Diesel im Blut, Strom im Betrieb

24. September 2026|Lesezeit: 5 min

Schritt für Schritt: Ein Transportunternehmer mit Diesel im Blut steigt auf Elektro um, nicht aus Begeisterung, sondern aus Überzeugung. Brauch Transport elektrifiziert gemeinsam mit CKW die Flotte, mit klarem Kopf, offenen Fragen und einer Partnerin, die im Hintergrund das Lösen der Komplexität übernimmt.

Thomas Brauch, CEO von Brauch Transport AG, ist eigentlich Rennsportler mit Leib und Seele. Er hat Diesel im Blut, wie er selbst sagt. Wer mit Motoren aufgewachsen ist, verbindet mit ihnen Emotionen: den Sound, die Kraft, das Gefühl. Dass ausgerechnet dieser Unternehmer heute zwei Elektro-LKWs in seiner Flotte hat, klingt zunächst nach einem Widerspruch. Ist es aber nicht. 

«Im Rennsport geht es um Emotionen, was durchaus auch bei Lastwagen der Fall ist. Aber im Geschäftsalltag geht es auch um Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit», sagt Thomas Brauch. Die Politik hat den Umstieg auf alternativ angetriebene Fahrzeuge beschlossen und fördert ihn derzeit finanziell. Wer sich diesen zukunftsgerichteten Technologien verschliesst, handelt aus seiner Sicht unklug, auch wenn der klassische Dieselmotor zuverlässig, wirtschaftlich und unkompliziert ist.

Klein starten, um zu lernen

Im Jahr 2025 beschloss die Brauch Transport AG den ersten Schritt zur Flottenelektrifizierung: Zwei Elektro-LKWs, eine Ladestation, ein Standort.  

Kein grosser Auftritt, sondern ein bewusst kleiner Einstieg mit dem Ziel, zu lernen. Wie weit kommt ein E-LKW wirklich? Wie lange dauert das Laden im Alltag? Und wie viel Strom braucht es für das Laden der Fahrzeuge tatsächlich?

Folgende Fragen erwiesen sich als zentral: 

  • Welcher Standort hat Priorität für den schrittweisen Ausbau, der Hauptstandort? Der Aussenstandort oder Standorte von Tochterfirmen? 
  • Reicht die vorhandene Stromkapazität und liefert der Netzanschluss auf dem Areal genügend Leistung? 
  • Welche Ladeleistung und welches System machen Sinn? Stand-alone oder ein Satelliten-System? 
  • Wie verändert sich die Wirtschaftlichkeit im Betrieb, beispielsweise wenn weniger Nutzlast in den LKWs vorhanden ist, Routen anders geplant werden und sich interne Abläufe und Prozesse ändern?  
  • Was müssen Chauffeur und Chauffeuse beim Ladevorgang beachten?

Für Thomas Brauch war klar, dass er diese Fragen nicht allein beantworten konnte. «Es war mir wichtig, einen kompetenten Partner mit guter Beratung zur Seite zu haben. Bei CKW wurde ich fündig.» Er selbst hatte bis dahin wenig Berührungspunkte mit Elektrik und Elektrotechnik. Ein neues Feld, das erschlossen werden musste, und CKW hat ihn von Anfang an begleitet und beraten.

Thomas Brauch im Gespräch mit CKW-Projektleiter Marco Arnet.
Thomas Brauch im Gespräch mit CKW-Projektleiter Marco Arnet.

«Es war mir wichtig, einen kompetenten Partner mit guter Beratung zur Seite zu haben. Bei CKW wurde ich fündig»

Thomas Brauch

CEO von Brauch Transport AG

Was hinter den Kulissen geschieht

Aus Sicht von Thomas Brauch verlief die Umsetzung erstaunlich unkompliziert. «Insgesamt können wir sagen, dass wir keine grösseren Herausforderungen hatten und die Umsetzung und Betrieb der Ladestationen funktionieren.» Das klingt einfach. Ist es im Hintergrund aber trotzdem nicht. 

Bei jedem Ausbauschritt waren mehrere Firmen involviert: Bauleitung, Elektroinstallateur, Hardwarelieferant, Backend-Integration, dazu die Baufirma vor Ort. Sockel und Ladestation wurden getrennt angeliefert und mussten logistisch exakt aufeinander abgestimmt werden, ebenso wie der Kabelzug und Baumeisterarbeiten.  

Auch technisch gab es Besonderheiten zu lösen: Da kein Tiefbau vorgesehen war, wurden die Kabel oberirdisch installiert und es brauchte einen speziell hohen Sockel für die Kabeleinführung in die Ladestation. Das war eine kostengünstigere und schnell umsetzbare Erschliessung. Es gab weniger Terminverzug und nur minimale Platzansprüche in der Bauphase. Ein weiterer Vorteil dieser Installationsart: Der Standort der Ladestation kann ohne grossen Aufwand angepasst werden. Bei einem Ladepark für das gesamte Areal kann die Ladestation an einer anderen Stelle eingesetzt werden. CKW konnte zudem die Konfiguration der Ladestation an die kundenspezifische Ausgangslage anpassen. 

Anlieferung, Montage, Anschluss und Inbetriebnahme fanden dann an einem einzigen halben Tag statt. Die Servicetechniker von CKW und die Mitarbeitenden der Elektroinstallationsfirma haben erfolgreich Hand in Hand gearbeitet.

