Das Wichtigste in Kürze
Mit Agri-Photovoltaik erzeugen Sie sauberen Strom und sichern gleichzeitig Ihre landwirtschaftliche Produktion. CKW zeigt Ihnen, wie Agri-Photovoltaik effizient, nachhaltig und zukunftsorientiert betrieben werden kann.
Zusätzliche hilfreiche Inhalte
Was ist Agri-Photovoltaik?
Agri-Photovoltaik (Agri-PV) kombiniert Landwirtschaft und Solarenergieproduktion. Dabei werden Solarmodule nicht auf Dächern, sondern über landwirtschaftlich genutzten Flächen installiert, etwa über Feldern, Weiden oder Gewächshäusern. So wird dieselbe Fläche doppelt genutzt: für die Stromproduktion und die landwirtschaftliche Bewirtschaftung.
Die Module sind meist in erhöhter Position montiert, sodass darunter Pflanzen wachsen oder Tiere weiden können. Sie spenden Schatten, reduzieren Verdunstung und schützen Kulturen vor Hagel oder Starkregen. Gleichzeitig erzeugen sie klimafreundlichen Strom, direkt dort, wo er gebraucht wird.
Für landwirtschaftliche Betriebe eröffnet das neue Chancen. Sie können
- Erträge sichern,
- wetterbedingte Risiken mindern,
- und ihren Eigenverbrauch an nachhaltig produziertem Strom steigern.
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Damit leisten Agri-Photovoltaik-Anlagen einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Energiezukunft der Schweiz.
Wie funktioniert eine Agri-PV-Anlage technisch?
Die Solarmodule werden in einer Höhe von etwa zwei bis fünf Metern über dem Boden montiert. Dadurch bleibt genügend Platz für Bewirtschaftung, Ernte und Tierhaltung. Je nach Kultur und Standort können die Module transparent, verstellbar oder vertikal angeordnet werden, um Lichtdurchlässigkeit und Stromproduktion optimal zu kombinieren.
Ein Wechselrichter wandelt den erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom um, der direkt im Betrieb genutzt oder in Batteriespeichern zwischengespeichert wird. Überschüssiger Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist und vergütet.
Energieeffizienz und Kosteneinsparung
Mit einer Agri-PV-Anlage produzieren Landwirtinnen und Landwirte ihren Strom selbst und senken damit dauerhaft die Energiekosten. Besonders Betriebe mit hohem Stromverbrauch profitieren:
- Milchbetriebe: Strom für Melkroboter, Kühlanlagen, Pumpen
- Gemüse- und Obstbau: Strom für Bewässerung, Lüftung, Beleuchtung
- Geflügel- oder Schweinehaltung: Versorgung von Lüftungs- und Heizsystemen
- Alpbetriebe: Autarke Stromversorgung ohne Dieselgeneratoren
Vorteile von Agri-PV
Mit den richtigen Bedingungen lassen sich 50 bis 80 Prozent des Energiebedarfs direkt vor Ort durch eine eigene PV-Anlage decken. Das heisst:
- stromintensive Landwirtschaft vorhanden (Kühlung, Bewässerung, Verarbeitung)
- Gute zeitliche Übereinstimmung von PV-Erzeugung und Verbrauch
- Speicher, E‑Mobilität oder flexible Verbraucher sind vorhanden
- Ausreichend dimensionierte Agri‑PV‑Anlage ist installiert
Ein weiterer Vorteil: Die PV-Module werden durch die natürliche Umgebung effizienter gekühlt als auf klassischen Dachanlagen.
- Pflanzenbewuchs und Verdunstung sorgen für einen kühlenden Effekt.
- Freie Luftzirkulation unterhalb der Module verhindert Hitzestau.
- Das Ergebnis: Höhere Erträge und längere Lebensdauer der Solarmodule.
Doppelnutzung von Flächen und Schutz der Kulturen
Die Module schaffen ein Mikroklima, das Pflanzen vor Hitzestress, Hagel oder Starkregen schützt. Das ist besonders bei empfindlichen Kulturen wie Beeren, Gemüse oder Obstbäumen von Vorteil.
