Das Wichtigste in Kürze
Es gibt verschiedene Arten von Ladestationen. Wallboxen sind ideal fürs Laden zu Hause, Ladesäulen für öffentliche oder geteilte Nutzung. 11 kW reichen meist aus, 22 kW bieten mehr Leistung. AC ist Standard, DC ermöglicht besonders schnelles Laden.
Zusätzliche hilfreiche Inhalte
Typen von Ladestationen
Es gibt verschiedene Typen von Ladestationen für Elektrofahrzeuge, die sich in Funktion, Einsatzbereich und Technik unterscheiden. Die wichtigste Unterscheidung ist die zwischen der sogenannten Wallbox und der Ladesäule.
Wallbox
Die Wallbox ist eine kompakte, an der Wand montierte Ladestation, die sich besonders für den privaten Bereich eignet – etwa in der Garage eines Einfamilienhauses oder eines Mehrfamilienhauses. Sie ist so konzipiert, dass sie einfach zu bedienen ist und ein sicheres, effizientes Laden ermöglicht.
Ladesäule
Ladesäulen hingegen sind meist freistehende, robustere Systeme, die für den Einsatz im öffentlichen Raum oder auf Firmenparkplätzen entwickelt wurden. Sie sind oft mit mehreren Anschlüssen (Ladepunkten) ausgestattet und bieten zusätzliche Funktionen.
Steckertypen und Stromsysteme
Zwei wesentliche Unterscheidungsmerkmale von Ladestationen sind Stromsysteme und damit zusammenhängend Steckertypen. In der Schweiz ist der Typ-2-Stecker der Standard für Wechselstrom-Ladestationen (AC). Fast alle modernen Elektroautos und Plug-in-Hybride sind mit diesem Steckertyp kompatibel. Für das Schnellladen mit Gleichstrom (DC) kommen meist CCS-Stecker (Combined Charging System) oder CHAdeMO-Stecker (Charge de Move) zum Einsatz. Die Wahl des Steckers hängt vom Fahrzeugmodell und von der Ladeinfrastruktur ab. In der Praxis sind die meisten öffentlichen Ladesäulen mit mehreren Steckertypen ausgestattet, sodass praktisch jedes Fahrzeug geladen werden kann.
AC vs. DC: technische Unterschiede
Ob zu Hause, am Arbeitsplatz oder unterwegs: Die Wahl zwischen AC(Alternating Current)- und DC(Direct Current)-Ladestationen entscheidet über Ladegeschwindigkeit und Komfort. Die beiden Technologien unterscheiden sich vor allem in ihrer Leistungsfähigkeit.
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AC-Ladestationen gelten als Standard fürs Einfamilienhaus. DC-Ladestationen eignen sich, wenn an einem Ort besonders schnell geladen werden muss.
| Ladestation | Stromsystem | Typische Leistung |
|---|---|---|
| AC-Ladestation | Wechselstrom (AC) | 3,6 kW (an CEE-Steckdose), 11 kW oder 22 kW |
| DC-Ladestation | Gleichstrom (DC) | 22 kW, 50 kW und mehr |
AC-Ladestationen
AC-Ladestationen sind die am weitesten verbreitete Lösung für das Laden zu Hause und am Arbeitsplatz. Sie nutzen den normalen Wechselstrom aus dem Stromnetz, der im Fahrzeug durch den sogenannten Onboard-Lader in Gleichstrom umgewandelt wird, um den Akku zu laden. Die Ladeleistung reicht von 3,6 kW (wenn an einer CEE-Campingsteckdose geladen wird) bis zu 22 kW, etwa über eine Wallbox. Standard beim AC-Laden ist der Typ-2-Stecker. AC-Ladestationen sind ideal für das Laden über mehrere Stunden, etwa über Nacht oder während der Arbeitszeit.
