagieren möchten.
Am Terminmarkt wird Strom für die Zukunft gehandelt, oft Monate oder Jahre im Voraus. Käuferinnen und Käufer sichern sich hier Strom zu einem festen Preis für einen definierten Zeitpunkt. Die Preise entstehen durch Angebot, Nachfrage und Markterwartungen.
Der Terminmarkt reduziert Risiken durch Preisschwankungen und ermöglicht langfristige Investitionen in die Energieerzeugung und Infrastruktur. Faktoren wie Rohstoffpreise, Wirtschaftsentwicklung, Zinsniveau, Kraftwerksplanung oder politische Rahmenbedingungen beeinflussen die Preisbildung. Unternehmen, die langfristig planen und stabile Budgets benötigen, profitieren besonders vom Terminmarkt.
Ihr Strompreis hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören Ihr Verbrauchsprofil, also ob Ihr Bedarf gleichmässig oder stark schwankend ist, sowie die Wahl Ihres Stromprodukts. Auch die Vertragslaufzeit spielt eine Rolle: Längere Laufzeiten bieten oft stabilere und günstigere Preise. Zudem beeinflusst die Angebotsgültigkeit den Preis, da kürzere Fristen weniger Risikoaufschläge beinhalten.
Nein, Produktion und Handel sind vollständig entkoppelt. Der Strom, den CKW produziert, wird – wie jeder andere Strom – an der Strombörse gehandelt. Ihr Strompreis orientiert sich an den Marktpreisen der Börse und an den von Ihnen gewählten Stromprodukten.
Um optimal vom freien Markt zu profitieren, empfiehlt es sich, folgende Schritte zu unternehmen:
- Beobachten Sie die Strompreise, um den richtigen Zeitpunkt für den Einkauf zu finden.
- Analysieren Sie Ihren Stromverbrauch, um Ihre Bedürfnisse besser zu verstehen.
- Vergleichen Sie die Angebote verschiedener Energieversorger, um das beste Produkt für Ihr Unternehmen zu wählen.
Wenn Sie sich für den Wechsel auf den freien Strommarkt entscheiden, müssen Sie den Netzzugang bei Ihrem Netzbetreiber bis spätestens 31. Oktober beantragen, um ab 1. Januar wechseln zu können.