Das Wichtigste in Kürze
Egal, ob Sie Ihre LKW-Flotte elektrifizieren wollen und Ladeinfrastruktur in Ihrem Depot planen möchten – zu Beginn beschäftigen einen immer dieselben Überlegungen.
Zusätzliche hilfreiche Inhalte
Zukunftssichere Ladeinfrastruktur für E-LKW
Für den Aufbau einer zukunftssicheren «Ladeinfrastruktur für E-LKW» ist eine enge Prüfung und Abstimmung zwischen technologischen Grundlagen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen essenziell, um nicht nur das Aufladen von elektrischen LKW zu ermöglichen, sondern als Unternehmen auch wirtschaftlich davon zu profitieren.
Die Ladestation bildet das sichtbare Herzstück der Infrastruktur. Häufig ist das eine stationäre, leistungsstarke DC-Schnellladestation mit dem in Europa üblichen CCS-Ladeprotokoll (Combined Charging Standard). Neben der Ladestation gehören auch zugehörige Netzanschlüsse sowie passende Softwarelösungen – etwa für Lastmanagement und Kostenabrechnung – als Kernkomponenten dazu.
Gesamtheitliche Arealentwicklung für nachhaltigen Erfolg
Unsere Erfahrung als Anbieterin von Ladelösungen für Unternehmen zeigt, dass in allen Fällen eine gesamtheitliche Betrachtung der strategischen Arealentwicklung für Unternehmen langfristig mehr wirtschaftliche und ökologische Vorteile bringt als eine isolierte Planung der Elektro-Ladeinfrastruktur.
Die Planung einer Ladeinfrastruktur für E-LKW ist für jedes Unternehmen individuell und basiert auf dessen einzigartigen Anforderungen. So ist für ein Logistikunternehmen das Sammeln von Erfahrungswerten mit elektrischen LKW enorm wichtig für die spätere Planung der Routen und notwendigen Ladestationen. Für ein Unternehmen, das öffentliche Ladestationen betreibt, sind wiederum andere Faktoren wie Frequenz oder Standzeiten wichtige Einflussfaktoren.
Mit einer intelligenten Arealentwicklung, wo beispielsweise die Ladeinfrastruktur mit eigens produziertem Strom aus der PV-Anlage gespiesen und in Batteriespeichern gespeichert wird, ist eine Skalierung für wachsende Flotten und höhere Ladeleistungen nicht nur problemlos möglich, sondern auch wirtschaftlich sehr attraktiv. Modulare Lösungen ermöglichen zudem Erweiterungen ohne Beeinträchtigung der bereits bestehenden Infrastruktur.
Ladeinfrastruktur bauen ohne den Betrieb zu stören?
Der Ausbau von Ladeinfrastruktur für E-LKWs bringt oft Tiefbauarbeiten mit sich: Gräben für Stromleitungen, Fundamente für Ladesäulen, Vorplatzanpassungen.
Was tun, wenn der Betrieb weiterlaufen muss und Logistikprozesse nicht beeinträchtigt werden dürfen?
Eine berechtigte Fragen. Denn:
- Rampen und Zufahrten sind das Herzstück des täglichen Betriebs
- Zeitfenster für Bauarbeiten sind oft eng
- Sicherheitsanforderungen müssen eingehalten werden
Was hilft?
- Frühzeitige Bauphasenplanung (Arbeiten in Etappen, abgestimmt auf Betriebszeiten)
- Temporäre Umfahrungen oder Ersatzrampen
- Einsatz von grabenlosen Verlegetechniken (zum Beispiel Erdraketen, Spülbohrungen)
- Enge Abstimmung mit Bauleitung und Disposition
Unser Fazit:
Ladeinfrastruktur lässt sich auch im laufenden Betrieb realisieren – mit der richtigen Planung, Technik und Kommunikation.
Welche Ladesysteme für E-LKW gibt es?
Es gilt zwischen AC-Ladesystemen (Wechselstrom) und DC-Ladesystemen (Gleichstrom) zu unterscheiden. Bei AC-Ladestationen erfolgt die Gleichrichtung des Stroms im Fahrzeug, während beim DC-Laden die Leistungselektronik in der Ladestation integriert ist.
