Das Wichtigste in Kürze
Für Ladestationen im Mehrfamilienhaus braucht es ein gemeinsames Konzept, Lastmanagement, eine gemeinsame Abrechnung und klare Regeln – so profitieren alle Parteien von einer zukunftssicheren Lösung.
Zusätzliche hilfreiche Inhalte
Ladestationen im Mehrfamilienhaus: zukunftssicher und komfortabel E-Autos laden
Mit der wachsenden Zahl an Elektrofahrzeugen steigt auch der Bedarf an Lademöglichkeiten zu Hause – gerade in Mehrfamilienhäusern. Moderne Ladeinfrastruktur spart auf lange Sicht nicht nur Kosten und bietet Bewohnerinnen und Bewohnern Komfort. Sie steigert auch den Wert der Immobilie und macht sie für zukünftige Eigentümerinnen und Eigentümer attraktiver.
Wer entscheidet über die Installation, und wer zahlt was?
Unserer Erfahrung nach erfordert die Installation von Ladeinfrastruktur im Mehrfamilienhaus eine sorgfältige Planung. Alle Parteien sollten im ganzen Prozess involviert sein.
Ist ein Einzelanschluss geplant, zahlen Miteigentümerin oder Miteigentümer üblicherweise selbst. Der Strombezug wird über den Wohnungszähler abgerechnet. Diese Lösung ist allerdings für maximal drei Parteien sinnvoll. Spätestens bei mehr als drei Anschlüssen sollte man ein Lastmanagementsystem einsetzen.
Bei einem einheitlichen Ausbau im Stockwerkeigentum entscheidet die Eigentümergemeinschaft gemeinsam. Dabei ist essenziell, dass die Kostenbeteiligung, die Zuständigkeiten und alles Weitere schriftlich und verbindlich festgehalten werden. Wir empfehlen folgende Aufteilung der Investition:
- Die Grundinfrastruktur wird durch die Eigentümerschaft zur Verfügung gestellt.
- Die Ladestation bezahlen die jeweiligen Miteigentümerinnen und Miteigentümer.
- Beim Mieterausbau ist die Finanzierung mit der Verwaltung/Eigentümerschaft zu klären.
Technische Voraussetzungen
Für den Einbau einer Wallbox sind ein separater Stromkreis, ausreichend dimensionierte Leitungen und ein Fehlerstromschutzschalter nötig. Die nötige Ladeleistung (in den meisten Fällen 11 kW) muss zum Hausanschluss passen. Bei mehreren Ladestationen muss auch die Ladeleistung und die restliche Infrastruktur entsprechend grösser sein. Spätestens ab drei Ladestationen empfiehlt sich ein Lastmanagementsystem.
Lastmanagement bei mehreren Ladestationen
Ein zentrales Lastmanagement verteilt die verfügbare Strommenge auf alle angeschlossenen Ladestationen. So wird die Netzstabilität im Haus gewahrt. Moderne Systeme lassen sich auch mit Photovoltaikanlagen und Batteriespeichern kombinieren, um Eigenstrom optimal zu nutzen.
Unterschieden wird beim Lastmanagement zwischen dynamischen und statischen Modellen:
- Dynamisches Lastmanagement: regelt und steuert den gesamten Stromverbrauch des Gebäudes inklusive Ladestationen und beispielsweise Küchengeräte, Wärmepumpe etc.
- Statisches Lastmanagement: regelt, steuert und limitiert allein die Ladeinfrastruktur und lässt andere Verbraucher aussen vor.
Statisches Lastmanagement ist die einfachere Lösung, die in Infrastrukturen mit nur wenigen Verbrauchern ausreichen kann. In Mehrfamilienhäusern sind in den meisten Fällen so viele verschiedene Verbraucher Teil der Infrastruktur, dass eine statische Lösung nicht mehr ausreicht. Besonders beim Betrieb von mehr als zwei Ladestationen wird die potenzielle Last auf das Hausnetz so hoch, dass dynamisches Lastmanagement zur Pflicht wird.
Gute Gründe für Lastmanagement
Ohne Lastmanagement muss die Anschlussleistung der Infrastruktur teuer zusätzlich erhöht werden – andernfalls kann es zu Schäden oder zumindest rausgesprungenen Sicherungen kommen. Ein Lastmanagementsystem ist daher meist die wirtschaftlichere Lösung, da eine niedrigere Anschlussleistung ausreichen kann. Um einen grundlegenden Ausbau der Anschlussleistung kommt man jedoch nicht herum. Ein Lastmanagement erhöht ausserdem den Komfort für die Nutzerinnen und Nutzer, da die Ladeleistung intelligent verteilt wird.
