Das Wichtigste in Kürze
Indach-Anlagen ersetzen die Dachhaut (wasserführende Schicht) und sind optisch besonders ansprechend, kosten aber mehr als Aufdach-Anlagen. Auf dem Dach montierte Anlagen sind dafür günstiger und flexibler montierbar. Die Wahl hängt vor allem von Ihren ästhetischen Ansprüchen, dem Zustand des Dachs und Ihrem Budget ab. Relevant ist auch, ob Sie eine Dachsanierung machen oder ob es sich um einen Neubau handelt.
Zusätzliche hilfreiche Inhalte
Indach-Solaranlage – Photovoltaik als Teil des Hausdachs
Mit einer Indach-Photovoltaikanlage kombiniert man Energie- und Designaspekte auf dem eigenen Dach. Sie können umweltfreundlichen Solarstrom erzeugen und gleichzeitig Ihr Dach so gestalten, dass es höchsten Ansprüchen in Sachen Design und Optik genügt.
Bei den Solarmodulen handelt es sich um Systeme, die in individuellen Abmessungen erhältlich sind. So kann ein Indach-Solarpanel mehrere Dachsteine ersetzen. Zusammen mit Dachabschlüssen und Blindmodulen bildet eine Indach-PV-Anlage somit die Dachhaut, die sonst aus Ziegeln besteht. Damit eignen sich Indach-Solaranlagen besonders für Schrägdächer. Aufdach-Anlagen sind hingegen auch gut für Photovoltaik auf Flachdächern geeignet.
Ideal für einen möglichst einheitlichen Look ist eine Kompletteindeckung des Dachs. Durch kluge Planung und Farbwahl kann jedoch auch eine Teil-Ausstattung des Dachs mit PV-Modulen ein harmonisches Gesamtbild abgeben, weil Paneele und Ziegel bündig auf einer Ebene liegen.
Anwendungsbereiche von Indach-Solar
Indach-Anlagen eignen sich prinzipiell sowohl für Neubauten als auch Altbauten. Sie werden meist dort installiert, wo es besonders auf ästhetische Gebäudeoptik ankommt. Die Systeme werden nicht – wie Aufdach-Solaranlagen – auf die Dachhaut aufgebracht, sondern optisch ansprechend ins Dachbild integriert.
Im Bestandsbau ist die Installation einer Indach-Solaranlage in der Regel nur wirtschaftlich, wenn ohnehin eine Dachsanierung ansteht. Sinnvoll ist sie aber dann, wenn Denkmalschutz-Auflagen bestehen - etwa, um ein einheitliches Dachbild bei Riegelhäusern zu erreichen. Dort ist die Aufdach-Montage oft verboten, sodass die Indach-Anlage die einzige Möglichkeit ist, überhaupt eine Photovoltaikanlage zu installieren.
Allgemein empfehlen wir, bei der Sanierung eines Dachstocks so zu planen, dass eine Indach-Anlage möglich ist.
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Der kantonalen Denkmalpflege kommt es in erster Linie auf das Ortsbild und damit auch auf die jeweilige Gebäudeoptik an. Ein Haus unter Denkmalschutz werden Sie vermutlich nicht mit einer Aufdach-Solaranlage ausstatten können. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass farblich und flächig einheitlich in das Dachbild integrierte Indach-Anlagen immer häufiger genehmigt werden.
Besonderheiten bei der Indach-Solar-Installation
Am Markt gibt es inzwischen verschiedene Möglichkeiten für die Individualisierung von Solarmodulen. Dazu gehören neben frei kombinierbaren Standardgrössen auch Massanfertigungen, mit denen sich anspruchsvolle Dachformen vollständig eindecken lassen. Auch das Aussparen von Dachfenstern und Kaminen ist problemlos möglich.
Wenn Sie nicht Ihre komplette Dachfläche mit aktiven Paneelen eindecken, aber trotzdem eine optisch homogene Dachfläche erreichen möchten oder müssen (Stichwort Denkmalschutz), bieten sich sogenannte Blindmodule an. Optisch identisch, technisch ohne Funktion, können sie auf verschatteten Teilflächen oder bei nicht idealer Dachausrichtung sinnvoll sein. In jedem Fall gilt: Die in der Regel rahmenlosen Module werden von Ihrem Solar-Fachbetrieb entweder mit Haken an der Dachlattung befestigt oder es wird zunächst ein System aus Befestigungsschienen als Unterkonstruktion installiert.