Im Gegensatz zu AC-Ladestationen eignen sich DC-Ladestationen besonders für das schnelle Aufladen von elektrischen Lastwagen. Ladepunkte mit üblicherweise 100 bis 400 kW (Kilowatt) Leistung laden LKW je nach Modell in zwischen 60 und 180 Minuten von ca. 10 Prozent auf ca. 80 Prozent Akkustand auf. Nach 30 Minuten laden können durchschnittliche E-LKW-Modelle wieder für circa 100 Kilometer weiterfahren.
Megawatt Charging System (MCS)
Mit neuen Schlüsseltechnologien wie MCS (Megawatt Charging System) sollen E-LKW Ladestationen zukünftig bis zu 3,75 Megawatt leisten können und in 45 Minuten einen E-LKW aufladen. Es wurde speziell für den Schwerverkehr entwickelt, passt ideal zu den Ruhezeiten der Fahrer und Fahrerinnen und optimiert die Nutzung von Langstrecken-E-LKW. MCS wird eine zentrale Rolle bei der Elektrifizierung des Fernverkehrs und dem Ausbau der Ladeinfrastruktur in Europa spielen.
Ladelösungen für Logistikflotten
Aus unserer Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Logistikunternehmen hängt die optimale Ladelösung für E-LKW von der Routenplanung ab. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur konzentriert sich derzeit noch häufig auf die eigenen Depots, gefolgt von immer mehr Ladestationen an hochfrequentierten Zielorten.
| Häufige Lademöglichkeiten für E-LKW | Über-Nacht-Laden (im eigenen Depot oder an Raststätten) | Laden am Zielort (in Verteilzentren, Warenlagern) | Laden unterwegs (auf Raststätten an der Autobahn) |
|---|---|---|---|
| Ladesystem | AC/DC | AC/DC | DC |
| Ladeleistung | 50–400 kW (CCS) | 50–400 kW (CCS) | 750 kW+ (MCS) |
Mit der steigenden Anzahl E-Lastwagen findet auch ein Ausbau der Ladeinfrastruktur entlang der wichtigsten Transportachsen in der Schweiz statt. So wurden erst kürzlich im Mai 2025 Schnellladestationen für E-LKW an der Raststätte Kölliken Nord in Betrieb genommen.
Schritt für Schritt zur E-LKW-Ladeinfrastruktur
Die Elektrifizierung einer Fahrzeugflotte ist eng verbunden mit der Unternehmensstrategie. In diesem Prozess müssen Annahmen über die Entwicklung der Anschaffungs- und Betriebskosten verschiedener Antriebstechnologien getroffen werden, zum Beispiel über die Entwicklung der Strompreise ebenso wie über die Entwicklung von Treibstoffen aus fossilen Quellen.
Die Entscheidung für oder gegen die Elektrifizierung muss nicht absolut getroffen werden. In der Praxis werden Fahrzeugflotten oft auch schrittweise umgestellt, zum Beispiel gestaffelt nach Standort oder Fahrzeugkategorie.
Aus unserer langjährigen Erfahrung als Anbieterin für Ladeinfrastruktur hat sich folgender Prozess etabliert:
In dieser Phase werden nur wenige Fahrzeuge elektrifiziert, die gemietet oder geleast werden können. Die Fahrzeuge werden mit einfachen Ladesystemen geladen und sind nicht vollständig in die Flottenplanung integriert.
Die Elektrifizierungsstrategie wird in Einklang mit der Unternehmensstrategie gebracht. Wichtig ist die Sicherstellung der Lademöglichkeit und die Energie- und Leistungsbeschaffung. Anlagen können erweiterbar geplant werden, um Kosten und Risiken zu verteilen und zu reduzieren. Einer Installation geht immer eine umfangreiche Beratung und Konzeption voraus. Diese berücksichtigt alle wichtigen Faktoren hinsichtlich des Arealnetzausbaus, des Lastmanagements und Abklärungen zum Netzanschluss.
Auch die nötigen Genehmigungen werden eingeplant und eingeholt. Ladestationen müssen stets beim zuständigen Netzbetreiber angemeldet werden. Wenn es sich um öffentliche Ladepunkte für E-LKW handelt, etwa entlang von Autobahnen, ist darüber hinaus in der Schweiz eine Genehmigung des Bundesamtes für Energie (BFE) nötig. Der Genehmigungsprozess kann dauern – daher sollte mit der Planung und Konzeption früh begonnen werden.