Einbindung in Logistikprozesse

Hinzu kam die Einbindung in bestehende Systeme. Brauch Transport ist Teil verschiedener Netzwerke mit eigenen Systemanforderungen. Damit Ladeinfrastruktur und Fernwartung nahtlos in die bestehende Transportlogistik passen, wurden gemeinsam mit CKW Schnittstellen definiert, ein gemeinsamer Funktionstest durchgeführt und die Konfiguration kurzfristig angepasst, wo nötig. Das Ergebnis ist eine Lösung, die nicht nur einzelne Ladestationen betreibt, sondern eine übergreifende Steuerung und Überwachung ermöglicht, mit mehr Transparenz, weniger Ausfällen und vorausschauender Wartung.

Diese Komplexität hat Thomas Brauch selbst kaum gespürt. Genau das ist der Massstab für eine gute Partnerin: Sie sorgt dafür, dass ein Transportunternehmer sich weiter auf sein Kerngeschäft konzentrieren kann, während im Hintergrund alles ineinandergreift.

Die Menschen: ein Prozess, der noch läuft

Neue Fahrzeuge verändern nicht nur den Fuhrpark, sondern auch den Alltag der Menschen, die mit ihnen arbeiten. Fahrerinnen und Fahrer, Disposition und Werkstatt-Mitarbeitende mussten sich auf eine neue Technologie einlassen. Thomas Brauch macht daraus keine Erfolgsgeschichte, die bereits abgeschlossen ist. «Da braucht es noch Überzeugungsarbeit», sagt er offen. Gleichzeitig zeigt sich bereits, wohin die Reise geht: «Die Fahrerinnen und Fahrer, welche einen E-LKW fahren, sind jedoch sehr zufrieden und begeistert. Ich denke, mit der Zeit werden auch andere den E-LKW schätzen lernen.»

Disposition und Alltag: eine ehrliche Bilanz

Auch in der Tourenplanung zeigt sich, dass Elektrifizierung kein Selbstläufer ist. «Die Disposition muss sich bei der Planung mehr Gedanken machen, die Flexibilität leidet etwas», sagt Thomas Brauch. Es braucht ein Umdenken, und sein Team lernt täglich aus den eigenen Erfahrungen mit der neuen Technologie. Bei mehrtägigen Touren muss unterwegs geladen werden. Dafür braucht es ein verlässliches Netz und Vereinbarungen mit Partnern, denn die Strompreise an öffentlichen Ladesäulen sind oft hoch.

Anspruchsvollere Tourenplanung: Nicht nur für Fahrerinnen und Fahrer etwas Neues. Auch in der Disposition muss man die Tourenplanung mit Elektro-LKWs anpassen. 
Anspruchsvollere Tourenplanung: Nicht nur für Fahrerinnen und Fahrer etwas Neues. Auch in der Disposition muss man die Tourenplanung mit Elektro-LKWs anpassen. 

Die Partnerschaft mit CKW

Bei allen offenen Fragen im Alltag ist eines für Thomas Brauch klar: Die Wahl der richtigen Partnerin für die Ladeinfrastruktur war die richtige. «Mir fehlte das Wissen über die Elektrotechnik. CKW konnte mir dieses Thema verständlich und ohne Fachchinesisch erklären und hat vor allem sinnvolle Vorschläge für die Umsetzung gemacht. Das hat mich überzeugt. Ich kann CKW mit gutem Gewissen weiterempfehlen.»

«Dank der guten Zusammenarbeit aller involvierten Unternehmen konnten wir eine Lösung realisieren, die genau auf die Bedürfnisse von Brauch Transport zugeschnitten war.»

Marco Arnet, Projektleiter E-Mobilität bei CKW

Der Rat an andere Transporteure

Wer selbst überlegt, die eigene Flotte zu elektrifizieren oder das Firmenareal mit Ladeinfrastruktur auszurüsten, bekommt von Thomas Brauch einen klaren Rat mit auf den Weg: «Ich empfehle anderen Transportfirmen, nicht allzu lange zu warten und sich umgehend mit dem Thema zu befassen. Fördergelder werden nicht ewig zur Verfügung stehen, und auch die Befreiung von der LSVA läuft im Jahr 2030 aus. Wer länger davon profitieren kann, wird den LKW und die Ladeinfrastruktur schneller amortisieren können.» 

Was 2025 als kleiner Pilot mit zwei Fahrzeugen begann, ist bei Brauch Transport heute eine durchdachte Flottenstrategie, technisch fundiert, personell im Wandel und wirtschaftlich zu Ende gedacht. Die Geschichte zeigt, dass sich Diesel im Blut und Strom im Betrieb nicht ausschliessen müssen. Mit der richtigen Partnerin, dem Mut zum ersten Schritt und dem Willen, Prozesse und Menschen mitzunehmen, wird aus einer Frage der Überzeugung eine Frage der Zeit.  

Thomas Brauch weiss, wohin er mit seinem Unternehmen möchte: In zwei bis drei Jahren sollen rund 25 Prozent der Fahrzeuge elektrisch betrieben sein. Genau das macht eine erfolgreiche Flottenelektrifizierung aus: Ladelösungen müssen skalierbar und einfach erweiterbar sein. So kann auch das Zielbild in der Zukunft erreicht werden.

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