Das Wichtigste in Kürze
PV-Anlagen auf Flachdächern lassen sich sehr flexibel ausrichten und oft ohne Dachdurchdringung montieren. Mit geprüften Systemen und regelmässiger Wartung bleibt Ihre Solaranlage sicher und effizient – auch in Kombination mit Dachbegrünung.
Zusätzliche hilfreiche Inhalte
Photovoltaik auf dem Flachdach
PV-Anlagen auf Flachdächern bieten einen wesentlichen Vorteil im Vergleich zu klassischen Dachformen wie dem Satteldach. Die PV-Module können auf dem Flachdach flexibel ausgerichtet werden, was eine optimale Nutzung der Sonneneinstrahlung ermöglicht. Flachdächer bieten ohnehin oft grosse, unverschattete Flächen, die ideal für einen maximalen Ertrag der Solaranlage sind.
Die Funktionsweise von Photovoltaik auf dem Flachdach ist im Grunde identisch mit der einer Anlage auf Dächern mit geneigten Dachflächen. Sonnenlicht trifft auf die Solarmodule und wird in den Solarzellen zu elektrischer Energie umgewandelt, anschliessend erzeugt ein Wechselrichter nutzbaren AC-Strom und verteilt ihn zum Beispiel ins Hausnetz oder speist ihn in einen Batteriespeicher ein.
Welche Flachdächer sind für PV geeignet?
Für eine PV-Anlage auf dem Flachdach ist besonders die Statik entscheidend. Berücksichtigt man den Branchenrichtwert von 20 bis 25 Kilogramm pro Quadratmeter, wiegt eine 10-kWp-Anlage rund 1'500 bis 2'000 Kilogramm. Moderne Flachdächer sind in der Regel für solche Zusatzlasten ausgelegt. Dennoch sollte die Tragfähigkeit immer individuell durch eine Fachperson geprüft werden. Besonders bei älteren Gebäuden oder Gründächern ist eine genaue statische Analyse unerlässlich.
Weitere wichtige Faktoren sind:
- Dachabdichtung: Die Dachhaut muss intakt und für die zusätzliche Belastung geeignet sein.
- Verschattung: Optimal sind komplett unverschattete Flächen mit viel Sonnenlicht.
- Zustand und Alter des Dachs: Ein sanierungsbedürftiges Dach sollte vor der Installation der PV-Anlage instandgesetzt werden.
- Sichere Wartung und Unterhalt: Für die Wartung und den Unterhalt muss eine permanente Absturzsicherung mit Begehungskonzept umgesetzt werden. Bei Flachdächern bedeutet dies, dass ein umlaufendes Seil installiert werden muss, welches mit Einzelanschlagpunkten ergänzt werden kann.
- Genehmigungen und Vorschriften: Lokale, kommunale Bauvorschriften müssen eingehalten werden.
- Dacheindeckung: Je nach Eindeckung (in den meisten Fällen Substrat oder Kies) gilt es, die Montagekonstruktion entsprechend zu wählen. Bei Substrat ist mit Pflanzenwachstum zu rechnen, weshalb die Module erhöht montiert werden müssen. Trotz der erhöhten Montage ist eine regelmässige Wartung unerlässlich. Die für die Wartung nötigen Gänge und Sicherheitssysteme müssen bei der Planung berücksichtigt werden.
Gründach mit PV: Besonders umweltfreundlich
Das Gründach ist eine umweltfreundliche Variante des Flachdachs. Die Kombination aus extensiver Begrünung und PV-Anlage macht es zu einem System, das die ökologische Wirkung der Dachbegrünung mit der klimafreundlichen Stromproduktion einer Solaranlage vereint. Sogar eine gewisse Ertragssteigerung ist möglich, wenn die Solarmodule durch die kühlende Wirkung der Pflanzen auch bei warmen Aussentemperaturen einen hohen Wirkungsgrad beibehalten.
Auch die Nachrüstung einer PV-Anlage auf dem Gründach ist meist ohne Probleme möglich. Moderne PV-Unterkonstruktionen für Gründächer sind so konzipiert, dass sie mit möglichst wenigen und kleinen Kontaktpunkten auf dem Dach aufliegen. Dadurch wird die Dachbegrünung nur minimal beeinträchtigt und die meisten Pflanzen bleiben erhalten. Im laufenden Betrieb ist es wichtig, höher wachsende Pflanzen regelmässig zu stutzen, damit sie die Module nicht zu sehr verschatten.
Daher empfehlen wir auch, in regelmässigen Abständen Wartungsgänge einzuplanen, sodass der Unterhalt des Daches fachgerecht ausgeführt werden kann.
PV-Anlage auf dem Flachdach installieren
Der wesentliche Unterschied zwischen einer PV-Anlage auf einem Flachdach und einem Schrägdach liegt in der Montage. Während Module auf Schrägdächern direkt der Dachneigung folgen, werden sie auf Flachdächern mit einer speziellen Unterkonstruktion aufgeständert, um den optimalen Winkel zur Sonne zu erreichen. Die Ausrichtung erfolgt sowohl nach Himmelsrichtung als auch über die Neigung der Module, um den maximal möglichen Ertrag zu erzielen.
Die Unterkonstruktion der Flachdach-PV-Anlage besteht aus korrosionsbeständigem Aluminium oder Edelstahl sowie aus witterungsbeständigen Kunststoffteilen und wird so auf dem Dach platziert, dass sie Wind und Wetter standhält. Als Standard-Montageart gilt eine Konstruktion, die ballastiert wird, also mit Gewichten beschwert. Der Vorteil dabei: Es ist keine Dachdurchdringung nötig und somit keine neue Abdichtung der Dachhaut.