- Schattenwirkung: senkt Bodentemperatur und Verdunstung
- Schutzwirkung: weniger Ernteverluste bei Extremwetter
- Bodenfruchtbarkeit: bessere Feuchtigkeitsspeicherung
So können Landwirtinnen und Landwirte ihre Erträge stabilisieren und gleichzeitig Strom produzieren.
Beitrag zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz
Jede erzeugte Kilowattstunde Solarstrom reduziert CO₂-Emissionen. Betriebe, die auf Agri-PV setzen, leisten einen messbaren Beitrag zur Energiewende und zeigen, dass Landwirtschaft und Klimaschutz Hand in Hand gehen können.
Gleichzeitig stärken sie ihre Glaubwürdigkeit gegenüber Kundinnen, Konsumenten und Partnern, als Teil einer nachhaltig wirtschaftenden Landwirtschaft.
Tipp: Der Einsatz von Agri-PV kann auch im Rahmen von Nachhaltigkeitszertifizierungen oder CO₂-Bilanzen positiv bewertet werden.
Planung und Umsetzung von Agri-PV
Bei der Planung einer erfolgreichen Agri-PV-Anlage werden verschiedene Faktoren wie Technik, Wirtschaftlichkeit und Landwirtschaft berücksichtigt:
- Standort und Sonneneinstrahlung: Welche Flächen eignen sich am besten?
- Kulturart: Welche Pflanzen oder Tiere nutzen die Fläche?
- Flächengeometrie: Form, Neigung und Zugänglichkeit des Geländes
- Verschattung: Gibt es nahe Gebäude oder Bäume, die den Ertrag mindern?
- Netzanschluss: Wie weit ist der nächste Einspeisepunkt entfernt?
- Zugänglichkeit: Können Maschinen und Fahrzeuge weiterhin genutzt werden?
Ein durchdachtes Konzept stellt sicher, dass der landwirtschaftliche Betrieb uneingeschränkt weiterläuft und die Anlage langfristig rentabel arbeitet. So profitieren Ertrag und Energieeffizienz gleichermassen.
Technische Voraussetzungen und Systemkomponenten
Eine Agri-PV-Anlage besteht aus mehreren Komponenten, die aufeinander abgestimmt sind:
- Trägersystem: Stabile Konstruktion, meist Stahl oder Aluminium, standfest auch bei Wind und Schnee.
- Solarmodule: Für die meisten Anwendungen sind transluzide und bifaziale Module optimal.
- Wechselrichter: Wandelt erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom um.
- Batteriespeicher: Speichert überschüssige Energie für Nachtbetrieb oder schlechte Wetterphasen.
- Monitoring-System: Überwacht Leistung und Ertrag digital.
Tipp: Bei der Auswahl der Module lohnt sich eine Beratung – je nach Kulturart kann der ideale Lichtdurchlass variieren.
Förderung und rechtliche Aspekte
Damit eine Agri-Photovoltaikanlage wirtschaftlich und gesetzeskonform betrieben werden kann, sind Förderbeiträge und Bewilligungen massgebend. Bund und Kantone unterstützen den Ausbau erneuerbarer Energien, während klare rechtliche Vorgaben Planungssicherheit schaffen. Eine frühzeitige Klärung dieser Punkte spart Zeit und maximiert die Wirtschaftlichkeit des Projekts.
Förderprogramme und Einmalvergütung
Agri-Photovoltaikanlagen profitieren von den gleichen Förderprogrammen wie herkömmliche Photovoltaikanlagen.
- Einmalvergütung (EIV): Beitrag pro installiertem Kilowattpeak (kWp), aktuell rund 360 Franken pro kWp bis 30 kWp (und 300 Franken pro kWp von 30 bis 100 kWp oder 250 Franken pro kWp für über 100 kWp)
- Kantonale Förderungen: Je nach Kanton zusätzliche Beiträge oder Steuererleichterungen.
- Sonderförderungen: Teilweise zusätzliche Programme für nachhaltige Landwirtschaft.
Die Förderlandschaft ändert sich regelmässig – eine fachkundige Beratung hilft, die optimale Kombination zu finden.
