Geschichte, Fakten und Zahlen

Die Meilensteine in der Geschichte der CKW

Die CKW hat ein Stück Schweizer Elektrizitätsgeschichte geschrieben. Seit über 125 Jahren versorgt sie die Zentralschweiz mit Strom – von der Turbine bis zur Steckdose. Was mit einem Wasserkraftwerk in Rathausen begonnen hat, ist heute ein Unternehmen mit mehr als 1’800 Mitarbeitenden.

Die Geschichte in Kürze

1889: Bewilligung zur Stromproduktion mit Wasserkraft aus der Reuss

1894: Gründung Elektrizitätswerk Rathausen

1906: Trambahn von Altdorf nach Flüelen

1908: EW Rathausen übernimmt die Aktienmehrheit des EWA

1913: Die Geburtsstunde von CKW

1917: CKW wirbt für ein Elektromobil

1919: CKW erhält die Konzession für die Stauung des Lungernsees

1920: CKW plant Stausee in Flühli und eine Absenkung des Sempachersees

1920er bis 1940er Jahre: Urner Bevölkerung versenkt Grossprojekt

1942: Neue Stromanwendungen in der Landwirtschaft

Um 1950: Kraftwerkneubau Göschenen

1954 bis 1962: Bau des Wasserkraftwerks

1973: Kernenergie

1998: Gründung der CKW Conex AG

2013: Grösstes Windkraftwerk

Heute: smarte Energie

1889: Bewilligung zur Stromproduktion mit Wasserkraft aus der Reuss

Reuss bei Rathausen in Emmen

Ende 19. Jahrhundert war die Elektrizität der Allgemeinheit nur wenig bekannt. 1881 gelang Thomas Alva Edison mit der ersten nutzbaren Glühbirne der Durchbruch. Nur acht Jahre später wollte Eduard von Moos die Wasserkräfte der Reuss bei Rathausen zur Stromproduktion nutzen. Dafür stellte der Industrielle ein Konzessionsgesuch an die Luzerner Regierung. 1893 bewilligte der Regierungsrat die Produktion von elektrischer Energie. Der Grundstein zur Gründung der heutigen CKW war gelegt.

1894: Gründung Elektrizitätswerk Rathausen

Am 31. Oktober 1894 gründeten Eduard von Moos und Theodor Bell das Elektrizitätswerk Rathausen. Im selben Jahr bauten sie ihr erstes Kraftwerk. Vier Turbinen zu je 300 PS produzierten ab Juli 1896 Strom für etwa 40 Motoren und rund 2000 Lampen. Die erste Freileitung transportierte die elektrische Energie nach Luzern und Kriens und versorgte unter anderem die Schweizerische Centralbahn. Ende Oktober 1896 erhielt gemäss Rechnungsbuch erstmals ein privater Kunde «Lichtstrom».

1906: Trambahn von Altdorf nach Flüelen

EWA baut eine Trambahn von Altdorf nach Flüelen​

Mit dem Beginn der Tellspielaufführungen wuchs bei der Urner Bevölkerung das Bedürfnis nach einer Trambahn zwischen Altdorf und Flüelen. Das EW Altdorf, ein Mitbewerber des EW Rathausen, übernahm 1901 dieses ehrgeizige Projekt unter der Bedingung, dass es die Bewilligung zur Vergrösserung seiner Kraftanlagen erhielt. Fünf Jahre später fand am 28. August 1906 die Jungfernfahrt der elektrischen Strassenbahn zwischen Altdorf und Flüelen statt. 1952 wurde der Betrieb nach nur 46 Jahren eingestellt.

1908: EW Rathausen übernimmt die Aktienmehrheit des EWA

1908 erhielt das EWA die Konzession zur Nutzung des Leutschach- und des Intschialpbachs. Im selben Jahr begann das Unternehmen mit dem Bau des Arniwerks in Amsteg. Zur Unterstützung stockte das EW Rathausen das Aktienkapital des EWA um 700’000 Franken auf. Damit übernahm es die Aktienmehrheit seiner Konkurrenz – auf Basis einer Interessengemeinschaft für die Verwertung elektrischer Energie. In der Folge entstand die 40’000-Volt-Hochspannungsleitung Amsteg–Rathausen.

