Bidirektionales Laden: V2H, V2G und V2L im Überblick

E-Autos können durch bidirektionales Laden zu Stromspeichern werden, die Energie aufnehmen und wieder abgeben. Seit 2026 sind die wichtigsten gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen, sodass bidirektionale Anwendungen wirtschaftlicher und praxistauglicher werden. Das eröffnet neue Möglichkeiten für Mobilität, Netzinfrastruktur und Energiewende.

Das Wichtigste in Kürze

Was kostet eine bidirektionale Wallbox?

Eine spezialisierte DC-Ladestation kostet 5’000 bis 12’000 Franken. Zudem braucht es für die korrekte Abrechnung ein zertifiziertes Messkonzept mit zusätzlichen Zählern. Das Gesamtpaket kostet aktuell mit Installation und Ansteuerung 10’000 bis 20’000 Franken. Zum Vergleich: Eine klassische Wallbox ist bereits ab rund 2’000 Franken erhältlich.

Für das zertifizierte Messkonzept braucht es zusätzliche Zähler.
Für das zertifizierte Messkonzept braucht es zusätzliche Zähler.

Herausforderungen in der Schweiz

Damit das Potenzial von bidirektionalem Laden voll ausgeschöpft werden kann, sind verschiedene Voraussetzungen nötig: 

Technische Ausstattung: Nur wenige Fahrzeuge unterstützen derzeit vollumfänglich bidirektionales Laden. Zwar ist die CCS-basierte Kommunikation mit ISO 15118-20 inzwischen standardisiert, dennoch bleibt die praktische Interoperabilität zwischen Fahrzeugen und Ladestationen herausfordernd.

Intelligenz: Fahrzeuge, Netze und Gebäude müssen über die erforderliche Steuerungslogik verfügen, um Verbrauch, Bedarf, verfügbare Energie und den Ladestand des Fahrzeugs zu erfassen und abzustimmen.

Abrechnung und Geschäftsmodelle: Mit den neuen gesetzlichen Grundlagen sind die Rahmenbedingungen geschaffen, doch Geschäftsmodelle entwickeln sich erst. Mit der jährlichen Rückerstattungskomponente für Speicher und den LEG bestehen nun aber klare Mechanismen für Abrechnung und Energieaustausch.

Bei uns lesen Sie alles zum Stand der Technik, zu den Anwendungsbereichen, Vorteilen, Einschränkungen und den weiterhin bestehenden Herausforderungen.