In dieser Phase findet die Detailplanung der Elektrifizierungsstrategie statt. Die Umstellung der Standorte wird Schritt für Schritt geplant. Die Anlagen sollten möglichst einheitlich realisiert werden, um den Aufwand für Betrieb und Instandhaltung zu minimieren.
Zuerst werden nötige Tiefbauarbeiten und Kabelarbeiten für den Arealnetzbau ausgeführt, erst dann erfolgen die eigentliche Installation der Ladestation und die Inbetriebnahme des Systems.
Ein zentraler und wichtiger Treiber für eine erfolgreiche Flottenelektrifizierung ist, von Anfang an die Mitarbeitenden mit einzubeziehen. Mit Schulungen zu Hardware und Software sowie begleitender Einarbeitung in die neuen Abläufe sind alle Beteiligten schnell auf die Umstellung auf Elektrofahrzeuge vorbereitet.
Der Einsatz von leistungsstarker Software ist für einen reibungslosen Betrieb unabdingbar – für Lastmanagement, Wartungszyklen, Auslastungsmonitoring und korrekte Abrechnung. Hinzu kommt professionell geschultes Personal, das regelmässig beispielsweise bei Software-Updates und Hardware-Änderungen entsprechend weitergebildet wird.
Oft werden Anlagen über die Jahre schrittweise erweitert oder ein Areal vergrössert, wodurch die Anforderungen an Sicherheit und Wartung kontinuierlich steigen. Besonders grosse Strommengen und eine intensive Nutzung der Ladestationen sind im Unterhalt nicht zu unterschätzen. Wir empfehlen daher für Schulungen, regelmässige Wartung und smarte Abrechnungslösungen eine erfahrene Anbieterin wie CKW zu engagieren.
Ein Service- und Wartungsvertrag stellt die Wartung der Ladeinfrastruktur im laufenden Betrieb sicher und gewährleistet die vereinbarten Garantieleistungen.
Kosten & Förderung für E-LKW-Ladeinfrastruktur
Die Kosten für durchschnittliche Schnellladestationen für E-LKW bewegen sich im Jahr 2025 zwischen 30’000 Franken und 100’000 Franken pro Ladepunkt. Am Ende sind Voraussetzungen, Ansprüche, Anwendungsgebiete und Umfang bei Ladeinfrastruktur für E-LKW sehr unterschiedlich und variieren deshalb sehr stark. Sie können vom kleinen Depot bis zur grossen Autobahn-Ladeanlage reichen.
Weiter kann derzeit noch mit einer LSVA-Befreiung bis Ende 2031 kalkuliert werden, obwohl diese künftig in einer anderen Form wieder für E-LKW gelten wird. Es gibt zudem noch Förderbeiträge, welche die Kosten teils erheblich abfedern können. Eine realistische Kosteneinschätzung ist jedoch erst im Rahmen eines Beratungsgespräches möglich.
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Seit dem 1. Januar 2026 haben KMU im Bereich des Strassentransports die Möglichkeit, Fördergesuche für den Bau von Ladeinfrastrukturen einzureichen (Planung, Netzanschluss, Zuleitung, Ladeeinrichtung).
Gefördert werden:
- Planung (Machbarkeitsstudien).
- Netzanschluss (u.a. Netzanschlussbeitrag, ggfs. Mittelspannungsanlage, Trafogebäude und Transformatoren, Hauptverteilung, Batterie).
- Zuleitung (u.a. Tiefbauarbeiten, Zwischenverteilung, Kabelschutzrohre, Kommunikationsverkabelung)
- Ladeeinrichtung (u.a. Leistungseinheiten (Power Unit), Stecker/Satellit (Dispenser), Führungssystem der Ladekabel, Ladestation, Lastmanagement, Kommunikation)
Informationen finden Sie unter www.in-charge.ch
Das Team von E-Mobilität von CKW unterstützt Sie gerne bei der Umsetzung und Antragsstellung.
Häufige Fragen
Zwischen den unterschiedlichen Schnellladetechnologien gibt es kaum Unterschiede, wenn es um den Einfluss auf oder den Verschleiss von E-LKW-Akkus geht. Ob der in Europa verbreitete CCS-Standard oder das im asiatischen Raum übliche CHAdeMO-Laden – an sich ist nur wichtig, welchen Standard das relevante E-LKW-Modell unterstützt.
