CKW pausiert Geothermieprojekt Inwil

21. Januar 2026 | 9:00 Uhr

CKW führt in Inwil Abklärungen für den Bau eines Geothermiekraftwerkes durch. Anfang 2025 hat die Energieversorgerin mit grossflächigen passiven seismischen Messungen den Untergrund erkundet. Die nun ausgewerteten Daten zeigen kein klares Ergebnis. Die gewünschte flächenmässige Eingrenzung zur genaueren Bestimmung geothermischer Bohrzielbereiche im Untergrund konnte nicht erreicht werden. CKW beurteilt das Gebiet nach wie vor als geeignet, will jedoch vor weiteren Untersuchungen den Fortschritt alternativer Geothermie-Technologien abwarten.

Im Januar 2025 führte CKW, eine Tochtergesellschaft der Axpo Gruppe, eine gross­flächige, passive seismische Untersuchung des Untergrunds durch. Ziel der Untersuchung war es, den Untergrund besser kennen zu lernen und so das Zielgebiet für eine erfolgsversprechende hydrothermale Tiefenbohrung einzugrenzen.

Kein klares Resultat für weiteres Vorgehen

Die analysierten Daten zeigen jedoch kein eindeutiges Resultat. In einem nächsten Schritt wäre deshalb eine weitere kostenintensive Untergrunduntersuchung notwendig. Deswegen hat CKW entschieden, das Projekt in Inwil zu pausieren. Es ist offen, wie lange diese Phase dauern wird. «Wir beobachten in den nächsten Jahren den weiteren Verlauf anderer Geothermie-Projekte in der Schweiz und im Ausland, die mit alternativen Technologien arbeiten. Davon versprechen wir uns Erkenntnisse, die wir auch am Standort Inwil anwenden könnten», erklärt der Projektleiter Philipp Leppert.

Alternative Geothermie-Technologien könnten sich besser eignen

Eine mögliche Alternative zu einem hydrothermalen Geothermiekraftwerk wäre die sogenannte EGS-Technologie (Enhanced Geothermal Systems). Diese Technologie nutzt die in der Tiefe vorhandene Erdwärme, ohne eine bestimmte wasserführende geologische Struktur finden zu müssen. Das laufende Projekt der Geo-Energie-Suisse AG arbeitet bisher erfolgreich mit dieser Technologie. Auch international sind grosse Fortschritte in der EGS-Technologie erkennbar.

Eine weitere Möglichkeit besteht in der sogenannten CLGS-Technologie (Closed Loop Geothermal Systems). Dabei handelt es sich um ein geschlossenes, geothermisches System. Es findet kein Austausch von Tiefenwasser statt, sondern wie bei einem Heizsystem wird zugeführtes Wasser in einem geschlossenen Kreislauf in der Tiefe aufgeheizt, anschliessend an die Oberfläche gefördert und dort die Wärme entzogen. Das abgekühlte Wasser wird dann wieder in die Tiefe zurückgeleitet, wo es erneut erwärmt wird. Ein solches Projekt ist in der Gemeinde Geretsried in der Nähe von München in der Umsetzung.