Das Wichtigste in Kürze
Der Eigenverbrauch Ihrer PV-Anlage lässt sich gezielt steigern. Mit intelligenter Steuerung, optimaler Dimensionierung, einem Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) und der Einbindung von Stromspeichern oder Grossverbrauchern wie Wärmepumpe oder Elektroauto.
Zusätzliche hilfreiche Inhalte
Was bedeutet Eigenverbrauch bei der PV-Anlage?
Der Eigenverbrauch bezeichnet den Anteil des selbst erzeugten Solarstroms, den Sie direkt im eigenen Haushalt nutzen. Die Rechnung ist einfach: Je mehr Solarstrom Sie selbst verbrauchen, desto weniger Strom müssen Sie aus dem öffentlichen Netz beziehen. Das senkt Ihre Stromrechnung und erhöht die Wirtschaftlichkeit Ihrer Photovoltaik-Anlage.
Darüber hinaus ist der Eigenverbrauch auch ein persönlicher Beitrag zur Energiewende und zu einer nachhaltigen Energiezukunft. Wer den Strom aus der eigenen PV-Anlage selbst nutzt, entlastet das Stromnetz und reduziert die Abhängigkeit von fossilen Energien. Ausserdem steigt mit jedem selbst verbrauchten Kilowatt die Unabhängigkeit von Strompreisen und Netzgebühren.
Die Sache mit der Autarkie oder die optimale Dimensionierung einer Solaranlage
Bei der bestmöglichen Dimensionierung einer Anlage spielen zwei Faktoren eine Rolle: Erstens der Eigenverbrauchsanteil, der besagt, wie viel des produzierten Solarstroms selbst verbraucht wird. Zweitens der Autarkiegrad. Er sagt aus, wie viel des gesamten Strombedarfs durch eigenen Solarstrom gedeckt werden kann. Eine kleine Anlage erzielt zwar eine hohe Eigenverbrauchsquote, aber einen tiefen Autarkiegrad, weil sie nur einen kleinen Teil des Gesamtbedarfs deckt – teurer Netzstrom muss eingekauft werden. Eine grosse Anlage erhöht die Autarkie, weist jedoch eine tiefe Eigenverbrauchsquote auf und ist in der Anschaffung teuer. Am wirtschaftlichsten ist ein Gleichgewicht: 60 bis 70 Prozent für beide Werte gelten als optimal.
Warum lohnt sich ein hoher Eigenverbrauch finanziell?
Der finanzielle Vorteil eines hohen Eigenverbrauchs wird deutlich, wenn man die Kosten pro Kilowattstunde (kWh) eigenen PV-Stroms dem Strompreis des Energieversorgers gegenüberstellt. Die Differenz ergibt das Einsparpotenzial – also den Betrag, den Sie pro kWh einsparen, wenn Sie statt des Netzstroms den eigenen PV-Strom nutzen.
| Stromart | Preis pro kWh |
|---|---|
| Netzstrom | 29 Rp |
| Eigener PV-Strom | 10 - 14 Rp |
| Einsparpotenzial | 15 - 19 Rp |
Bei diesem Beispiel werden also rund 15 bis 19 Rappen pro Kilowattstunde Strom gespart. Ein durchschnittliches Schweizer Einfamilienhaus verbraucht pro Jahr 4’500 Kilowattstunden Strom. Wenn 50 Prozent davon (2’250 kWh) über Solarstrom gedeckt werden können, liegt die Ersparnis pro Jahr bereits bei durchschnittlich 380 Franken. Für Solarstrom, den Sie nicht selbst verbrauchen und stattdessen ins öffentliche Netz einspeisen, bekommen Sie zusätzlich eine Rückliefervergütung. Diese spielt eine wichtige Rolle bei der Amortisation der Kosten, die Sie anfangs in eine Solaranlage investieren müssen.
