Im Wasser schnell, im Job präzise

12. August 2025|Lesezeit: 5 min

Sisikon, ein heisser Sommertag. Das Wasser des Urnersees glitzert, die Mittagssonne brennt auf die Wiese am Ufer. Hier baut Tino Durrer, in der Ausbildung zum Automatiker EFZ und angehender iQFoil-Profi, sein Sportmaterial zusammen.

«Ich liebe es, wenn der Wind um mich pfeift und ich förmlich über dem Wasser schwebe», sagt Tino Durrer, während er das Foil festschraubt. Kurz darauf trägt er sein Brett ins Wasser und richtet das Segel im Wind aus. Das Brett hebt sich, und in rasantem Tempo schiesst Tino über den See, die Gischt spritzt. Der 16-Jährige ist in seinem Element.

Wassersport in der DNA

Tino Durrer hat den Wassersport im Blut. Schon früh durfte er erste Erfahrungen auf dem Segelschiff und mit dem Windsurfbrett der Eltern sammeln. Im Alter von acht Jahren begann er mit dem Segelsport – klassisch im Optimist, einem kleinen Einmannboot. Später folgten Zweimannboote – die sogenannten 420er. Seit letztem Sommer ist das iQFoil seine neue Leidenschaft. «Es macht einfach Spass, mit 40 bis 50 Stundenkilometern übers Wasser zu fliegen. Du bist über dem Wasser, umgeben vom Wind. Das ist pure Freude.» 

Dass der Sport längst mehr als ein Hobby ist, zeigen seine Erfolge: Teilnahme an der Optimist-Europameisterschaft, Team-Race-Schweizermeister, ein fünfter Platz an der nationalen Meisterschaft mit 13 Jahren – und zuletzt der Sieg in der U17-Kategorie eines internationalen Zweimannboot-Wettkampfs in Kiel. 

Beruf und Sport im Gleichgewicht

Neben der sportlichen Karriere absolviert Tino Durrer eine Lehre als Automatiker bei CKW. «Am Anfang wollte ich Polymechaniker werden, aber das war mir zu werkstattlastig. Der Beruf des Automatikers verbindet Handwerk und Büroarbeit, das gefällt mir sehr.» Die Wahl des Lehrbetriebs war schnell klar: «Ich habe viel Gutes über CKW gehört, und die Schnupperlehre hat mir super gefallen. Es macht Spass, die Lehre in einem Unternehmen mit über 350 Auszubildenden zu machen. Wir sind wie eine grosse Familie und es werden tolle Sachen für uns organisiert – zum Beispiel ein Lernendenlager oder ein Tag im Europapark. 

CKW unterstützt den Automatiker-Lernenden in seiner Doppelrolle mit einem 90 %-Pensum und acht Wochen Ferien pro Jahr. Zwei bis drei Wochen nutzt der 16-Jährige für Erholung, den Rest investiert er in Trainings und Wettkämpfe. «Ohne CKW könnte ich den Sport so, wie ich ihn jetzt ausübe, nicht machen. Das bedeutet mir sehr viel.» 

«Ohne CKW könnte ich den Sport so, wie ich ihn jetzt ausübe, nicht machen.»

Tino Durrer

Automatiker-Lernender EFZ

Grosse sportliche Träume

Sein grosser sportlicher Traum? «Olympia wäre schon unglaublich», sagt Tino Durrer. Seit kurzem ist iQFoil eine olympische Disziplin. Noch ist Tino zu jung, die körperlichen Anforderungen sind hoch. «Aber in ein paar Jahren könnte es realistisch werden. Ich will so lange vorne mitfahren, wie es mir Spass macht.» Bis dahin trainiert Tino im Regionalkader des RVZS und im Club DRCS. Regelmässig zieht er auf dem Urnersee seine Bahnen, fährt Kurse, verbessert seine Technik und steigert seine Ausdauer. 

Disziplin statt Zufall

Tino Durrers Disziplin zeigt sich auch im Alltag. Ein typischer Tag des 16-jährigen Sportlers ist gut durchgeplant. Unter der Woche steht entweder Arbeit oder Berufsschule an, oft ergänzt durch Krafttraining am Morgen oder nach dem Feierabend. «Wind haben wir auf dem See meist von 12.00 bis 16.00 Uhr, also trainiere ich unter der Woche selten auf dem Wasser. Dafür mache ich abends Ausdauertraining oder bereite mein Equipment vor.» 

Auch wenn es stressig wird, behält Tino die Ruhe. «Ich schiebe nichts auf, das hilft. Und ich bekomme viel Unterstützung von meinen Eltern, Schulkolleginnen und -kollegen, Sponsoren, aber auch von meinem Berufsbildner und dem Team.  

Nie die Freude verlieren

Ein Vorbild hat Tino Durrer auch: Arda Saatçi, der Japan zu Fuss durchquert hat. «Seine Ausdauer fasziniert mich. Solche Geschichten motivieren mich, dranzubleiben.» Sein Rat an andere junge Menschen mit grossen Träumen? «Habt Spass an dem, was ihr macht. Wenn es keine Freude mehr bringt, lasst es sein. Aber wenn es euch etwas bedeutet: Bleibt dran, bleibt motiviert und gebt nicht auf.»