DC-Ladestationen
DC-Ladestationen, auch Schnellladestationen genannt, wandeln den Strom bereits in der Ladesäule in Gleichstrom um und speisen ihn direkt in die Batterie des Fahrzeugs ein. Dadurch sind deutlich höhere Ladeleistungen möglich – von 22 kW über 50 kW bis zu 400 kW. Damit sind DC-Ladestationen besonders für das schnelle Laden unterwegs, etwa an Autobahnraststätten oder in Städten, gedacht. Auch Elektro-LKWs sowie elektrisch betriebene Busse sind üblicherweise auf DC-Ladestationen angewiesen. Die Steckerstandards fürs DC-Laden sind CCS (Combined Charging System) und CHAdeMO.
Ladestationen mit 22 kW Leistung gibt es sowohl als AC- als auch als DC-Variante. Die Entscheidung für das AC- oder DC-System bei einer 22-kW-Ladestation ist vor allem abhängig davon, welche Technik vom Elektrofahrzeug unterstützt wird.
Leistung und Ladegeschwindigkeit im Vergleich
Die Ladeleistung einer Ladestation bestimmt, wie schnell der Akku Ihres Elektrofahrzeugs grundsätzlich aufgeladen werden kann. In der Schweiz sind insbesondere Wallboxen mit 11 kW oder 22 kW Leistung verbreitet. Wird hingegen an öffentlichen Schnellladestationen mit 50 kW Leistung oder mehr geladen, erhöht sich die Ladegeschwindigkeit erheblich.
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Beispiel: So lange dauert das Laden eines VW ID.4 Pure (52 kWh) von 0 bis 80 Prozent:
11-kW-Wallbox: 4,5 Stunden
22-kW-Wallbox: 2,5 Stunden
Ladezeiten im Überblick
Die Ladezeiten für die Aufladung eines Elektroautos sind neben der Leistung der Ladestation auch wesentlich von der Batteriekapazität des Fahrzeugs abhängig. Beispielhaft betrachten wir die Ladezeiten der unterschiedlich starken Ladestationen für das Aufladen eines VW ID.4 Pure mit einer Akkukapazität von 52 kWh von 0 Prozent auf 80 Prozent sowie eines Lastwagens mit einer Batteriekapazität von 500 kWh.
| Ladestation | Leistung | Dauer | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| AC-Industrie- oder Campingsteckdose (CEE-16A) | 3,6 kW | Ca. 13 h | Ladegeschwindigkeit sehr gering, eher für den Einzelfall geeignet, nicht zum dauerhaften Laden geeignet |
| AC-Wallbox | 11 kW | Ca. 4 h | Ladegeschwindigkeit für die meisten Anwendungen ausreichend, Installation vergleichsweise einfach, Kosten gering |
| DC-Wallbox* | 22 kW | Ca. 2 h | Etwa doppelt so leistungsfähig und schnell wie die 11-kW-Wallbox, Installation jedoch aufwendiger, Vorab-Genehmigung benötigt, höhere Kosten |
| Schnellladestation | 50 kW | Ca. 1 h | Hohe Ladegeschwindigkeit, jedoch überdimensioniert fürs Einfamilienhaus, vergleichsweise sehr hohe Kosten |
| Ca. 10 h | Für E-LKW und Elektrobusse | ||
| Ultra-Schnellladestation | 150 kW | Ca. 20 min | Sehr hohe Ladegeschwindigkeit, üblicherweise an Autobahnraststätten |
| Ca. 3 h | Für E-LKW und Elektrobusse | ||
| Ultra-Schnelladestation | 250 kW | Ca. 2 h | Für E-LKW und Elektrobusse |
| Highpower Charging Station (erste Modelle in Entwicklung) | Ab 800 kw | Ca. 50 min | Für E-LKW und Elektrobusse |
*Zwingende Voraussetzung: Es wird mit einer DC-Wallbox (Gleichstrom) geladen, da unser Beispielfahrzeug VW ID.4 Pure die Ladeleistung an einer 22-kW-AC-Ladestation (Wechselstrom) auf 11 kW begrenzen würde. Ein Vorteil gegenüber einer 11-kW-Ladestation entsteht also nur, wenn es sich bei der 22-kW-Ladestation um das DC-Stromsystem handelt.