- Vermeidung teurer Erhöhung der Hausanschlussleistung (ohne Lastmanagement schnell 15’000 bis 100’000 Franken)
- Komfortables, gleichzeitiges Laden mehrerer Fahrzeuge
- Integration von Photovoltaikanlagen und Batteriespeichern möglich
- Zukunftssichere Skalierbarkeit der Ladeinfrastruktur
Wie funktioniert die Abrechnung der Ladevorgänge bei mehreren Nutzerinnen und Nutzern?
Die Anlagenbetreibenden bestimmen den Preis, den Nutzer und Nutzerinnen an ihrer Ladesäule bezahlen. Das bedeutet: Sie können einen anderen Strompreis verrechnen, als Sie Ihrem Stromanbieter zahlen.
Abrechnungsmöglichkeiten:
- Individuelle Zähler: Jede Wallbox ist mit einem eigenen, geeichten Stromzähler ausgestattet.
- Zentrales Abrechnungssystem: Identifikation per RFID, App oder Schlüsselschalter. Der Stromverbrauch wird automatisch erfasst und abgerechnet.
- Pauschalpreis: möglich bei wenigen Nutzerinnen und Nutzern.
Für eine verursachergerechte Abrechnung empfiehlt sich eine professionelle Abrechnungslösung, in der sich auch unterschiedliche Preismodelle festlegen lassen. Einige Beispiele:
- Mietende bezahlen für das Laden an den Wallboxen alle denselben Tarif.
- Auf einem Besucherparkplatz laden Gäste ihr Auto gratis.
- Stockwerkeigentümerinnen und -eigentümer bezahlen unterschiedliche Tarife je nach Beteiligung an der Initialinvestition.
Moderne Ladeinfrastruktur verfügt über integrierte Energiezähler. So kann der Stromverbrauch jeder Partei verursachergerecht erfasst und abgerechnet werden.
Rechtlicher Rahmen
Wird Ladeinfrastruktur installiert, muss man diese beim örtlichen Stromnetzbetreiber anmelden und genehmigen lassen. Jede Ladestation muss man ebenfalls melden – ab 22 kW ist ausserdem eine Genehmigung durch den Netzbetreiber erforderlich.
Möchten Sie eine Wallbox installieren oder Ladeinfrastruktur ausbauen, brauchen Sie das Einverständnis der Eigentümergemeinschaft. Einzige Ausnahme: Der mögliche Parkplatz ist «sonderrechtsfähig». Ist das nicht der Fall, haben Sie zwei aussichtsreiche Optionen:
- «Notwendige Massnahme» (Artikel 647c ZGB): Betonen Sie die wachsende Bedeutung von E-Autos und dass Wallboxen eine zukunftsgerichtete Investition sind.
- «Nützliche Massnahme» (Artikel 647d ZGB): Plädieren Sie dafür, dass Ihre Investition die Gebrauchstauglichkeit und Attraktivität der Immobilie steigert.
Recht auf Laden
Eine Motion im Bundesrat will einen rechtlich gesicherten Zugang zu AC-Ladestationen für Mieterinnen und Mieter erreichen. Der Bundesrat hat den Auftrag, rechtliche Rahmenbedingungen zum Schutz der Mieterinnen und Mieter zu schaffen, um den Ausbau von Ladeinfrastruktur an Wohngebäuden sicherzustellen.
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Das Merkblatt SIA 2060 legt verbindliche Richtlinien für die Planung, Ausrüstung und Nachrüstung von Gebäuden mit Ladeinfrastruktur fest. Es definiert technische Anforderungen und Ausbaustandards für Ladeinfrastruktur in Neu- und Bestandsbauten, die bei Projekten berücksichtigt werden müssen
Was kostet die Installation von Ladeinfrastruktur im Mehrfamilienhaus?
Die Kosten variieren stark je nach Umfang und baulichen Voraussetzungen. Pauschalaussagen sind daher nur schwer zu treffen, einige Richtwerte kann man bereits vor der Planung im Hinterkopf behalten:
| Kostenpunkt | Preis (ca.) |
|---|---|
| Einzelne Wallbox inkl. Installation | ca. 2’000–2’200 CHF |
| Grundinfrastruktur (mehrere Ladepunkte, inkl. Lastmanagement) | ca. 15’000–100’000 CHF |
| Betriebskosten pro Ladevorgang (E-Auto mit 50-kWh-Akku) | ca. 14.50 CHF (0,29 Rp./kWh) |
Realistische Aussagen zu den anfallenden Kosten und zum Betrieb der Ladeinfrastruktur lassen sich im Laufe der Projektberatung und Planung treffen. CKW berät Sie gern zu Ihrem individuellen Projekt und nimmt im Zuge der unverbindlichen Offerterstellung eine Kosteneinschätzung vor.
