Mobile Ladestation: Unterwegs flexibel das E-Auto laden

29. September 2025|Lesezeit: 10 min

Sie möchten unterwegs unabhängig von öffentlichen Ladestationen Ihr E-Auto betanken? Mit mobilen Ladestationen lädt man fast so effizient wie mit einer vollwertigen Wallbox - den richtigen Anschluss und Adapter vorausgesetzt. 

Mobile Ladestationen, auch als mobile Wallbox oder «Mobile Charger» bezeichnet, bieten maximale Flexibilität beim Laden von Elektroautos. Im Gegensatz zu fest installierten Wallboxen lassen sie sich überall dort verwenden, wo ein geeigneter Stromanschluss vorhanden ist. Man nimmt sie einfach im Auto mit und nutzt sie am Arbeitsplatz, in Ferienwohnungen oder auf Reisen auf Campingplätzen und in Hotels.

Moderne mobile Wallboxen sind bereits technisch so ausgereift, dass sie als solide Ergänzung zur festen Wallbox herhalten können. Voraussetzung ist eine geeignete Steckdose und der passende Adapter. 

Ladezeiten an mobilen Wallboxen

Die Ladezeit an einer mobilen Ladestation hängt von mehreren Faktoren ab, darunter die maximale Ladeleistung der Station und die maximale Ladeleistung des verbundenen Fahrzeugs. Auch das benutzte Kabel ist ein Faktor. 

Die meisten Mobile-Charger-Modelle unterstützen mindestens 11 kW Ladeleistung. Daher ist meistens die verfügbare Steckdose und deren Absicherung der begrenzende Faktor. 

Entsprechend sollten Sie bei der Anschaffung einer mobilen Wallbox auf die maximale Ladeleistung Ihres E-Autos achten.  

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Die tatsächliche Ladegeschwindigkeit mit einem Mobile Charger bestimmt das immer schwächste Glied: Unterstützt das E-Fahrzeug nur maximal 11 kW, bringt auch eine Ladestation mit 22 kW keinen Zeitvorteil. Ebenso muss das verwendete Kabel für die maximale Ladeleistung ausgelegt sein

Voraussetzungen und Sicherheit von Mobile Chargern

Mobile Ladestationen schaffen bis zu 11 kW Ladeleistung, einzelne Geräte sogar 22 kW. Viele sind mit Adaptersets erhältlich, sodass sie sich an unterschiedlichen Steckdosentypen und in verschiedenen Ländern nutzen lassen.

Die richtige Steckdose für Ihre mobile Ladestation 

Damit Mobile Charger sicher und verlässlich laden, kommt es auf den verfügbaren Stromanschluss an. Hat man nur eine normale Haushaltssteckdose zur Verfügung, kann man diese mit einer mobile Wallbox sicher zum Laden eines E-Autos nutzen – erfüllte Sicherheitsstandards vorausgesetzt. Mehr als 1,8 bis 2.3 kW Ladeleistung bekommt man hier aber dennoch nicht heraus. 

Wirklich effizient lädt man hingegen mit Industriesteckdosen. Für Laden mit 11 kW ist ein dreiphasiger CEE16-Stecker nötig - also eine rote Industriesteckdose mit 16 Ampere. Mit einer dreiphasigen CEE32-Steckdose (32 Ampere) kommt man sogar auf bis zu 22 kW Ladeleistung. 

Mit dem richtigen Adapter kann man auch blaue CEE-Steckdosen benutzen. Diese finden sich meistens auf Campingplätzen und bieten 3,7 kW Ladeleistung. 

Sicherheitsstandards für Mobile Charger 

Gängig erhältliche Geräte sind mit umfangreichen Schutzmechanismen ausgestattet: Sie überwachen kontinuierlich die Temperatur, erkennen Fehlerströme und schalten sich bei Problemen automatisch ab. Idealerweise sind sie kompakt gebaut, robust, spritzwassergeschützt und stossfest. Für den Einsatz im Freien sollte man auf eine Schutzklasse von mindestens IP54 achten. 