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Welche genauen Kosten Sie mit einem optimalen Eigenverbrauch einsparen können, ist von individuellen Faktoren abhängig. Unser Rechenbeispiel basiert auf Durchschnittswerten für einen 4-Personen-Haushalt und gilt nicht pauschal für alle Anlagen. Insbesondere, wenn Energiemanagement, Batteriespeicher, Wärmepumpe oder E-Auto-Ladestation dazukommen, fällt die Rechnung anders und üblicherweise vorteilhafter für Sie aus. Kundinnen und Kunden mit einem Energiemanagementsystem (EMS) können ab 2026 auch von dynamischen Strompreisen profitieren.
Eigenverbrauch optimieren
Um den Eigenverbrauch Ihrer PV-Anlage zu erhöhen, kommt es auf die richtige Kombination aus Technik, Planung und Alltagsgewohnheiten an. Mit gezielten Massnahmen können Sie mehr Solarstrom selbst nutzen und so Ihre Stromkosten nachhaltig senken. Ohne diese Massnahmen ist ein Eigenverbrauch von 25 Prozent des produzierten Solarstroms durchaus üblich. Dieser Anteil lässt sich jedoch mit Energiemanagement, Batteriespeicher und grossen Verbrauchern wie E-Auto und Wärmepumpe realistisch auf bis zu 60 Prozent anheben.
Grossverbraucher wie Wärmepumpe und Elektroauto sind besonders gut geeignet, um den Solar-Eigenverbrauch zu optimieren.
Intelligente Steuerung mit Energiemanagementsystem
Ein erster Schritt zur Eigenverbrauchsoptimierung ist ein Energiemanagementsystem (EMS). Das EMS wird als kleines Steuergerät im Sicherungskasten oder Technikraum bzw. Schaltschrank installiert. Es überwacht die Stromproduktion Ihrer PV-Anlage und erkennt, wann Überschüsse entstehen. In diesen Phasen kann das EMS automatisch grosse Verbraucher wie Wärmepumpe, Boiler oder die Ladestation für Ihr E-Auto einschalten, sodass möglichst viel Solarstrom direkt genutzt wird. Manuelles Eingreifen, beispielsweise zum Laden des Elektroautos, ist aber jederzeit möglich.
Ist der Wechselrichter der Solaranlage mit einem Webserver verbunden, lässt sich auch eine passende Software wie der CKW PV Manager für die Steuerung und das Energiemanagement nutzen. Ist Ihr Zuhause mit einem Gebäudeautomationssystem ausgestattet, kann dieses ebenfalls als EMS fungieren.
Durch die intelligente Steuerung lassen sich auch kleinere Verbraucher wie Waschmaschine oder Geschirrspüler in die ertragreichsten Sonnenstunden verschieben. So wird der Eigenverbrauch weiter gesteigert, ohne dass Sie ständig manuell eingreifen müssen. EMS werden per Kabel oder drahtlos mit Ihrer PV-Anlage, dem Wechselrichter und den steuerbaren Verbrauchern (z.B. Wärmepumpe, Wallbox) verbunden. Viele Systeme bieten Apps, mit denen Sie den Stromfluss jederzeit im Blick behalten und flexibel reagieren können.
Wärmepumpe und E-Auto integrieren
Insbesondere Wärmepumpen und Elektroautos sind grosse Hebel für die Eigenverbrauchsoptimierung. Der Grund: Beide benötigen vergleichsweise viel Strom und können zeitlich flexibel betrieben beziehungsweise geladen werden. Sie lassen sich also gezielt bei PV-Überschuss mit Solarstrom versorgen. Beispielsweise wird mit einer intelligenten Steuerung die Wärmepumpe tagsüber aktiviert, um Warmwasser für einen Wärmespeicher zu erzeugen.
Auch das Laden des E-Autos lässt sich gezielt auf die Sonnenstunden legen. Moderne Wallboxen und Smart-Charging-Lösungen ermöglichen es, das Auto genau dann zu laden, wenn genügend Solarstrom zur Verfügung steht. So können Sie mit Ihrem E-Auto ganz einfach weiter den Eigenverbrauch erhöhen.
Batteriespeicher installieren
Mit einem Batteriespeicher kann überschüssiger Solarstrom gespeichert und zeitversetzt genutzt werden. Etwa abends oder nachts, wenn die PV-Anlage keinen Strom produziert. So können Sie Ihren Eigenverbrauch steigern und Ihre Unabhängigkeit vom Stromnetz erhöhen.