Installation und technische Voraussetzungen
Die Installation einer Wallbox oder Ladesäule muss durch eine zertifizierte Elektrofachperson erfolgen. Die kann beurteilen, ob die technischen Voraussetzungen für den sicheren Betrieb einer Wallbox gegeben sind. Anschliessend kann sie auch die Planung und Realisierung des Projekts übernehmen – gegebenenfalls inklusive des nötigen Hausnetzausbaus.
| Wallbox | Technische Voraussetzungen | Rechtliche Voraussetzungen |
|---|---|---|
| 11 kW |
| Anmeldung beim Netzbetreiber erforderlich |
| 22 kW |
| Vorab-Bewilligung durch den Netzbetreiber zwingend erforderlich (nicht nur Anmeldung) |
11-kW-Wallbox
Für eine 11-kW-Wallbox benötigen Sie in Ihrem Haus einen dreiphasigen Stromanschluss (400 Volt) und eine entsprechende Absicherung. Dieser 400-Volt-Drehstromanschluss ist in praktisch allen modernen Häusern in der Schweiz bereits vorhanden. Es muss in der Regel lediglich eine passende Leitung zur Wallbox gelegt und fachgerecht abgesichert werden. Dazu ist ein Fehlerstromschutzschalter Pflicht, um maximale Sicherheit zu gewährleisten. Die Installation einer 11-kW-Wallbox muss zudem gemäss der Wallbox-Meldepflicht beim Netzbetreiber angemeldet werden.
22-kW-Wallbox
Für eine 22-kW-Wallbox sind die Anforderungen etwas höher: Neben dem dreiphasigen Anschluss mit 400 Volt ist eine stärkere Absicherung erforderlich. Ausserdem muss beim Netzbetreiber eine Vorab-Genehmigung eingeholt werden. Der prüft im Vorfeld, ob das lokale Stromnetz die zusätzliche Dauerlast von 22 kW aufnehmen kann. Das Ziel ist, die Sicherheit und Zuverlässigkeit auch bei hoher Dauerlast zu gewährleisten und das Risiko von Überlastungen oder Bränden auszuschliessen.
Wallboxen im Mehrfamilienhaus
Eine Besonderheit beim Betrieb mehrerer Ladestationen: Werden Wallboxen in der Garage eines Mehrfamilienhauses installiert und betrieben, empfiehlt sich der Einsatz eines Lastmanagementsystems und eines Flachbandkabels. Das sorgt dafür, dass die verfügbare Strommenge optimal auf mehrere Ladepunkte verteilt wird und keine Überlastung des Hausanschlusses entsteht. Moderne Systeme bieten zudem die Möglichkeit, die Ladeleistung dynamisch anzupassen und die Nutzung zu überwachen.
Kosten und Förderung
Die Kosten für eine Ladestation setzen sich aus dem Preis für das Gerät und die Installation zusammen. Die beiden häufigsten privaten Ladestationen, 11- und 22-kW-Wallboxen, bewegen sich bei den Anschaffungskosten zwischen 500 und 5’000 Franken. Dazu kommen Kosten für die Installation von 1’500 bis 3’000 Franken. In Summe variieren die üblichen Kosten für eine Ladestation zu Hause zwischen 2’500 und 5'000 Franken. Für Ihre Wallbox im Eigenheim bieten wir ein preiswertes Pauschalangebot ab 2’540 Franken.
Geht es um eine umfangreiche Ladeinfrastruktur fürs Mehrfamilienhaus oder eine Ladelösung fürs Unternehmen mit mehreren Ladepunkten und Lastmanagement, bewegen sich die Gesamtkosten üblicherweise zwischen 15’000 und 100’000 Franken.
Die Anschaffungskosten für private und geschäftliche Ladestationen können Sie in vielen Kantonen durch eine Förderung für Ladeinfrastruktur verringern.