Über die Elektroinstallation, an der man Mobile Charger anschliesst, hat man nur selten direkte Kontrolle. Umso wichtiger ist es, dass man sich vor dem Ladevorgang über die jeweilige Ladesteckdose informiert. Voraussetzungen sollten Fehlerstromschutzschalter (FI, Typ A oder besser Typ B) und ein passender Leitungsschutzschalter sein. Ist man sich unsicher, wie die Ladeinfrastruktur aufgebaut und abgesichert ist, sind die eingebauten Sicherheitsfeatures der eigenen mobilen Ladestation umso wichtiger. In diesem Fall sollte man die Ladeleistung des Geräts so weit wie möglich absenken, um Unfälle und Schäden zu vermeiden. 

Meldepflicht für Mobile Charger

Ein nicht zu vergessendes Detail: Wie auch fest angebrachte Wallboxen muss das mobile Ladegerät durch einen zertifizierten Elektroinstallateur beim lokalen Netzbetreiber angemeldet werden. Schafft der Charger 22 kW ist sogar ein technisches Anschlussgesuch (TAG) nötig. 

Für die Netzstabilität ist es unerheblich, ob die genutzten 11 kW oder gar 22 kW nun durch eine feste oder eine mobile Ladestation fliessen. Idealerweise melden Sie Ihr Gerät also sowohl an der Heimadresse als auch bei häufig genutzten Ladeorten an. 

Kauf, Kosten und Preise von mobilen Wallboxen

Der Preisrahmen für mobile Wallboxen ist breit und hängt vor allem vom Funktionsumfang und der Ausstattung ab. Gängig, aktuelle erhältliche Geräte kosten zwischen rund 200 und 1’600 Franken. 

Pauschal gesagt steigt mit dem Kaufpreis auch der Funktionsumfang. Ungefähr ab der 800-Franken-Grenze sind standardmässig auch Smartphone-Apps inbegriffen. Mit diesen steuert man die Mobile Chargers und bindet sie drahtlos in Lademanagementsysteme ein. Im oberen Preissegment sind bei vielen Produkten auch mehrere Adapter Teil des Lieferumfangs. Benötigen Sie spezielle Adapter, sollten Sie sich vor der Anschaffung über deren Kompatibilität und Preise informieren. Preise bewegen sich üblicherweise zwischen 80 und 150 Franken pro Adapter. 

Bei vielen mobilen Ladestationen sind auch Schutzkappen, Transporttaschen und robuste, bis zu 10 Meter lange Kabel dabei. Alternativ sind sie separat erhältlich, sodass Sie sich Ihren Mobile Charger nach Ihren persönlichen Anforderungen zusammenstellen können. 

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Besonders bei günstigen Mobile Chargern aus dem Internet sollte man ein paar Dinge beachten. Sie sollten ein gut sichtbares Typenschuld besitzen und die Konformitätserklärung sollte beiliegen. Das ist besonders im Versicherungsfall wichtig.

Stromkosten bei mobilen Wallboxen 

Bei den Kosten für das Strom tanken mit einer mobilen Ladestation kommt es stets auf den Strompreis und die Umstände am Ladeort an. Hier lassen sich nur schwer Pauschalaussagen treffen.  

Der Strompreis in der Schweiz liegt in 2025 bei durchschnittlich 29 Rappen pro Kilowattstunde. Für eine vollständige Aufladung eines gängigen E-Auto-Akkus mit rund 50 kW Kapazität zahlt man durchschnittlich also mindestens rund 15 Franken. Je nach Ladeinfrastruktur, deren Ausstattung und Ladegeschwindigkeit, können zusätzliche Gebühren und Kosten anfallen. Sie sollten sich bei jedem neuen Ladepunkt vorab informieren und eventuelle Mehrkosten mitdenken.

Mobile Ladestationen in der Praxis und Abrechnung 

Einen mobile Charger in Betrieb zu nehmen, ist denkbar einfach:  

 

  • Das Gerät an die passende Steckdose anschliessen. 
  • Das Gerät per Ladekabel mit dem Fahrzeug verbinden. 
  • Der Ladevorgang startet automatisch oder nach Freigabe per RFID, App oder PIN – bei Modellen mit Autorisierung.  