Die Anschaffung eines Batteriespeichers wirkt sich jedoch erheblich auf die Anfangsinvestition und damit die Amortisationszeit aus. Deshalb ist es wichtig, dass bei der Planung der Speicher optimal auf die Grösse der PV-Anlage und Ihren individuellen Strombedarf abgestimmt wird, um eine wirtschaftliche Lösung zu gewährleisten. Auch wenn zunächst kein Speicher installiert werden soll, kann die PV-Anlage so geplant werden, dass eine spätere Nachrüstung unkompliziert möglich ist. Mit einem Batteriespeicher lässt sich der Eigenverbrauch einer Solaranlage steigern.
Grob geschätzt kann man von folgenden Berechnungen ausgehen:
- Richtig dimensionierte Anlage ohne Optimierung und Speicher: ca. 25 bis 35 Prozent Eigenverbrauch
- Richtig dimensionierte Anlage mit Optimierung aber ohne Speicher: ca. 35 bis 45 Prozent Eigenverbrauch
- Richtig dimensionierte Anlage mit Optimierung und mit Speicher: ca. 50 bis 65 Prozent Eigenverbrauch
Alternative: Zusammenschluss zum Eigenverbrauch statt Batteriespeicher
Ein Batteriespeicher ist wie bereits erwähnt eine optionale Komponente Ihrer PV-Anlage. Sie können Ihren Eigenverbrauch aber auch ohne Speicher gut erhöhen. In Mehrfamilienhäusern oder engeren Nachbarschaften kann als Alternative zum Batteriespeicher ein Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) sinnvoll sein. Dabei nutzen mehrere Parteien gemeinsam den Solarstrom einer PV-Anlage und profitieren alle von niedrigeren Stromkosten. Auch für Stockwerkeigentümerinnen und -eigentümer oder Mietparteien kann ein ZEV attraktiv sein, da sie gemeinsam von den Vorteilen der Solarenergie profitieren.
Kurzum: Ein ZEV ist dann besonders praktisch für die Erhöhung des Eigenverbrauchs, wenn ein Batteriespeicher aus Kostengründen, Platzmangel oder technischen Gründen nicht in Frage kommt oder wenn der Solarstrom möglichst effizient und gemeinschaftlich genutzt werden soll.
PV-Anlage optimal dimensionieren
Eine gute Anlagenplanung ist die Basis für einen optimalen Eigenverbrauch und eine kurze Amortisationszeit. Die optimale Grösse Ihrer PV-Anlage richtet sich individuell nach Ihrem Jahresstromverbrauch und den bedeutendsten Verbrauchern wie Wärmepumpe und Elektroauto.
Als Faustregel gilt: Pro 1'000 kWh Stromverbrauch im Jahr sollte etwa 1 kWp Anlagenleistung installiert werden. Für ein typisches Einfamilienhaus (EFH) mit Wärmepumpe und E-Auto empfiehlt sich eine grosszügig dimensionierte PV-Anlage mit 10 bis 15 kWp, um den erhöhten Strombedarf abzudecken und den Eigenverbrauch zu maximieren.
Ausrichtung und Neigung
Zu den wichtigsten Aspekten bei der Planung einer optimalen PV-Anlage zählen neben der Leistung auch die Dachausrichtung und Neigung der Solarmodule. Eine klassische Südausrichtung bringt den höchsten Jahresertrag, produziert aber vor allem mittags viel Strom, der als Überschuss im Netz landet. Wer den Eigenverbrauch optimieren möchte, sollte die Module jedoch nach Osten und Westen ausrichten, um die Stromproduktion über den Tag zu verteilen und so mehr Eigenverbrauch zu ermöglichen. Auch der Neigungswinkel der Module spielt eine Rolle. Je steiler sie geneigt sind, desto mehr wird der Ertrag auf die frühen und / oder späten Stunden des Tages verschoben.