Fördermöglichkeiten für Ladeinfrastruktur
Bei der Planung und Installation von Ladestationen lohnt es sich, verfügbare Fördermittel miteinzubeziehen. Ausgewählte Kantone und Gemeinden bieten Subventionen, die die Investitionskosten für Ladeinfrastruktur deutlich abfedern können. Sie bewegen sich üblicherweise zwischen rund 2’5000 und 3’000 Franken.
Tipp zur Kostenoptimierung:
Die Aufteilung in gemeinsam finanzierte Grundinfrastruktur und individuell bezahlte Ladestationen hat sich bewährt. So werden Investitions- und Betriebskosten fair verteilt und die Infrastruktur bleibt flexibel erweiterbar.
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So geht es weiter
Investieren Sie jetzt in die Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Wir unterstützen Sie Schritt für Schritt.
| Projektphase | So unterstützen wir Sie |
|---|---|
| Beratung und Angebot |
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| Planung und Realisierung der Ladeinfrastruktur |
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| Ausbau der Ladestation nach Bedarf |
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| Betrieb der Grundinfrastruktur und der Ladestationen |
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Häufige Fragen
Am besten bewährt sich ein modulares System: Die Eigentümerinnen und Eigentümer finanzieren gemeinsam die Grundinfrastruktur, einzelne Ladestationen werden nach Bedarf individuell installiert und abgerechnet. Die Kostenbeteiligung wird schriftlich geregelt.
Für die faire Kostenverteilung im laufenden Betrieb sorgt ein Abrechnungssystem. Nutzerinnen und Nutzer identifizieren sich eindeutig und der tatsächlich bezogene Strom wird individuell erfasst und abgerechnet.
Von Anfang an sollte eine skalierbare Grundinstallation der Plan sein, mit ausreichend dimensionierter Stromzuleitung, Lastmanagement und Kommunikationsinfrastruktur. So lassen sich ohne teure Umbauten bei Bedarf weitere Wallboxen einfach nachrüsten.
Am besten setzt man ein solches Projekt mit einem professionellen Partner um. Erfahrungswerte mit grossen Ladeinfrastrukturen sind hilfreich bei der individuellen Projektplanung.
Wird das Lastmanagement mit PV-Anlage und Speicher kombiniert, kann bevorzugt mit eigenem Solarstrom geladen werden. Das senkt die Stromkosten, erhöht den Eigenverbrauch und macht die Ladeinfrastruktur nachhaltiger. Überschüsse werden gespeichert und später genutzt – oder gegen Vergütung ins Netz zurückgespeist. Dank Einsparungen und Vergütung können die Anfangsinvestitionen nach einer gewissen Zeit amortisiert werden.
Echte Kombiförderung gibt es derzeit nicht. Für unterschiedliche Installationen lassen sich aber unterschiedliche Subventionen nutzen. Bei der Projektplanung sollte man daher darauf achten, alle verfügbaren Fördermittel zu berücksichtigen und zeitig zu beantragen.
Mit RFID-Karten, Apps oder Schlüsselschaltern wird jeder Ladevorgang eindeutig zugeordnet und automatisch abgerechnet. Die Systeme sind einfach zu bedienen, bieten transparente Abrechnungen und erfüllen die Datenschutzanforderungen. Anbieterinnen wie CKW können die komplette Abwicklung übernehmen.
Prinzipiell lässt sich Ladeinfrastruktur an fast jeder Art von Parkplatz installieren, die mit zur Überbauung gehört – alles eine Frage der richtigen Planung. Je nach konkretem Projekt kann es mehr oder weniger komplex und damit finanziell aufwendig sein, Ladeinfrastruktur im Aussenbereich oder in einer Gemeinschaftsgarage aufzubauen. Beispiele: Bei Nachrüstung in bestehenden Tiefgaragen kann die Verlegung zusätzlich nötiger Kabel Mehraufwand im Vergleich zum Aussenbereich bedeuten. An Aussenparkplätzen muss man wiederum den Schutz vor Witterung berücksichtigen.