Ein wichtiger Unterschied besteht jedoch zwischen Schnellladen und langsamem Laden. Akkus verschleissen stärker und in kürzerer Zeit, je öfter sie schnell entladen und aufgeladen werden. Daher sollte man insbesondere LKW-Akkus mit intensivem Nutzungsprofil, das häufiges Schnelladen vorsieht, wann immer möglich langsam laden – etwa bei längeren Fahrtpausen über Nacht. Das verlangsamt den Verschleiss und kann Akkubestandteilen sogar erlauben, sich zu «erholen». Langsames Laden ist an deutlich weiter verbreiteten AC-Ladestationen möglich, oder auch an leistungsfähigen Schnelladestationen mit variabler Ladeleistung.
Ladeinfrastruktur für E-LKW mit Energiespeichern zu kombinieren und mit erneuerbaren Energien zu betreiben, ist nicht nur naheliegend. Für den gewerblichen, wirtschaftlichen Betrieb ist es fast unabdingbar. Besonders in ländlichen Gebieten bietet sich die Nutzung von Solarstrom oder Windkraft an, da dort einerseits jene Stromquellen üblicher sind und andererseits die restliche Netzwerkinfrastruktur oft weniger gut ausgebaut ist. Mit Stromspeichern können Solar- oder Windenergie auch zu Zeiten genutzt werden, in denen keine Sonne scheint oder der Wind weht. Ausserdem lassen sich Stromspeicher in dynamische Lastmanagementsysteme einbinden, womit sie dabei helfen, Lastspitzen abzudämpfen.
Das hängt von zwei Dingen ab: von der Batteriekapazität des E-LKW und der Leistung der Ladestation. Beispiel: Batterieladung von 0 auf 100 Prozent für einen E-LKW mit 500-kWh-Batterie:
- Mit 50-kW-DC-Lader: 10 Stunden Ladezeit
- Mit 250-kW-DC-Lader: 2 Stunden Ladezeit
Fazit: Für Über-Nacht-Laden reicht eine kleine DC-Station, wenn die Standzeit lang genug ist. Für tägliche Zwischenladungen oder auf Langstrecken braucht man DC-Schnellladestationen mit mindestens 250 kW aufwärts.
Je höher die Tageskilometer und je kürzer die Standzeiten, desto höher muss die Ladeleistung sein.
| Ladeleistung | Anwendung |
|---|---|
| 22–50 kW (AC/DC) | Overnight-Laden bei geringer Auslastung, Depotladung, Lieferwagen und LKW |
| 100–400 kW (DC) | Tägliches Zwischenladen, öffentliches Laden, LKW |
| > 750 kW (MCS) | Zukunftsszenario Hubs (Hyperladen) |
Die Planung erfordert Koordination zwischen mehreren Stakeholdern:
- Betreiber (Bauherr) oder Betreiberin (Bauherrin): Anforderungen, Fahrpläne, Strategie
- LKW-Händler (lange Lieferzeiten): Kompatibilität, Ladeschnittstelle
- Ladestationsanbieter: Konzeptionierung Ladepark, Koordination Ladeinfrastruktur mit Architekturbüro und dem Elektroplaner bzw. der Elektroplanerin
- VNB (Verteilnetzbetreiber): Anschlusskapazität prüfen, Trafo
- Gemeinde/Bauamt (lange Vorlaufzeiten): Baubewilligung
- Baufirma: Tief- und Hochbauarbeiten
- Elektroplaner und Elektriker oder Elektroplanerin und Elektrikerin: Planung und Erstellung Elektro- und Netzwerkinstallation
Die Integration von DC-Schnellladestationen für Elektro-LKW stellt besondere Anforderungen an die Stromversorgung und die Infrastruktur: DC-Lader benötigen hohe Anschlussleistungen (oft 150 kW und mehr), was eine entsprechende Dimensionierung des Hausanschlusses und der Leitungen voraussetzt. Die Ladezeiten sind kurz, daher müssen die Ladesäulen robust und zuverlässig sein. Ein weiterer Punkt ist das Lastmanagement, um Netzüberlastungen zu verhindern. Auch die Planung der Stellplätze und die Zugänglichkeit für grosse Fahrzeuge sind wichtige Aspekte.