Bewilligungen und Netzanschluss
Je nach Standort gelten unterschiedliche Bewilligungspflichten. In der Regel sind Agri-PV-Anlagen baubewilligungspflichtig, insbesondere wenn sie auf landwirtschaftlichen Nutzflächen errichtet werden. Der Bewilligungsprozess für Agri-PV ist Stand Februar 2026 noch nicht abschliessend geklärt. Wer sich für eine Agri-PV Anlage interessiert, sollte sich vorgängig über die aktuellen Rechte und Pflichten informieren. Dies ist zum Beispiel beim Schweizerischen Bauernverband möglich.
Zukunft der Agri-Photovoltaik
Die Agri-Photovoltaik entwickelt sich weltweit rasant. Fortschritte in Technik, Wirtschaftlichkeit und Flächeneffizienz machen sie zu einer Schlüsseltechnologie der Energiewende. Sie verbindet zwei zentrale Zukunftsaufgaben: die sichere Lebensmittelproduktion und die nachhaltige Stromerzeugung auf derselben Fläche.
Technologische Trends und Innovationen
Die Forschung entwickelt Agri-Photovoltaik kontinuierlich weiter. Neue, semi-transparente Module lassen mehr Licht auf die Pflanzen und steigern gleichzeitig den Stromertrag. Nachführbare Systeme passen die Module automatisch dem Sonnenstand an – so erhöhen sie Effizienz und Energieausbeute.
Auch vertikale Agri-PV-Systeme gewinnen an Bedeutung. Sie sind besonders für Weideflächen oder Obstkulturen geeignet, da sie kaum Schatten werfen, Wind durchlassen und sich gut in bestehende Flächen integrieren lassen.
Perspektiven für die Schweizer Landwirtschaft
In der Schweiz steht Agri-Photovoltaik noch am Anfang, doch das Potenzial ist enorm. Studien von der ZHAW oder dem Fraunhofer ISE zeigen, dass bereits ein kleiner Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche genügt, um einen spürbaren Beitrag zur nationalen Stromversorgung zu leisten.
Damit wird Agri-PV zu einem zentralen Baustein für eine nachhaltige, regionale Energiezukunft. Sie bietet landwirtschaftlichen Betrieben neue Einkommensquellen, stärkt die Versorgungssicherheit und verbindet ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Stabilität.
Referenzen
Indach-Anlage Mönchaltdorf
- Ortschaft
Mönchaltdorf - In Betriebnahme
2022 - Leistung
21.1 kWp - Projektumfang
- Beratung
- Planung
- Projektleitung
- Installation (Solaranlage, Batteriespeicher, Elektro)
Aufdach-Anlage Schnottwil
- Ortschaft
Schnottwil - In Betriebnahme
2024 - Leistung
51 kWp - Projektumfang
- Beratung
- Planung
- Projektleitung
- Installation (Solaranlage)
Häufige Fragen
Massgebend sind die Lage, die Grösse und die Nutzung Ihrer Fläche. Eine Standortanalyse zeigt, welche Lösung sinnvoll ist.
Je nach System und Grösse kostet ein Kilowatt installierter Leistung rund 1’500 bis 2’500 Franken. Die Kosten sind jedoch sehr abhängig von den örtlichen Gegebenheiten. Förderbeiträge reduzieren die Investition spürbar.
Teilweise beschattete Pflanzen zeigen oft stabilere Erträge, da sie vor Hitzestress und Trockenheit geschützt sind.
Eine mittelgrosse Anlage wird meist in ein bis drei Wochen errichtet, ohne Einschränkungen für den Betrieb.
Besonders geeignet sind Obst- und Weinbauflächen sowie Dauergrünland wie Weiden. Hier bieten die Solarmodule gleich mehrere Vorteile: Sie schützen Pflanzen und Tiere vor Witterung, fördern ein ausgeglichenes Mikroklima und ermöglichen eine optimale Flächennutzung.
Auch Ackerflächen kommen infrage, vor allem, wenn einachsige Tracker oder vertikale Systeme eingesetzt werden. Diese Anlagen passen sich der Bewirtschaftung an und sichern zugleich hohe Stromerträge.