Schutz vor Feuchtigkeit
Indach-Solarmodule lassen sich als ebene Fläche oder im Versatz, also mit Überlappungen, verlegen. Eine versetzte Anordnung hat den Vorteil, dass Regenwasser ungehindert abfliesst. Auch Schnee und Eis rutschen optimal nach unten ab. Wird vollflächig verlegt, ist eine Abdichtung der Stossfugen besonders wichtig, damit keine Feuchtigkeit ins Dach gelangt. Auch wetterfeste Kantenabschlüsse sind unverzichtbar.
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Um die Witterungsschutzfunktion zu gewährleisten, ist eine sorgfältige Installation inklusive Hinterlüftung der Indach-Module unverzichtbar. Auch an das Unterdach werden bei der Installation einer Indach-Anlage erhöhte Anforderungen gestellt.
Vergleich Indach-Solar vs. Aufdach-Solar
| Kriterium | Optik | Kosten | Montage | Wartung | Schutzfunktion | Lebensdauer |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Indach | Ästhetisch, bündig mit Dach | Höher (ersetzt Dachhaut) | Aufwendiger, meist bei Dachsanierung | Etwas aufwendiger | Übernimmt Dachfunktion | Vergleichbar, abhängig von Qualität |
| Aufdach | Sichtbar aufgesetzt, technisch sichtbar | Günstiger (zusätzlich zur Dachhaut) | Einfacher, auch nachträglich möglich | Einfacher Zugang | Dach bleibt erhalten | Vergleichbar, abhängig von Qualität |
Indach-PV: Kosten und Förderung
Die Kosten für eine Indach-Solaranlage variieren nach Fläche, Leistung und jeweiligem Produkt. Für Einfamilienhäuser mit einer Dachfläche von rund 50 m2 reicht meist eine Anlage mit einer Leistung von 10 Kilowattpeak. Wie das folgende Rechnungsbeispiel zeigt, sind Indach-Anlagen wesentlich teurer als Aufdach-Anlagen. Besonders ins Gewicht fallen die Indach-Solarmodule. Sie kosten bei gleicher Leistung mit durchschnittlich 150 bis 300 Franken/m² einiges mehr als Standard-Aufdach-Module (50 bis 60 Franken/m²). Hinzu kommen Mehrkosten für Kanten entlang der Indachanlage bzw. Dachabschlüsse.
Rechenbeispiel durchschnittliches Einfamilienhaus mit Aufdach-PV vs. Indach-PV
| Kostenfaktor | Aufdach-PV | Indach-PV |
|---|---|---|
| Fläche | 50 m² | 50 m² |
| PV-Module/m² | 50 - 60 CHF | 150 - 300 CHF |
| Module | 2’633 CHF | 7’500 - 15’000 CHF |
| Kosten Blindmodule auf 20 % Fläche | - | 1’500 CHF |
| Kosten Standard- Dacheindeckung | 5’000 CHF | 5'000 CHF |
| Kosten Dachabschlüsse | - | 10’200 CHF |
| Unterkonstruktion, Montage, DC-Installation, Baugerüst | 12’267 CHF | 12’267 CHF |
| Wechselrichter und Installation | 2’733 CHF | 2’733 CHF |
| Energieoptimierung/Visualisierung, Inbetriebnahme | 1’500 CHF | 1’500 CHF |
| Planung, Administration, Kontrollen, Transporte | 5’367 CHF | 5’367 CHF |
| AC-Elektroinstallationen | 3’667 CHF | 3’667 CHF |
| Gesamtkosten | 33’167 CHF | 44’734 - 52’234 CHF |
| Förderung | - 3'600 CHF | - 4'000 CHF |
| Gesamtkosten mit Förderung | 29’567 CHF | 40’734 - 48’234 CHF |
Die Zahlen entsprechen dem Stand der Kosten vom Winter 2025 / 2026.
Mehrkosten lassen sich einsparen, wenn Sie die Indach-Anlage im Rahmen einer ohnehin vorgesehenen Dachsanierung einbauen. In diesem Fall bewegen sich die Mehrkosten im Bereich von nur 15 bis 25 Prozent, da sie sich die sonst benötigten neuen Dachziegel sparen.
Förderung für Indach-Solaranlagen
Im Rahmen einer Einmalvergütung bekommen Sie einen Teil der Investitionskosten für eine PV-Anlage erstattet. Integrierte Solarmodule werden gesondert gefördert und erhalten einen höheren Leistungsbeitrag von 400 Franken pro Kilowattpeak (bis 30 kWp), für eine 10 kWp Anlage also 4'000 Franken. Zum Vergleich: Für eine 10-kWp-Anlage als Aufdach-Variante gibt es 3'600 Franken Förderung.