Praktische Tipps für den Alltag
Um den Eigenverbrauch zu optimieren, müssen nicht immer direkt kostspielige technische Lösungen oder die Installation eines Batteriespeichers ins Auge gefasst werden. Auch wer clever seine Gewohnheiten anpasst, kann ganz einfach den Eigenverbrauch der PV-Anlage erhöhen. Unsere praktischen Tipps für den Alltag:
- Schauen Sie in der PV-App live nach, ob und wieviel Überschuss vorhanden ist, um Strom noch gezielter zu verbrauchen.
- Legen Sie den Betrieb von Waschmaschine, Geschirrspüler oder Trockner in die Mittagsstunden.
- Nutzen Sie smarte Steckdosen oder Timer, um Geräte automatisch zu starten, wenn mittags die Sonne scheint.
- Laden Sie Ihr E-Auto nach Möglichkeit tagsüber, wenn die PV-Anlage am meisten Strom produziert.
- Lassen Sie die Wärmepumpe bevorzugt tagsüber laufen und erwärmen Sie Brauchwasser in den Sonnenstunden.
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Gut zu wissen: Verbraucht man tagsüber selbst produzierten Solarstrom, zählt dieser nicht zur sogenannten Leistungsspitze. Viele Energieversorger, darunter auch CKW, berechnen erhöhte Strompreise, wenn zu Spitzenzeiten viel Netzstrom auf einmal bezogen wird. Diese Mehrkosten vermeiden Sie, wenn Sie beispielsweise nur früh morgens oder spät abends Netzstrom beziehen – wenn die PV-Anlage selbst nur wenig Strom produziert – und den Bedarf tagsüber mit hausgemachter Solarenergie decken.
Häufige Fragen
Am effektivsten sind Energiemanagementsysteme (EMS), die Wetterprognosen, aktuelle PV-Erzeugung und Verbrauchsprofile auswerten, um Grossverbraucher wie Wärmepumpe und E-Auto-Ladestation gezielt bei PV-Überschuss zu aktivieren. Systeme mit Überschusssteuerung sind besonders sinnvoll, weil sie flexibel auf Echtzeitdaten reagieren und Prioritäten für verschiedene Verbraucher setzen. Durch die Kombination aus Zeitsteuerung, Lastverschiebung und automatischer Anpassung an die PV-Produktion lässt sich der Eigenverbrauch deutlich steigern. Und das komplett automatisch, ohne dass Sie manuell eingreifen müssen. CKW bietet mit dem PV Manager ein passendes EMS an. Weitere Möglichkeiten gibt es zum Beispiel mit einem System von Loxone, wenn dieses auch für die Gebäudeautomation eingesetzt wird.
Die Dimensionierung der PV-Anlage sollte sich am Jahresstrombedarf orientieren (Faustformel: 1 kWp Leistung je 1'000 kWh), wobei insbesondere der erhöhte Verbrauch durch Wärmepumpe und E-Auto berücksichtigt werden muss. Es empfiehlt sich, die PV-Anlage so auszulegen, dass sie im Sommer einen möglichst hohen Eigenverbrauch ermöglicht, aber auch im Winter einen wesentlichen Beitrag zur Deckung des Grundbedarfs im Haushalt leistet. Eine clevere Ost-West-Ausrichtung der Solarmodule hilft, die Stromproduktion besser über den Tag zu verteilen und Ertragsspitzen abzuflachen.
Bei der bestmöglichen Dimensionierung einer Anlage spielen zwei Faktoren eine Rolle: Erstens der Eigenverbrauchsanteil, der besagt, wieviel des produzierten Solarstroms selbst verbraucht wird. Zweitens der Autarkiegrad. Er sagt aus, wie viel des gesamten Strombedarfs durch eigenen Solarstrom gedeckt werden kann. Eine kleine Anlage erzielt zwar eine hohe Eigenverbrauchsquote, aber einen tiefen Autarkiegrad, weil sie nur einen kleinen Teil des Gesamtbedarfs deckt – teurer Netzstrom muss eingekauft werden. Eine grosse Anlage erhöht die Autarkie, weist jedoch eine tiefe Eigenverbrauchsquote auf und ist in der Anschaffung teuer. Am wirtschaftlichsten ist ein Gleichgewicht: 60 bis 70 Prozent für beide Werte gelten als optimal.