1913: Die Geburtsstunde von CKW

​Neues Verwaltungsgebäude am Hirschengraben in Luzern

1904 entschied das EWA, das Verteilnetz auf den Kanton Schwyz auszudehnen. Mit der Arth-Rigi-Bahn schloss das Urner Werk einen Stromlieferungsvertrag ab und erhielt so die Leitungsrechte zwischen Brunnen und Goldau. Ebenfalls elektrifizierte das EWA die Rigibahn zwischen Arth und Goldau. 1912 übernahm das EW Rathausen auch die Aktienmehrheit des Elektrizitätswerks Schwyz. 1913 schlossen sich EW Rathausen, EWA und EWS zu CKW, der Centralschweizerischen Kraftwerke AG, zusammen.

1917: CKW wirbt für ein Elektromobil

CKW Elektrofahrzeug

Bereits vor über hundert Jahren wurden Elektrofahrzeuge entwickelt. Im Luzerner Staatsarchiv ist ein Werbeprospekt von 1917 archiviert. Darin wirbt CKW mit einem sogenannten Zweisitzer-Original-Ärztewagen. Das Elektroauto konnte pro Ladung eine Strecke von bis zu 80 Kilometern zurücklegen – mit einer Geschwindigkeit von 25 bis 28 km/h. Als Vorteile hob CKW die Betriebssicherheit, die einfache Wartung und den günstigen Betrieb hervor. Der Anschaffungspreis betrug etwa 10’000 Franken.

1919: CKW erhält die Konzession für die Stauung des Lungernsees

Stauung des Lungernsees

Um 1900 wollten viele Kraftwerksbetreiber den Lungernsee als Speichersee nutzen. 1919 erhielt CKW die begehrte Konzession für die Stauung des Lungernsees – und produzierte dort wegen des damaligen Energiemangels noch im selben Jahr den ersten Strom. Die CKW bewirtschaftete das Kraftwerk Lungernsee bis Ende 1981. 

1920: CKW plant Stausee in Flühli und eine Absenkung des Sempachersees

Sempachersee Absenkung

Um 1920 hatte CKW die Idee, die kleine Emme, den Sempachersee, die Reuss, den Zuger- und den Vierwaldstättersee miteinander zu verbinden. Um die grossen Wassermengen voll nutzen zu können, sollte ein Stausee das Dorf Flühli bedecken. Aufgrund der fehlenden Konzession scheiterte das Projekt. Weiter plante CKW, den Mauensee zu stauen und den Sempachersee um rund 60 Meter abzusenken und für die Stromproduktion zu nutzen. Wegen Protesten kam auch dieses Projekt nicht zustande.

1920er bis 1940er Jahre: Urner Bevölkerung versenkt Grossprojekt

Während des Ersten Weltkriegs projektierte CKW-Direktor Fritz Ringwald ein Grosskraftwerk beim Urnerloch: Er plante eine 90 Meter hohe Staumauer für einen Stausee mit 280 Millionen Kubiklitern Wasser. Einigen Hoteliers und Gewerbetreibenden gefiel die Idee. 1920 erhoben die drei Gemeinden Andermatt, Hospental und Realp aber Einspruch. Ihre Dörfer sollten verlegt werden. In den 1940ern nahm CKW einen weiteren Anlauf für den Bau des Kraftwerks. Doch die Urner versenkten das Grossprojekt endgültig.

1942: Neue Stromanwendungen in der Landwirtschaft

Seit jeher ist das Versorgungsgebiet von CKW ländlich geprägt. Deshalb erstaunt es nicht, dass die Führungsetage nach den ersten Elektrifizierungsschritten in der Innerschweiz neue Anwendungen in der Landwirtschaft und im Gartenbau erforschte.
1942 wurde die Liegenschaft Speckbaum in Rothenburg elektrisch mechanisiert und zu einem modernen Versuchshof umgestaltet. Hier erforschte CKW, wie Strom Landwirtschaft und Gartenbau effizienter machen konnten.