Ausgewählte Kantone bieten ausserdem zusätzliche Förderboni bei einer Dachsanierung, wenn im Zuge dessen gleichzeitig auch direkt eine Solaranlage installiert wird. Lesen Sie alle Details zur Förderung von Photovoltaik-Anlagen in der Schweiz.
Wartung & Lebensdauer
Bei Indach-Anlagen ist die Wartung etwas aufwendiger, da die PV-Module Teil der Dachhaut sind. Hier ist eine regelmässige Kontrolle aller Dichtungen und der Unterkonstruktion besonders wichtig. Einerseits, um die Dichtigkeit des Daches zu gewährleisten, andererseits aber auch um die Funktion und Effizienz der Solaranlage selbst. Bei klassischen Aufdach-Anlagen ist der Zugang zu Modulen und Unterkonstruktion zwecks Wartung und Reinigung meist etwas unkomplizierter.
Lebensdauer und Monitoring
Sowohl Aufdach- als auch Indach-Installationen bieten ohne Probleme eine Lebensdauer von 25 Jahren und mehr, wenn sie fachgerecht installiert und regelmässig gewartet werden. Die meisten Hersteller geben auch eine Produkt- und Leistungsgarantie in diesem Rahmen. Das heisst aber keinesfalls, dass Solaranlagen nach Ende dieser Zeit unbenutzbar sind. Meist lässt durch natürlichen Verschleiss nur die Leistungseffizienz über Zeit leicht nach, sodass der Ertrag sinkt.
Die Erfahrung zeigt: Mit regelmässiger Wartung und beispielsweise Austausch einzelner Module, die besonders nachgelassen haben, lässt sich eine Solaranlage noch lange nach Ende der Garantie auch weiter wirtschaftlich betreiben. Amortisiert haben sich übliche PV-Installationen dann eh schon – das geschieht meist nach rund 15 Jahren.
Mit einem Monitoring-System behalten Sie die Leistung Ihrer Anlage im Blick und können frühzeitig auf Störungen reagieren. Bei der Installation, Überwachung und Wartung unterstützt Sie CKW professionell und verlässlich.
Häufige Fragen
Da Indach-Anlagen die klassische Dacheindeckung ersetzen, übernehmen sie auch deren Schutzfunktion gegen Witterung und Feuchtigkeit. Die Dachunterkonstruktion muss daher besonders stabil und tragfähig sein, um das zusätzliche Gewicht der Solarmodule sowie Wind- und Schneelasten zu tragen.
Liegen Indach-Module direkt auf der Dachdämmung auf, verringert das die Hinterlüftung. Die dadurch stärkere Erwärmung der Module kann zu leichten Effizienzverlusten führen. Gleichzeitig ist eine sorgfältige Abdichtung und Dampfsperre wichtig, um Feuchtigkeitsschäden an der Dämmung zu vermeiden. Die Auswahl und Anordnung der Dämmstoffe sollte daher immer mit Blick auf die Integration der PV-Module erfolgen und von Profis durchgeführt werden.
In der Schweiz sind Solaranlagen hohen Anforderungen durch Schnee, Regen und Temperaturschwankungen ausgesetzt. Spezielle Aluminium- oder Edelstahlrahmen, die eine dauerhaft dichte und stabile Einbettung der Module ermöglichen, sind besonders für Indach-Solaranlagen wichtig. Moderne Dichtungssysteme – etwa mehrlagige EPDM-Dichtungen oder spezielle Dichtbänder – sorgen für einen zuverlässigen Schutz.
Auch rahmenlose Glas-Glas-Module werden zunehmend eingesetzt, da sie eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen bieten. Die Verwendung von UV- und witterungsbeständigen Materialien erhöht die Lebensdauer zusätzlich.
Indach-Solaranlagen sollten immer individuell auf die bestehende Dacharchitektur abgestimmt werden. Dachfenster, Gauben oder Kamine lassen sich in das PV-Feld integrieren, ohne Optik oder Dichtigkeit zu beeinträchtigen. Die Module müssen so angeordnet werden, dass Verschattungen vermieden werden.
Moduloptimierer und geschickte Verschaltung können Ertragsverluste durch Verschattung reduzieren. Schnittstellen zwischen PV-Modulen und anderen Dachbauteilen müssen besonders sorgfältig abgedichtet werden, um die Dachfunktionalität zu erhalten. Enge Zusammenarbeit zwischen Solar- und Dach-Fachbetrieb ist entscheidend, um Energieeffizienz, Dichtigkeit und Ästhetik des Dachs sicherzustellen.