Unterkonstruktion für Gründach-PV
Die Montage einer PV-Anlage auf einem Gründach ist prinzipiell sehr ähnlich, es sind jedoch einige zusätzliche Besonderheiten im Vergleich zur klassischen Flachdach-Photovoltaik zu beachten. Allen voran ist auf Gründächern eine zusätzliche Schutzschicht unter der Konstruktion Pflicht, um die Dachabdichtung und die Wurzelschutzfolie nicht zu beschädigen (Norm SIA 271). Spezielle Schutzlagen aus Vlies verhindern, dass Feuchtigkeit oder Wurzeln in die Konstruktion eindringen.
Die Module werden aufgeständert und mit ausreichend Abstand zur Vegetation installiert, damit die Pflanzen weiterhin gedeihen und die Module nicht verschattet werden. So bleibt die Funktion der Begrünung erhalten und die PV-Anlage arbeitet langfristig effizient. Eine regelmässige Kontrolle und Wartung der Vegetation und der Anlage ist aber obligatorisch für einen störungsfreien Betrieb.
Technische Normen und Richtlinien
Für die Montage von PV-Anlagen auf Flachdächern und Gründächern gelten in der Schweiz verschiedene technische Normen und Richtlinien. Besonders relevant ist die SIA 271, die Anforderungen an die Abdichtung von Flachdächern und den Schutz vor mechanischer Beanspruchung regelt. Ergänzend sind die SIA 118/318 (Allgemeine Bedingungen für Dacharbeiten), die Brandschutzvorschriften der VKF sowie die jeweiligen Herstellerangaben für Montagesysteme und Gründachaufbauten zu beachten.
Für Gründächer sollten ausserdem die Empfehlungen der Fachvereinigung Bauwerksbegrünung Schweiz (FBB) beachtet werden. Die Einhaltung all dieser Vorgaben gewährleistet Sicherheit, Langlebigkeit und eine fachgerechte Ausführung der PV-Anlage auf dem Flachdach.
Sicherheit im Langzeitbetrieb
Bei PV-Anlagen auf begrünten Flachdächern bestehen im Langzeitbetrieb Risiken wie Feuchtigkeit, Wurzelwachstum und Schäden an der Dachabdichtung. Sie werden jedoch durch eine geeignete Schutzlage und die Verwendung geprüfter Montagesysteme minimiert. Am Markt gibt es speziell für Gründächer entwickelte und geprüfte Unterkonstruktionen für PV-Module.
Die Lebensdauer der Flachdach-Solaranlage kann durch folgende Massnahmen verlängert werden:
- Wahl hochwertiger PV-Module
- Korrosionsbeständige Materialien für die Unterkonstruktion
- Fachgerechte Montage (insbesondere bei Gründächern)
- Regelmässige Kontrolle und Wartung
Wartung und Reinigung
Für die Wartung der Solaranlage ist ein guter Zugang zu den Modulen wichtig. Die Anlage sollte regelmässig kontrolliert und gereinigt werden, um den Ertrag dauerhaft hoch zu halten. Auf Gründächern ist zudem die Pflege der Vegetation wichtig, damit keine Verschattung entsteht.
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Was kostet eine PV-Anlage fürs Flachdach?
Die Kosten für eine PV-Anlage auf dem Flachdach bewegen sich ungefähr im Rahmen einer klassischen Aufdach-Anlage. Für eine typische PV-Anlage mit einer Leistung zwischen 8 und 10 Kilowattpeak inklusive aller Montagearbeiten, Wechselrichter und Steuerung werden im Schnitt rund 28'000 Franken fällig. Die Wirtschaftlichkeit einer solchen Anlage ist von verschiedenen Faktoren abhängig, liegt in vielen Fällen aber bereits bei 15 bis 20 Jahren.
Kosten senken durch Förderung
Die genannten Investitionskosten von durchschnittlich 28’000 Franken können Sie durch eine staatliche Förderung verringern. Dazu steht eine Einmalvergütung (KLEIV) für PV-Anlagen bis 100 kWp zum Abruf bereit. Für eine Anlage mit 10 kWp Leistung können Sie zum Beispiel mit einer Unterstützung von 3'600 Franken rechnen. Details lesen Sie in unserem Ratgeber-Artikel zur Förderung von Solaranlagen.
Häufige Fragen
Leichte, korrosionsbeständige Materialien wie Aluminium oder Edelstahl schonen die Dachabdichtung und beeinträchtigen das Mikroklima kaum. Schwere Systeme können jedoch die Vegetation lokal verdrängen und die Wasserverteilung beeinflussen, was die Biodiversität auf dem Gründach verringern kann. Deshalb ist es wichtig, möglichst leichte, geprüfte Montagesysteme zu verwenden und die Begrünung schon bei der Planung zu berücksichtigen.
Moderne Systeme wie aufgeständerte, ballastierte PV-Unterkonstruktionen mit speziellen Schutzlagen oder Trennvliesen ermöglichen die Nachrüstung, ohne die Dachhaut oder die Begrünung zu durchdringen. Am Markt gibt es spezielle Konstruktionen, die Pflanzen schützen und eine nachhaltige Kombination von PV und Gründach erlauben.
Ein optimaler Neigungswinkel (meist 8 bis 15 Grad) maximiert den durchschnittlichen Stromertrag und sorgt für eine gute Selbstreinigung der Module. Senkrechte Montagen (90 Grad) werden selten eingesetzt und liefern geringere durchschnittliche Erträge. Zudem sind sie windanfälliger. In Kombination mit bifazialen PV-Modulen kann jedoch auch eine komplett senkrechte Montage sinnvoll und effizient sein.