Das Wichtigste in Kürze
Ein Gewerbespeicher rechnet sich vor allem über Peak Shaving und einen höheren PV-Eigenverbrauch. Entscheidend sind Lastprofil, gewünschte Leistung (kW) und Kapazität (kWh).
Zusätzliche hilfreiche Inhalte
Für wen lohnt sich ein Gewerbespeicher?
Ein Gewerbespeicher, oft auch Industriespeicher oder Commercial & Industrial (C&I) Speichersystem genannt, schliesst die Lücke zwischen Heimspeicher und grossem BESS (Batterie Energiespeichersystem oder auch Battery Energy Storage System). Mit Speicherkapazitäten von rund 100 Kilowattstunden bis 1 Megawattstunde eignet er sich für Unternehmen und öffentliche Gebäude, die Stromkosten senken, Lastspitzen glätten und den Eigenverbrauch aus Photovoltaik erhöhen möchten.
Der Gewerbespeicher lohnt sich also überall dort, wo Stromverbrauch, Leistungsspitzen oder PV-Ertrag so hoch sind, dass sich ein Speicher im Betrieb spürbar auszahlt, ohne dass gleich ein grosses BESS-Projekt nötig ist.
Industrie und Gewerbe
Für Betriebe mit Maschinen, Kühlung, Druckluft, IT oder Ladeinfrastruktur kann ein Gewerbespeicher helfen, teure Leistungsspitzen zu vermeiden und PV-Strom gezielter zu nutzen.
Gemeinden und Schulen
Öffentliche Gebäude mit PV-Anlage wie Turnhallen, Schulhäuser oder Verwaltungsgebäude profitieren oft von planbaren Lastprofilen. Ein Speicher kann hier Eigenverbrauch und Kostenstruktur verbessern.
Produktion und Infrastruktur
Auch kleinere Produktionsfirmen oder Infrastrukturbetreibende nutzen Gewerbespeicher, um Lastspitzen zu kappen, Prozesse zu stabilisieren und PV-Erträge besser in den Betrieb zu integrieren.
Welchen Nutzen bringt ein Gewerbespeicher im Alltag?
Vorteile eines Gewerbespeichers sind:
- Weniger teure Spitzen
- Mehr nutzbarer PV-Strom
- Mehr Kontrolle über den eigenen Verbrauch
- Möglichkeit für aktive Batteriebewirtschaftung
Eigenverbrauchsoptimierung mit PV
Ein Speicher verschiebt Solarstrom in die Stunden, in denen Ihr Betrieb ihn wirklich braucht, statt ihn einzuspeisen. Das erhöht den Eigenverbrauch und kann die Wirtschaftlichkeit der PV-Anlage verbessern.
Lastspitzenmanagement (Peak Shaving)
Hohe Lastspitzen beim Strombezug aus dem Stromnetz führen zu erhöhten Leistungspreisen (CHF/kW). Genau hier setzt ein Gewerbespeicher an: Er kann diese Lastspitzen gezielt abfedern, indem er bei hoher Last kurzfristig Energie bereitstellt.
So reduzieren Sie teure Leistungsspitzen und verbessern die Planbarkeit Ihrer Energiekosten.
Was bedeutet Peak Shaving?
Peak Shaving beschreibt das gezielte Glätten von Lastspitzen im Stromverbrauch.
Anstatt bei kurzfristig hoher Leistung viel Energie aus dem Netz zu beziehen, liefert der Batteriespeicher einen Teil dieser Leistung selbst.
Das Ergebnis:
- Tiefere Leistungskosten
- Stabilerer Verbrauch
- Bessere Kontrolle über die Energiekosten
Wie funktioniert Peak Shaving im Betrieb?
Im Alltag läuft Peak Shaving automatisiert im Hintergrund:
- Der Speicher wird geladen, wenn genug Energie verfügbar ist (zum Beispiel durch PV oder in Zeiten tiefer Last).
- Steigt der Strombedarf kurzfristig stark an, entlädt sich der Speicher gezielt.
- Die Leistungsspitze wird reduziert, bevor sie im Netzbezug sichtbar wird.
Gerade bei Betrieben mit Maschinen, Ladeinfrastruktur oder stark schwankendem Verbrauch ist dieser Effekt deutlich spürbar.
Wann lohnt sich Peak Shaving besonders?
Peak Shaving ist vor allem interessant, wenn:
- Regelmässig hohe Lastspitzen auftreten, zum Beispiel beim Aufstarten von Maschinen, die in den ersten Minuten erheblich höhere Leistungen beziehen als im Betrieb.
- Leistungspreise einen relevanten Teil der Stromkosten ausmachen.
In diesen Fällen wird der Batteriespeicher nicht nur zum Energiespeicher, sondern zu einem aktiven Werkzeug zur Kostenoptimierung.
Weitere Vorteile
Netzdienstleistungen (Grid Services)
Grössere Sunwoda OASIS-Systeme können für Frequenzregelung, Blindleistungskompensation und weitere Netzdienstleistungen eingesetzt werden. Dies eröffnet zusätzliche Einnahmequellen und trägt zur Netzstabilität bei.
Betriebsstabilität
Ein Speicher kann helfen, Lastwechsel zu glätten und den Betrieb planbarer zu machen. Ob eine Notstrom- oder Backup-Funktion sinnvoll ist, hängt vom System, der Installation und dem gewünschten Umfang ab. Das wird projektbezogen definiert.
Welche Speichergrösse passt zu Ihrem Betrieb?
Die passende Grösse hängt von Ihrem Lastprofil, der PV-Leistung, den Spitzen (kW) und dem Ziel ab: Eigenverbrauch, Peak Shaving oder beides. Als grobe Orientierung:
| 100–300 kWh | Für kleinere Gewerbebetriebe, Schulen oder Gebäude mit moderaten Spitzen, häufig als Einstieg, um PV-Eigenverbrauch und erste Peak-Shaving-Effekte zu kombinieren. |
|---|---|
| 300–700 kWh | Für Betriebe mit deutlicheren Lastspitzen, mehreren Verbrauchsgruppen (zum Beispiel Produktion, Büro und Laden) oder grösseren PV-Anlagen. |
| 700 kWh–1 MWh | Für standortübergreifende Areale, höhere Leistungsanforderungen oder wenn Peak Shaving ein zentraler Hebel ist. |
| Über 1 MWh | Wenn der Speicher deutlich grösser wird, sprechen wir von einem BESS (Battery Energy Storage System). CKW bietet Ihnen auch Lösungen für die Bewirtschaftung und die Vermarktung von BESS an. |
Welche Systeme gibt es und worin unterscheiden sie sich?
Für Gewerbespeicher stehen andere Systeme im Vordergrund als bei Heimspeichern. Entscheidend sind Skalierbarkeit, Leistung, Einbindung in PV und Energiemanagement sowie Betriebskonzepte (zum Beispiel Peak Shaving). CKW setzt in diesem Segment vor allem Produkte des Herstellers Sunwoda ein.
Sunwoda Gewerbespeicher
Sunwoda bietet C&I-Energiespeicherlösungen an, die für unterschiedliche gewerbliche Szenarien ausgelegt sind. Modular, skalierbar und für typische Anwendungsfälle wie PV-Eigenverbrauch und Peak Shaving.
Abgrenzung zu Heimspeichern
Batteriespeicher für zu Hause sind auf tiefere Lastprofile und einfachere Installationssituationen ausgelegt. Gewerbespeicher müssen dagegen höhere Leistungen und Betriebsanforderungen abdecken. Darum unterscheiden sich Systemdesign, Einbindung und Betrieb oft deutlich.