Häufige Fragen
Eine 11-kW-Wallbox belastet das Hausnetz mit maximal 16 Ampere pro Phase, was in den meisten Schweizer Einfamilienhäusern mit bestehendem Drehstromanschluss gut zu bewältigen ist. Eine 22-kW-Wallbox benötigt hingegen 32 Ampere pro Phase und stellt damit deutlich höhere Anforderungen an die Hausinstallation, die Absicherung und den Hausanschluss. Bei älteren Gebäuden oder geringer Leistungsreserve kann eine 22-kW-Wallbox das Stromnetz schnell an seine Grenzen bringen und eine Modernisierung der Elektroinstallation erforderlich machen. Ohne ein intelligentes Lastmanagement kann es bei mehreren leistungsstarken Ladepunkten zu Überlastungen und Netzinstabilitäten kommen.
In der Regel kann eine Verstärkung durch den Einsatz eines intelligenten Lastmanagements umgangen werden. Eine Verstärkung kommt erst dann in Betracht, wenn mehrere Elektrofahrzeuge, eine Heizung und weitere Grossverbraucher an einem Hausanschluss angehängt sind. Jede Anlage muss durch eine qualifizierte Elektrofachkraft geprüft werden.
AC-Ladestationen lassen sich meist relativ einfach in bestehende Gebäudetechnik und Smart-Home-Systeme integrieren, da sie mit dem normalen Hausstromnetz (Drehstrom, 400 Volt) kompatibel sind. DC-Ladesäulen hingegen benötigen eine deutlich höhere Anschlussleistung. Sie sind daher nicht wirtschaftlich für Privathaushalte und erfordern oft einen separaten Netzanschluss sowie spezielle Sicherheitsvorkehrungen, was die Installationskosten für DC-Ladestationen deutlich höher macht als für AC-Lösungen. Zudem kann die Integration in Smart-Home-Systeme bei DC-Ladestationen komplexer sein, da sie oft andere Kommunikationsschnittstellen und Steuerungsmechanismen benötigen. Die Standardprotokolle und Schnittstellen, die bei AC-Ladestationen verwendet werden, sind bei DC-Ladestationen nicht so sehr verbreitet. Stattdessen gibt es professionelle, individuelle Backend-Lösungen.
In der Schweiz sind CSS-Stecker (Combined Charging System) bei neuen Elektrofahrzeugen und DC-Ladestationen am weitesten verbreitet. CHAdeMO wird vor allem von älteren japanischen Modellen (z.B. Nissan Leaf) genutzt, die Verbreitung ist aber rückläufig. Die Kompatibilität einer DC-Ladesäule hängt davon ab, welche Steckertypen sie anbietet. Viele öffentliche Schnellladestationen verfügen über beide Systeme, um möglichst viele Fahrzeuge laden zu können.
Es ist wichtig, vor Start eines Ladevorgangs zu prüfen, ob Fahrzeug und Ladesäule den gleichen Standard unterstützen. Bei öffentlichen DC-Ladesäulen in der Schweiz und generell in Europa ist das Ladekabel fest an der Ladesäule angebracht. Man muss also kein eigenes Kabel mitbringen, sondern wählt einfach den passenden Stecker an der Säule und steckt ihn ins Fahrzeug.
Wallboxen für den privaten Bereich müssen nach den geltenden Schweizer Normen installiert werden, insbesondere mit einem eigenen Stromkreis, geeigneter Absicherung und einem Fehlerstromschutzschalter. Öffentliche Ladesäulen unterliegen strengeren Vorschriften, da sie für den dauerhaften Betrieb im Freien und für wechselnde Nutzerinnen und Nutzer ausgelegt sind. Sie benötigen robustere Gehäuse, zusätzliche Schutzmechanismen gegen Vandalismus und Manipulation sowie erweiterte Anforderungen an die elektrische Sicherheit und die Nutzeridentifikation. Die Wartungs- und Prüfintervalle sind bei öffentlichen Ladesäulen ebenfalls strenger geregelt als bei privaten Wallboxen.