Wasserkraft

Das Rückgrat der Schweizer Stromversorgung

Die Wasserkraft trägt mit rund 97 Prozent fast den gesamten Anteil erneuerbarer Stromproduktion – und ist somit ein wichtiger Baustein in der Gestaltung einer nachhaltigen Energiezukunft. Im Interview verrät Markus Dietrich, Leiter der Energieproduktion bei CKW und zuständig für das gesamte Energieportfolio, warum Wasserkraft im Energiemix der Schweiz so eine wichtige Rolle spielt.

Text: Debora Baumgartner | Bilder: CKW | Erschien: April 2020

Was versteht man unter Wasserkraft?

Wasserkraft ist eine Energiequelle, bei welcher das natürliche Gefälle des Wassers oder eines Wasserlaufs zur Stromproduktion genutzt wird. Das Wasser wird hierbei über eine Turbine geleitet, die einen Generator antreibt. Dieser generiert daraus Strom. Je grösser das Gefälle und die dabei genutzte Wassermenge, desto grösser auch die Stromproduktion. Die Schweiz als Gebirgsland und Wasserschloss Europas ist daher für die Nutzung von Wasserkraft geradezu prädestiniert.

Welche Wasserkraftwerke gibt es und inwiefern unterscheiden sie sich in der Produktion des Stromes?

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Lauf-, Speicher- und Pumpspeicherkraftwerken. Laufkraftwerke befinden sich an kleineren und grösseren Flussläufen. Da sie über kein Speichervolumen verfügen und das anfallende Wasser stets direkt verarbeiten müssen, hängt die Stromproduktion von den Niederschlägen und der Jahreszeit ab. Laufkraftwerke haben ihre Produktionsspitze im Sommerhalbjahr. 

Speicherkraftwerke befinden sich im Gebirge und können den Strom nach Bedarf produzieren. Sie verfügen nämlich über grosse Stauseen als Wasserspeicher. Diese werden durch grosse und häufig vergletscherte Wassereinzugsgebiete gespeist. Speicherkraftwerke produzieren vor allem im Winterhalbjahr Energie, um die zu dieser Zeit geringere Produktion der Laufkraftwerke zu kompensieren.

Pumpspeicherkraftwerke verfügen im Vergleich zu den reinen Speicherkraftwerken zusätzlich über die Möglichkeit bei Stromüberschuss Wasser von einem tiefer- in einen höherliegenden Speicher zu pumpen und später wieder zu turbinieren – also ganz flexibel Energie zu erzeugen oder zu speichern.

Markus Dietrich – Leiter der Energieproduktion bei CKW

Markus Dietrich – Leiter der Energieproduktion bei CKW

Was zeichnet Wasserkraft aus?

Wasserkraft ist die bedeutendste erneuerbare, CO2-freie Energieform in der Schweiz und das Rückgrat unserer Stromversorgung. Bei der Wasserkraft werden weder Ressourcen abgebaut, noch müssen Brennstoffe über lange Wege transportiert werden. Es entstehen im Gegensatz zu anderen Energieformen auch keine Schadstoffemissionen wie zum Beispiel das schädliche Treibhausgas CO2, das für den Klimawandel verantwortlich ist. Die Technik ist bewährt, gut beherrschbar und zuverlässig. 

Wie wichtig ist die flexible Stromproduktion der Wasserkraftwerke in der gesamten Stromproduktion?

Im Stromnetz muss zu jeder Zeit gleich viel Strom produziert wie verbraucht werden. Ungleichgewichte führen unmittelbar zu Schwankungen im Stromnetz und im schlimmsten Fall zu Ausfällen der Stromversorgung. Da Wasserkraftwerke sehr schnell und einfach geregelt werden können, sind sie bestens dafür geeignet, unmittelbare Schwankungen auszugleichen und somit die Netzfrequenz stabil und konstant zu halten. In ihrer Ausprägung als Speicher- oder Pumpspeicherkraftwerke sind sie auch prädestiniert, um Phasen von Stromüberschüssen oder Stromengpässen zu überbrücken. 

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