 

Viele Modelle bieten eine Statusanzeige per LED, ein Display oder moderne App-Steuerung. Am Gerät oder über die App lässt sich häufig die Ladeleistung anpassen und der Ladevorgang überwachen. So lädt man auch an schwächer abgesicherten Steckdosen sicher. Manche Modelle bieten auch eine Zeitschaltfunktion und einen Typ-2-Adapter, sodass sie auch das Ladekabel für öffentliche AC-Ladestationen ersetzen. 

Abrechnung der Ladevorgänge 

Die korrekte Abrechnung des Ladestroms ist bei mobilen Chargern davon abhängig, wo genau man sie anschliesst. Nutzt man eine Steckdose, die Teil einer Infrastruktur mit modernem Energiemanagement ist, kann man hier wie mit einer fest installierten Wallbox laden. Entweder das Lademanagement kann den verbrauchten Ladestrom per Zähler abrechnen. Oder der eigene Charger bietet sogar Funktionen, mit denen man sich per Bluetooth oder WLAN drahtlos in eine Abrechnungslösung einklinkt. 

Auf Campingplätzen, Veranstaltungen oder an Ferienwohnung ist üblicherweise für Abrechnung des verbrauchten Stroms gesorgt. Hier zahlt man für gewöhnlich für den gesamten Strom, den man während des Aufenthalts verbraucht hat - Ladevorgänge eines E-Autos inklusive. 

Komplexer kann es jedoch werden, wenn man an einer privaten Steckdose oder an einer sonstigen Stromquelle ohne separate Abrechnung lädt. In diesem Fall sollten Sie mit den Betreiberinnen und Betreibern der jeweiligen Steckdose Absprachen treffen, ob und wie sich der Ladestrom abrechnen lässt.  

Häufige Fragen

Mobile Ladestationen sind üblicherweise für den Einzelbetrieb konzipiert. Sie verfügen nicht standardmässig über integriertes Lastmanagement. In einer Mehrnutzer-Umgebung (etwa auf Unternehmensparkplätzen oder bei Events) empfiehlt sich daher der Einsatz externer Lastmanagementsysteme.   

Sie priorisieren, wer zuerst lädt, vergeben Zeitfenster oder verhindern, dass mehrere Fahrzeuge gleichzeitig mit maximaler Leistung laden. Für den temporären Einsatz – etwa auf Baustellen oder Veranstaltungen – kann das Lastmanagement mit mobilen Energieverteilern und Überwachungsmodulen realisiert werden. 

Mobile Ladestationen lassen sich auch mit beispielsweise Solarstrom betreiben. Voraussetzung: Das Gerät wird an ein durch eine Solaranlage gespeistes Stromnetz angeschlossen. Die richtigen Schnittstellen vorausgesetzt, lassen sich die Geräte auch in heimische Energiemanagementsysteme (EMS) einbinden, die die Solarstromproduktion überwacht. 

Über z.B. das OCPP- oder Modbus-Protokoll lässt sich die Ladestation so ansteuern, dass sie bevorzugt mit überschüssigem Solarstrom lädt. Einige Modelle bieten sogar eine «PV-Ladefunktion». Hier startet das Laden automatisch, sobald genügend Solarstrom vorhanden ist. 

Leistungsstarke Mobile Charger können das lokale Netz belasten. Kritisch wird das bei schwach ausgebauten Anschlüssen (Campingplätze, Veranstaltungen etc.). Überlastete Leitungen, rausgesprungene Sicherungen, Spannungsabfall und Beeinträchtigung der Netzstabilität können die Folge sein.  

Hat man keinen Einfluss auf die Ladeinfrastruktur, sollten zumindest Absprachen mit Betreibenden des jeweiligen Stromanschlusses getroffen werden. Die Ladeleistung vieler Geräte lässt sich ausserdem gezielt drosseln, sodass man auch an schwächeren Anschlüssen gefahrlos lädt.  

Wo möglich, sollte man die zugrundeliegende Ladeinfrastruktur passend planen: Vorab-Check durch Elektrofachpersonal, Lastmanagement und intelligente Energieverteiler, Einsatz von Batteriespeichern und Netzmonitoring. 

E-Mobilität: Ladestationen für Elektroautos

Welche Lösung für Sie ideal ist, hängt von den Anforderungen und Gegebenheiten ab. Ein Überblick.