Um 1950: Kraftwerkneubau Göschenen

1950 scheiterte das Ursern-Kraftwerk. CKW fand neue Produktionsmöglichkeiten im Göscheneralptal. Dort waren die Voraussetzungen für einen Stausee optimal: das stark vergletscherte Gebiet versprach auch in regenfreien Zeiten Wasser.
CKW gründete zusammen mit der SBB ein Gemeinschaftsunternehmen und übernahm die Geschäftsführung. Das damals grösste Kraftwerk der Schweiz entstand. Aus Kostengründen wurde ein 155 Meter hoher und 700 Meter breiter Steindamm statt einer Betonmauer gebaut.

1954 bis 1962: Bau des Wasserkraftwerks

Bau Kraftwerk Göscheneralp

Im September 1954 erteilte der Urner Landrat die Konzession für den Bau des Kraftwerks auf der Göscheneralp. Ein Jahr später fingen die rund 100 Arbeiter mit dem Bau an. Sie bezogen ihren temporären Wohnsitz für die nächsten rund acht Jahre in Barackendörfern. 
Sonderzüge brachten täglich mit 30 Silowagen Opalinuston für die Dichtung. Sattelschlepper transportierten es weiter zum Damm. 1962 nahm CKW die Anlage in Vollbetrieb. Eine 70 km lange Leitung transportierte den Strom ins Unterwerk Mettlen.

1973: Kernenergie

Kernkraftwerk Gösgen

In den 1960ern erlebte die Schweiz einen wirtschaftlichen Aufschwung. Dieser sorgte für mehr Nachfrage nach Strom und stellte die Energieversorger vor Herausforderungen.
Die Landesregierung verlangte von der Elektrizitätswirtschaft eine sichere und ausreichende Stromversorgung. Aus diesem Grund beteiligte sich CKW an den Kernkraftwerken Gösgen und Leibstadt. Der Plan, ein eigenes Kraftwerk in Inwil zu bauen, wurde hingegen nicht umgesetzt.

1998: Gründung der CKW Conex AG

CKW Gebäudetechnik

1998 entschied sich CKW, den Bereich Gebäudetechnik auszubauen und gründete die CKW Conex AG. Sie bietet Dienstleistungen im Bereich Gebäudeautomation, Sicherheit, IT, Kommunikation, Elektro und Licht an. Ob Umbau oder Neubau, Montage oder Reparatur: die flexiblen Einsatzteams der CKW Conex AG sind schnell zur Stelle. Ihr Spezialgebiet sind intelligente Vernetzungslösungen. Heute zählt die Firma über 40 Geschäftsstellen und mehr als 800 Mitarbeitende.

2013: Grösstes Windkraftwerk

Windkraftwerk Lutersarni

Die Energiewende erreichte auch den Kanton Luzern: Auf Lutersarni im Entlebuch nahm CKW 2013 das grösste Windkraftwerk der Zentralschweiz in Betrieb. Die Anlage produziert Strom für rund 600 Haushalte pro Jahr. Ihre Kosten betrugen ca. 5 Mio. Franken.
Zum Schutz der Vögel wird die Anlage bei Bedarf abgestellt. Zudem hat CKW das Jagdgebiet von Fledermäusen rund um die Anlage mit Hecken aufgewertet.

Heute: smarte Energie

Smart Energy

Das Elektroauto mit Sonnenenergie laden, die Wärmepumpe betreiben und den Energiespeicher füllen? Das geht heute einfach. Als Schweizer Anbieterin von integrierten Energie- und Gebäudetechniklösungen investiert CKW in nachhaltige und smarte Angebote. Intelligente Vernetzungen helfen auch Privathaushalten – dank einer App ist von der Produktion bis zum Verbrauch alles kontrollierbar. Ihr Vorteil: Sie sparen Energie und Geld.

Wir verwenden Cookies auf dieser Webseite, um Ihnen die bestmögliche Nutzererfahrung zu ermöglichen. Bitte bestätigen Sie mit Klick auf „Weiter“ dass Sie die Nutzung von Cookies akzeptieren. Weitere Informationen zu unseren Datenschutzpraktiken finden Sie auf ckw.ch/datenschutz